13. Juni 2017 – 21:16
trevifountainromeitaly2-may2007

Die römische Bürgermeisterin Virginia Raggi führt strenge Strafen zum Schutz der historischen Brunnen der Ewigen Stadt ein. So drohen Touristen, die in der Nähe von 40 historisch oder künstlerisch wertvollen Brunnen picknicken, sie verschmutzen oder darin baden, Strafen von bis zu 240 Euro. Streng verboten ist auch das Klettern auf die Brunnen sowie, Tiere oder Kleidung darin zu waschen.

Die Maßnahmen sollen historische Monumente wie den Trevi-Brunnen und den berühmten Barcaccia-Brunnen vor der Spanischen Treppe schützen. "Jeder muss die Schönheit Roms respektieren", erklärte Raggi, die Mitglied der populistische Fünf-Stern-Bewegung ist. Die Polizei sei zudem angewiesen worden, die historischen Plätze aufmerksamer als bisher zu beobachten. Der Erlass gilt zunächst bis Oktober.

13. Juni 2017 – 18:32
dirk-foeste-copyright-fm-fotomanufaktur-2

Besser spät als nie: Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat einen Ausschuss für Digitalisierung ins Leben gerufen. Dirk Föste von der Tui AG wurde im Rahmen der ersten Sitzung des neuen Ausschusses zum Vorsitzenden und Oliver Wulf, DRV-Vorstand mittelständische Reisemittler, zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Der Ausschuss habe "mit seiner Arbeit die ganze Breite der Branche im Blick", teilt der Verband mit.

Der neue Ausschuss soll  den Austausch mit branchenfremden Unternehmen fördern und von deren Expertise profitieren. Daher nehmen Experten zum Beispiel von Google und Amazon als ständige Gäste an den Ausschusssitzungen teil, um den Erfahrungsaustausch fruchtbarer zu gestalten. "Die Tourismusbranche muss sich im Wettbewerb mit den globalen Internetplayern zunehmend messen und sich gleichzeitig der hohen Dynamik der digitalen Entwicklung stellen, die uns der Kunde vorgibt. Umso wichtiger ist es, den Blick über den Tellerrand zu wagen, offen für neue Ideen zu sein und die Digitalisierung als Chance zu begreifen, den Kunden immer schneller und besser zu bedienen“, sagt Föste.

Der neue DRV-Ausschuss Digitalisierung wolle, so Föste weiter, den oft schwer greifbaren und oft missbrauchten Querschnittsbegriff Digitalisierung "entmystifizieren“ und in fassbare Handlungen für die Branche übersetzen. Zudem müsse sich die Branche mithilfe der Digitalisierung den steigenden Erwartungshaltungen der Kunden nähern.Ebenso wichtig werde es sein, sich mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen der Digitalisierung für die Reisebranche zu beschäftigen.

Ein weiterer Baustein des DRV auf dem Weg in die digitale Welt ist der kürzlich gestartete Digitalisierungs-Blog Reisen 4.0. Er soll als Informations- und Kommunikationsplattform rund um das Thema Digitalisierung dienen und das Sprachrohr der zukünftigen Ausschussarbeit sein.

13. Juni 2017 – 14:44
airberlinnikiheckbig

Wenn sich am Mittwoch die Aktionäre von Airberlin zur Hauptversammlung in London treffen, werden sie über die aktuellen Ereignisse rund um das Unternehmen bestens informiert sein. Denn seit Wochen ist ihr Unternehmen in den Schlagzeilen. Allerdings sind die in den seltensten Fälllen positiv. Zu  den jüngsten öffentlich gemachten Anekdoten zählt die des Passagiers, der erst 15 Minuten vor dem Boarding darüber informiert wurde, dass sein Flug von Stuttgart nach Berlin gestrichen sei. Und um das Maß voll zu machen, heißt es in der vom "Focus" verbreiteten Meldung, die Crew sei noch später davon in Kenntnis gesetzt worden als der Fluggast.

Mit solchen Hiobsbotschaften verschlechtert sich die Lage von Airberlin und ihrer österreichischen Schwestergesellschaft Niki täglich. Denn es ist unwahrscheinlich, dass viele Kunden angesichts zahlreicher Flugausfälle und Verspätungen sowie der wirtschaftlich angespannten Lage derzeit zu Neubuchungen bereit sind. Erst recht nicht, wenn sie zu wirtschaftlich tragfähigen Preisen oder gar langfristig erfolgen sollen.

