19. Februar 2018 – 14:25
Derpart ist weiter in Kauflaune
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Andreas Neumann und Aquilin Schömig – Foto: Derpart

Neun Reisebüros, die zusammen für einen vermittelten Umsatz in Höhe von 45 Millionen Euro stehen, hat die Reisebürokette im vergangenen Jahr gekauft. Damit setzten die Derpart-Geschäftsführer Andreas Neumann und Aquilin Schömig den Kurs fort, den sie bereits 2016 eingeschlagen hatten. In dem Jahr verzeichnete Derpart zehn Zukäufe mit zusammen 22 Millionen Euro Jahresumsatz.

Bei den "Neulingen" unter den mittlerweile 60 eigenen Filialen, die die DER-Touristik-Kette betreibt, handelt es sich tatsächlich ausnahmslos um bestehende Derpart-Agenturen, bei denen ein Generationswechsel anstand. Ausschlaggebend für den Kauf seien vor allem zwei Motive gewesen, berichtet Schömig. Zum einen habe man die Büros im Zuge des Eigentümerwechsels in der Organisation halten wollen. Und zum anderen habe es sich um gut eingeführte Büros gehandelt, die profitabel wirtschaften und ins Portfolio von Derpart passen.

Denn die Organisation nimmt keineswegs jeden potenziellen Partner auf. 2,5  Millionen Euro Jahresumsatz sollten die Kandidaten nach Möglichkeit schon auf sich vereinen. Kleinere Büros seien bei Kooperationen besser aufgehoben, sagt Neumann, der zudem mit der Ertragsstärke seiner Kette wirbt. Denn die Gesellschafter – und dazu zählen alle 390 Derpart-Franchisebüros – erhalten jedes Jahr eine Rendite von sechs bis zwölf Prozent auf ihr eingesetztes Kapital.

Auch in den nächsten Jahren will Derpart weitere Büros hinzukaufen  und dabei die Schlagzahl gegenüber den vergangenen beiden Jahren vielleicht noch ein wenig erhöhen. Und das, obwohl man zuvor noch nie so viele Zukäufe gestemmt hat wie 2016 und 2017. Bei 1.000 bis 3.000 Büros stehe in den nächsten Jahren ein Generationswechsel an, und damit die Notwendigkeit einer Nachfolgeregelung, schätzt Schömig. Handele es sich dabei um Büros  aus der eigenen Organisation und man werde um Hilfe gebeten, bemühe sich das Derpart-Management entweder um eine Vermittlung an einen anderen Derpart-Partner oder man erwäge, das Büro selbst zu kaufen. Aber auch am Kauf passender Agenturen, die bisher nicht zum Verbund gehören, sind Neumann und Schömig interessiert.

Der Erhalt oder Ausbau der Zahl angebundener Reisebüros durch Kauf hat für sie auch deshalb einen hohen Stellenwert, weil im Franchisebereich selbst derzeit wenig Bewegung herrscht. Gerade mal zwei Neuzugänge verzeichnete die Kette 2017; einer davon war ein Thomas-Cook-Franchisenehmer der ersten Stunde, der mit ein bisschen öffentlichem Tamtam zu Derpart überlief. Dass im Franchisesektor keine stärkere Fluktuation herrscht, ist nach Meinung von Neumann auch eine Folge des demografischen Wandels. Viele der Inhaber größerer Agenturen seien Ende 50 oder Anfang 60. In dieser Altersklasse sei die Wechselbereitschaft tendenziell geringer als bei jüngeren Veretretern des stationären Vertriebs.   

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