Teure Flugausfälle und Verspätungen. Hinzu kommt, dass Verspätungen und Flugausfälle die Airline teuer zu stehen kommen, zumal immer mehr Passagiere über die Entschädigungsregelungen in solchen Fällen Bescheid wissen und die diversen Portale zur Einforderung von Fluggastrechten die Gunst der Stunde geschickt nutzen, um sich und ihre Services ins rechte Licht zu rücken. Allein das Portal Fairplane gibt an, in diesem Jahr schon 1,85 Millionen Euro für seine Kunden von Airberlin eingestrichen zu haben.

Auch die jüngsten Verkehrszahlen dürften nicht zur Entspannung beitragen. Denn im Mai beförderte Airberlin mit rund 2,2 Millionen Passagieren 18 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Auslastung sank um gut einen Prozentpunkt auf 79 Prozent. Ob Airberlin mit staatlicher Unterstützung rechnen kann, wie von Airline-Chef Thomas Winkelmann angefragt, ist zudem mindestens unsicher. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium hatte es dazu erst geheißen, Voraussetzung für eine Bürgschaft sei ein tragfähiges Zukunftskonzept des Unternehmens. Nun erklärte eine Sprecherin, die Prüfung der Anfrage werde "einige Wochen bis Monate" dauern. Auch Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries meldete sich zu Wort: "Die Situation von Air Berlin ist prekär, sonst würde so ein Antrag auf Bürgschaft nicht gestellt", sagte die SPD-Politikerin.

Gewerkschaft gegen Geld vom Staat. Aus der Politik waren in Sachen Bürgschaft in den vergangenen Tagen überwiegend ablehnende Stimmen zu vernehmen. Lediglich der Flughafenverband ADV, für den Airberlin ein Großkunde ist, äußerte sich zustimmend. Gegenwind kommt nun auch von der Flugbegleitergewerkschaft Ufo. Deren Tarifvorstand Nicoley Baublies hält "von Staatsbürgschaften in der jetzigen Situation nichts". Es stehe "nach Aussagen aller Beteiligten fest, dass Air Berlin nicht unabhängig bleiben kann und Lufthansa das Unternehmen übernehmen will". Darum solle der Marktführer jetzt "einen offenen Dialog mit dem Unternehmen und der Belegschaft" darüber führen, unter welchen Bedingungen eine Integration möglich sei. Es müsse dafür gesorgt werden, dass die Airberlin-Mitarbeiter "nicht zu irgendwelchen Tochterfirmen in Mallorca, Österreich oder gar Irland abgeschoben werden". Laut Baublies "geschieht das schon oder wurde angedroht." Staatshilfen seien nur denkbar, wenn sie als Vorbedingung jede Art von Tarifflucht ausschließen, um dann "einen reibungslosen Übergang" zu ermöglichen, erklärte Baublies gegenüber der "Rheinischen  Post".

Lufthansa könnte der große Gewinner sein. Recht entspannt kann dagegen der avisierte Partner oder Retter Lufthansa die Entwicklung beobachten. Grundsätzlich will er Airberlin als Schutzschild gegen ein weiteres Vordringen von Billig-Airlines wie Ryanair oder Easyjet gerne erhalten und ist, wie Vorstandschef Carsten Spohr mehrfach bekräftigte, auch an einer Übernahme interessiert. Allerdings nur, wenn deren Gesellschafter Etihad vorher die Schulden in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro trägt. Unter wettbewerbsrechtlichen Gesichtspunkten seien die Chancen dafür gar nicht schlecht, sagte nach Kartellrechtlers Martin Gramsch der Nachrichtenagentur DPA. Möglich sei etwa eine "Sanierungsfusion". In diesem Fall müsste die Lufthansa belegen, dass Air Berlin sonst von der Insolvenz bedroht wäre und aus dem Markt ausscheiden würde.

Falls aber doch alles daneben geht und Airberlin richtig in die Pleite schlittert, hat sich Lufthansa gegen unmittelbare Folgen abgesichert. Die meisten der 38 Airberlin-Jets, die für die Kranich-Airline fliegen, laufen mittlerweile über eigene Leasing-Verträge. Offenbar sehen auch die Analysten Lufthansa als  potenziellen Gewinner aus der Airberlin-Krise. Jedenfalls stieg der Aktienkurs der Fluggesellschaft seit dem Jahresbeginn um knapp 50, im vergangenen Monat um neun und am Dienstag um immerhin drei Prozent. Neben der Situation des nationalen Rivalen könnte allerdings auch die aktuelle Krise der Airlines in der Golfregion ihren Teil dazu beigetragen haben.

Christian Schmicke

12. Juni 2017 – 16:10
gefaelltmir

Das ergab eine exklusive Umfrage für das „Reise vor9 Magazin“, an der rund 200 Reisebüros teilnahmen. 60 Prozent der befragten Reisebüros sind demnach auf Facebook & Co. aktiv. Dabei dominiert eindeutig Facebook die Szene. 88 Prozent der Social-Media-Nutzer unter den Reisebüros posten dort Beiträge. Immerhin 52 Prozent nutzen allerdings auch Whatsapp, um mit ihren Kunden zu kommunizieren, 27 Prozent stellen Bilder auf Instagram. Alle anderen Plattformen sind dagegen für die Vertriebsprofis bedeutungslos.

Unter den Motiven für die Präsenz auf Facebook & Co. liegt Marketing an der Spitze. Gut zwei Drittel verwenden die Plattformen für diesen Zweck. Zur Imagebildung sind immerhin 63 Prozent dort aktiv, jeweils 58 Prozent verbreiten über diese Kanäle besondere Angebote und versuchen, den Kundenkontakt zu intensivieren. Als Beratungs-Tool oder Verkaufskanal betrachten die sozialen Medien nur rund 25 Prozent.

Keine Zeit. Unter denjenigen Reisebüros, die Social Media nicht nutzen, ist eine Mehrheit von 55 Prozent davon überzeugt, über ausreichend andere Verkaufskanäle zu verfügen. 39 Prozent sagen, sie haben dazu keine Zeit und 30 Prozent erklären, ihre Kunden lehnten diese Art der Kontaktaufnahme ab. Immerhin 23 Prozent räumen allerdings auch ein, dass sie sich mit den sozialen Medien nicht auskennen.

Wirklich intensiv sind die Aktivitäten in Social Media bei den meisten Vertretern des stationären Vertriebs nicht. Sehr viel Zeit verbringen damit knapp fünf Prozent, viel Zeit investiert ein knappes Viertel. Eine Mehrheit von 52 Prozent gibt an, "ein bisschen“ Zeit darauf zu verwenden.

Eher Bekanntheit als Umsatz. Ähnlich wie ihren Zeiteinsatz beurteilen die Reisebüros auch den wirtschaftlichen Stellenwert ihrer Arbeit in den sozialen Netzwerken. Einen erheblichen Beitrag zum Umsatz leisten sie nur in den Augen von vier Prozent. 13 Prozent sehen immerhin einen erkennbaren Beitrag, 23 Prozent registrieren einen kleinen Umsatzanteil, der dadurch generiert wird. Eine Steigerung des Bekanntheitsgrades registrieren 40 Prozent als Ergebnis dieser Form des Netzwerkens, rund ein Drittel glaubt, ihr Einsatz leiste einen Beitrag zur Verbesserung der Kundenbindung.

Mit wirklicher Ernsthaftigkeit widmen sich viele Büros den neuen Marketing- und Vertriebskanälen allerdings noch nicht. So erklären einige von ihnen in Kommentaren, diesbezügliche Aktivitäten seien eher ein Hobby als ein relevanter Teil ihres Geschäfts. Und so mancher gibt an, die Facebook-Aktivitäten erledige der Lehrling. Das entspricht sicher dem leichteren Zugang der "Digital Natives" zu diesem Thema. Ohne Risiko ist ein solches Vorgehen angesichts der hohen Shitstorm-Anfälligkeit von Facebook-Posts aber nicht.

Christian Schmicke

12. Juni 2017 – 14:21
paragraphwikipedia

Das stellt das Auswärtige Amt unter Berufung auf die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate fest. Am 5. Juni hatten die Emirate die diplomatischen Beziehungen zu Katar mit sofortiger Wirkung abgebrochen. Seit dem 6. Juni sind bis auf weiteres alle Flüge zwischen den Emiraten und Katar ausgesetzt, auf dem Luftweg gelangen Reisende damit nicht mehr via Doha in die VAE.

Grundsätzlich gelten allerdings für die Einreise deutscher Staatsangehöriger weiterhin ungeachtet eines möglichen katarischen Aufenthaltstitels die üblichen Einreisebestimmungen, so das Auswärtige Amt. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Mitarbeiter von Fluggesellschaften beim Check-in oder Grenzbeamte hierüber nicht im Detail informiert seien, teilt die Behörde mit.

Sympathie für Katar  steht unter Strafe. Wer nach Dubai, Abu Dhabi oder in die anderen Emirate einreist, sollte übrigens auf "öffentliche Sympathiebekundungen für Katar", zum Beispiel in sozialen Medien oder auf mündlicher Ebene, unbedingt verzichten. Nach Information der regionalen Nachrichtenseite "Gulf News", die sich auf den Generalstaatsanwalt der Emirate beruft, werden diese nun mit bis zu 15 Jahren Gefängnis oder Geldstrafen von bis zu 120.000 Euro geahndet.

12. Juni 2017 – 13:58
kualalumpurflickrnaimfadil

Vom 1. Juli an kassiert Malaysia von Touristen und Geschäftsreisenden eine Steuer, deren Höhe von der  Kategorie der gebuchten Unterkunft abhängt. Sie beginnt bei umgerechnet 52 Cent pro Zimmer und Nacht für einfache Unterkünfte und reicht bis zu 4,20 Euro für die Luxushotellerie. Die Summe soll bei der Abreise von den Hotels eingenommen und an die Behörden abgeführt werden. Ausgenommen davon sind die so genannten Homestays, bei denen Gäste in Familien übernachten, sowie nicht-kommerzielle religiöse Unterkünfte und Etablissements mit weniger als zehn Zimmern.

Mit den Einnahmen aus der Steuer, die die Regierung auf rund 150 Millionen Euro schätzt, sollen das Tourismusmarketing  des Landes sowie die Erhaltung touristischer Attraktionen finanziert werden. Der malaysische Staat hatte seine Zuwendungen dafür reduziert, nachdem sich seine Einnahmen angesichts gesunkener Ölpreise ebenfalls verringert hatten. Die Reduzierung seines Budgets bedeute nicht, dass dem Tourismus keine große Bedeutung beigemessen werde, wird Tourismusminister Mohammed Nazri Abdul Aziz am Sonntag zitiert. Doch es gebe eben noch wichtigere Prioritäten, wie zum Beispiel die Entwicklung des ländlichen Raumes, Gesundheit, Bildung oder Verteidigung. Deshalb müsse der Tourismus selbst nun mehr zur Finanzierung von Marketing und Infrastruktur beitragen.

Dass die neue Steuer unter Kunden und touristischen Unternehmen aus den Quellmärkten nicht viele Anhänger findet, liegt auf der Hand. Doch auch in Malaysia selbst ist die Maßnahme umstritten. So hatten sich etwa die Tourismusorganisationen von Langkawi und Sarawak entschieden gegen die Steuer ausgesprochen, weil sie dadurch Wettbewerbsnachteile gegenüber Nachbarländern wie Thailand und Nachfrageeinbußen befürchten. Die Regierung des Bundesstaates Sarawak im Nordwesten der Insel Borneo hat nach einem Streit zwischen Malaysias Tourismusminister Mohammed Nazri Abdul Aziz und seinem Counterpart auf der Ebene des Bundesstaates sogar den Abzug ihres Vertreters aus der nationalen Tourismusmarketing-Behörde Tourism Malaysia verkündet. Begründung: Der Bundesstaat besitze mit dem Sarawak Tourism Promotion Board eine eigenen touristische Vertretung und müsse daher in der nationalen Organisation nicht vertreten sein. Eine Doppelung dieser Funktionen sei überflüssig.

Christian Schmicke

11. Juni 2017 – 19:19
airberlina330fotowwwfotografiewiesede

Rund um die krisengeplagte Airberlin spitzt sich die Situation immer weiter zu. Neben ihren Finanzen hat die Airline auch den operativen Betrieb weiterhin nicht im Griff. Die "Welt" berichtet unter Berufung auf Daten des Fluggastportals EU Claim, die Zahl ausgefallener und verspäteter Flüge sei im Juni noch größer als im Mai. So habe es im Juni bisher im Schnitt jeden Tag 24 sogenannte Problemflüge gegeben. In den ersten fünf Monaten des Jahres seien es 18 pro Tag gewesen. Als Problemflüge wurden Annullierungen und Verspätungen von mehr als drei Stunden gewertet. Den Negativrekord in diesem Monat hält demnach der 1. Juni, an dem es zu 47 Problemflügen, darunter 44 Streichungen und 3 Verspätungen, gekommen sei. Seit der Einführung des Sommerflugplans am 26. März seien 1.541 Flüge von Airberlin von und nach Deutschland ausgefallen.

Unterdessen versucht der Airberlin-Vertrieb die Gemüter zu beruhigen – vor allem im Hinblick auf Befürchtungen, die Airline könnte den Flugbetrieb einstellen. "Die Tickets sind sicher. Die Kunden können beruhigt bei uns buchen", erklärte Vertriebsvorstand Götz Ahmelmann gegenüber der "Rheinischen Post". "Die Buchungszahlen sind stabil. Die Flugzeuge sind gut gefüllt. Es hat sich für uns operativ und finanziell nichts geändert." Ungeachtet der Tatsache, dass sich Airberlin um staatliche Bürgschaften bemüht, müssten Passagiere nach Auskunft der Fluggesellschaft nicht um die Gültigkeit ihrer gekauften Tickets bangen.

Bürgschaftsantrag bleibt ein Thema. Gleichwohl bleibt auch die Anfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrags bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen, die am vergangenen Donnerstag erfolgt war, in den Schlagzeilen. Ein solcher Schritt ist der übliche Weg für den Fall, dass Unternehmen in einem zweiten Schritt dann tatsächlich einen Bürgschaftsantrag stellen. In welcher Höhe sich die mögliche Bürgschaft gegebenenfalls bewegen würde, ist nicht bekannt.

Das Land Berlin werde die Bürgschaftsanfrage gemeinsam mit dem Bund prüfen, teilte die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop der Nachrichtenagentur "DPA" mit. Airberlin selbst müsse "jedoch Hausaufgaben machen und den Flugbetrieb wieder stabilisieren, um verloren gegangenes Vertrauen der Kunden wieder zurückzugewinnen“. Auch Vertreter anderer Parteien äußerten sich eher skeptisch zur Frage staatlicher Unterstützung. Am Fretag schaltete sich der Bund in die Sache ein. Das Bundeswirtschaftsministerium habe entschieden, die Anfrage des Unternehmens gemeinsam mit den Ländern Berlin und Nordrhein-Westfalen zu prüfen, sagte eine Sprecherin. Mit einer Entscheidung in dieser Frage sei aber keine Entscheidung darüber verbunden, ob tatsächlich Geld zur Stützung der Fluggesellschaft ausgezahlt werde.

Belohung für schlechtes Management? Auch bei Experten außerhalb der Politik ist das Anliegen umstritten. Der Wettbewerbsexperte und Universitäts-Professor Justus Haucap erklärte gegenüber der "Rheinischen Post":  "Das würde nur eine falsche Geschäftspolitik und schlechtes Management belohnen." Der Wettbewerb im Luftverkehr funktioniere, meint Haucap. Dazu gehöre auch, "dass schlecht gemanagte Unternehmen aus dem Markt ausscheiden, so bitter das für die Angestellten auch sein mag." Bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von "Spiegel Online" sprachen sich fast 70 Prozent der Teilnehmer ebenfalls gegen Staatshilfen für Airberlin aus.

Rückendeckung erhält die notleidende Fluggesellschaft unterdessen vom Flughafenverband ADV. "Ich kann nur hoffen, dass dem gestellten Bürgschaftsantrag entsprochen wird", zitiert die "Rheinische Post" ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.Und: "Eine zweite große deutsche Airline im Markt wäre wünschenswert - gerade aus Sicht der Reisenden."

Gewerkschaftsvertreter forderten das Management der Airline indes auf, den Mitarbeitern umgehend und ehrlich die Lage zu beschreiben. "Sie müssen die Beschäftigten informieren, was Fakt ist“, sagte die zuständige Verdi-Sekretärin Anja Schlosser der Nachrichtenagentur "DPA". Im Moment wisse niemand, wohin die Reise gehen soll.

Und die Zeitung "Die Welt" spielt seit Freitag den Kundenanwalt. Sie startete eine "große Leseraktion" und forderte diese auf, über ihre Erlebnisse zu berichten. O-Ton: "Was wir jetzt brauchen, ist eine große Community, in der Betroffene ihre Erfahrungen teilen, die schlechten, aber natürlich auch die guten."

08. Juni 2017 – 15:54
bavaria-fernreisen

Der Gruppenreisespezialist mit Sitz in Bad Vilbel will seine Vertriebsbasis erweitern und arbeitet dafür mit der Mediplus-Vertriebstochter Fit & Vital Reisen zusammen. Durch die Kooperation werde Bavaria Fernreisen die Präsenz im stationären Vertrieb von bisher rund 1.000 auf 4.800 Reisebüros ausbauen, sagt Geschäftsführerin und Firmengründerin Kerstin Huber. Bislang war das Unternehmen ausschließlich über Traffics buchbar. Jetzt kommen auch Start, Toma und Bistro hinzu. Das Veranstalterkürzel heißt BAV. Neben der Öffnung der neuen Vertriebskanäle übernimmt Tour & Vital Reisen auch die Abwicklung der Provisionszahlung.

Huber ist optimistisch, dass sie den Umsatz über Reisebüros auf diese Weise verdoppeln kann. Nicht in den gängigen CRS-Systemen buchbar zu sein, sei für viele mögliche Vertriebspartner ein Hinderungsgrund gewesen, mit ihrem Unternehmen zusammenzuarbeiten, weiß sie. Bislang kam rund ein Fünftel der 7,4 Millionen Euro, die der Anbieter 2016 umsetzte, über den stationären Vertrieb. Der Gruppenreiseveranstalter, der sich in Deutschland als Marktführer bei China-Reisen sieht, will neben der Vertriebsoffensive auch seine Produktpalette erweitern – vor allem den Bereich der Fern- und Europareisen, wie Huber erläutert.

Für Dieter Werner, Geschäftsführer von Tour & Vital Reisen, ist die Zusammenarbeit mit Bavaria Fernreisen der erste Schritt auf dem Weg, weitere Partner für seine Vertriebsplattform zu gewinnen. "Seit unserer Gründung im Jahr 2015 war es erklärtes Ziel, weitere Veranstalter mit aufzunehmen", sagt er, und: "Wir werden mit großer Sicherheit neben Mediplus Reisen und Bavaria Fernreisen noch in diesem Jahr einen weiteren Partner mit unserem Vertriebs-Know How unterstützen." Da die Bereiche Gruppenreisen und Gesundheitsurlaub nun abgedeckt sind, wäre ein Kreuzfahrtanbieter sicher ein passender Kandidat.

Christian Schmicke

08. Juni 2017 – 14:53
airberlinnikiheckbig

Aus dem ursprünglich vereinbarten gemeinsamen Ferienflieger von Tui und Etihad Airways wird nichts. Etihad wolle die österreichische Fluggesellschaft Niki nicht mehr wie vereinbart von Airberlin loslösen und mit der TUI-Tochter Tuifly verschmelzen, heißt es aus der Tui-Zentrale in Hannover. Der Airberlin-Gesellschafter strebt offenbar eine Gesamtlösung für Airberlin und deren Tochter Niki an, die das Ferienfluggeschäft der hoch verschuldeten Beteiligung übernommen hat.

Wie diese Lösung aussehen soll, dazu hüllen sich die Beteiligten in Schweigen. Airberlin-Chef Thomas Winkelmann hatte in den vergangenen Tagen erklärt, dass seine Airline weiterhin dringend einen Partner sucht und dabei erneut seinen früheren Arbeitgeber Lufthansa ins Spiel gebracht. Deren Chef Carsten Spohr wiederum hatte sich in den vergangenen Wochen wiederholt an Airberlin interessiert gezeigt - allerdings nur, wenn Etihad zunächst die Schulden von Airberlin begleiche und wenn die diesbezüglichen kartellrechtlichen Fragen geklärt seien.

Auch was die jüngste Wende im Partnerschaftsgeschacher für Tuifly bedeutet, ist noch nicht klar. Sebastian Ebel, Mitglied des Tui-Vorstandes für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Polen, erklärt dazu: "Strategisch macht eine starke europäische Touristik-Airline weiter sehr viel Sinn. Denn der Luftverkehr in Deutschland ist durch Überkapazitäten geprägt. Niki steht aber nicht mehr für ein Joint Venture zur Verfügung. Wir werden die Neupositionierung der deutschen TUI fly weiter vorantreiben, um für die Airline und ihre Mitarbeiter eine langfristige Perspektive zu entwickeln." Offenbar traf der Schritt von Etihad Tui nicht völlig unvorbereitet. Konzernchef Friedrich Joussen hatte gegenüber den Medien in letzter Zeit wiederholt offen gelassen, ob und wann unter den Vertrag tatsächlich die Unterschriften gesetzt werden könnten.

TUI sei "weiterhin bereit, zur Stabilisierung des deutschen Luftverkehrsmarktes beizutragen" und bleibe "offen für eine Partnerschaft oder die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen, wenn dies dem strategischen Ziel diene, diesen Markt neu zu gestalten", erklärt Ebel nun. Für die Flügpläne der beteiligten Airlines habe der geplatzte Deal keine unmittelbaren Konsequenzen, betonen sowohl Airberlin als auch Tui.

Christian Schmicke

07. Juni 2017 – 13:45
daldrupmarkusalltours

Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Kernaussage jeder Katalogvorstellung der großen Reiseverantalter "Billiger als im Vorjahr" hieß. Floskeln wie "preisaggressiv" oder "Preisführerschaft" erfreuten sich inflationärer Beliebtheit. Zu denjenigen, die in dieser Hinsicht besonders zuverlässig waren, zählte Alltours-Chef Willi Verhuven. Sein Unternehmen wurde damit sozusagen groß. In den vergangenen Jahren setzte im Hinblick auf die Preisbotschaften allerdings eine Trendwende ein. In einer Art stiller Übereinkunft bemühten sich die Veranstalter, das Preisthema in den Hintergrund und die qualitativen Vorzüge des eigenen Portfolios in den Vordergrund zu rücken. Der Slogan "Billiger als im Vorjahr" hatte ausgedient. Er war zum Synonym für ruinöse Preiskämpfe geworden, mit denen sich die Branche sehenden Auges der eigenen Marge beraubte. Die Preiskämpfe gingen indes munter, durch neue technologische Möglichkeiten eher noch verstärkt, weiter, spielten aber  in der Außendarstellung der Veranstalter keine große Rolle mehr.

Nun feiert das Preis-Mantra seine Rückkehr. "Preisaggressiv wie selten zuvor" will Markus Daldrup, Verhuvens Nachfolger im Alltours-Veranstaltergeschäft, in die nächste Wintersaison gehen, um so einen Umsatz- und Gästezuwachs von fünf Prozent zu erreichen. Ein Drittel der Reisen sei im Winter 2017/18 um rund drei Prozent günstiger als im Vorjahr, so Daldrup, und: "Nahezu alle weiteren Angebote bleiben preisstabil".

Dass dabei Ägypten eine zentrale Rolle spielt, verwundert nicht. Nach übereinstimmenden Aussagen aus Veranstalterkreisen hat sich die Nachfrage für Urlaub am Roten Meer aktuell erholt. Und so will Daldrup mit 94  Hotels im Katalog 30 bis 50 Prozent mehr Ägypten-Gäste generieren als im Vorwinter, in dem die Nachfrage freilich extrem schwach war. Die Preise seien unterdessen niedrig geblieben und sogar noch leicht gesunken, versichert der Alltours-Chef.

Doch auch in den spanischen Zielgebieten, die im Zuge der Schwäche der Türkei, Ägyptens und Tunesiens einen bis dahin ungekannten Zulauf verzeichneten, werde man die Preise nicht über das Niveau des Vorwinters steigen lassen, beteuert Daldrup. In den Alltours-eigenen Allsun-Anlagen auf Mallorca, von denen im Winter immerhin 15 geöffnet bleiben, sollen sie sogar leicht darunter bleiben. Auf der Baleareninsel plant das Unternehmen selbstbewusst ein Wachstum von zehn Prozent ein. Auch im volumenstärksten Winterziel, auf den Kanaren, sollen die Preise stabil bleiben oder leicht sinken. Dort will der Veranstalter nach rund 200.000 Gästen im Vorjahr drei Prozent Wachstum erreichen.

Neben "Preisaggressivität" und dem "bislang umfassendsten Programm" überhaupt sollen auch einige neue Ziele für mehr Gäste und Umsatz sorgen. Neu dabei sind im Winter Malta, die Azoren, Bahrain, Myanmar, Singapur und Vietnam. "Damit unterstreichen wir unsere Entwicklung zu Vollsortimenter", sagt der Alltours-Chef.

Christian Schmicke

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Zu den Datenschutzbestimmungen ... Zustimmen