Der neue Reise vor 9 Magazin ist da!

27. April 2018 – 10:24
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Endlich mal positive Schlagzeilen: Die Bahn hat in einem ICE für ihren Kooperationspartner Douglas ein Beauty-Abteil eingerichtet und mit großem Tamtam der Öffentlichkeit präsentiert. Doch wenn Bahnfahrer nach dem ganzen Medienrummel nun im ICE das Beauty-Abteil suchen, dann haben sie Pech. Denn der Zug, der seine Reisenden schöner macht, fährt gar nicht regelmäßig, sondern nur zu bestimmten Events. Etwa zur Fête de la Musique und zur Fashion Week nach Berlin, zum MS Dockville Festival in Hamburg oder zum Oktoberfest nach München. Weitere Termine stehen noch nicht fest und sollen auch den Websites von Bahn und Douglas angekündigt werden.

Das Aufhübschen ist für die Fahrgäste kostenlos – eine gültige Fahrkarte für den Zug reicht aus. Eine Anmeldung im Voraus ist auch nicht notwendig. Wer sich verschönern lassen will, kommt einfach während der Fahrt im Douglas-Abteil vorbei. Zu den kosmetischen Behandlungen zählen Hautreinigung- und pflege sowie eine individuelle Hautanalyse. Fahrgäste können ihr Make-Up auffrischen lassen, individuelle Schminktipps bekommen oder eine Express-Typberatung der „Beauty-Artists“ von Douglas in Anspruch nehmen.

26. April 2018 – 13:50
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„Swimming prohibited“ warnt ein Schild am Cable Beach: Der bekannte Strandabschnitt im westaustralischen Broome ist nach einem gefährlichen Quallenangriff geschlossen. Gestern war eine junge Frau dort von Irukandji-Quallen gestochen worden. Diese Würfelquallen sind zwar nur wenige Zentimeter groß, aber ihre Attacken können für Menschen tödlich sein. Besonders tückisch ist, dass die Stiche zunächst nicht schmerzhaft sind, die Wirkung tritt erst nach rund einer halben Stunde auf.

Die Frau schwamm in der Nähe der australischen Stadt Broome im Indischen Ozean, als sie auf die Quallen traf. Nach einem Bericht des australischen Fernsehsenders ABC fuhr sie noch alleine ins Krankenhaus. Ihr Zustand ist stabil. Der Strand wurde zunächst geschlossen. Der Rettungsdienst Surf Life Saving WA bringt dort nun Quallennetze aus. Danach dürften die Australier den Cable Beach wieder öffnen.

Erst vor zwei Wochen war ein 14-jähriges Mädchen weiter nördlich an der Pilbara Coast von Irukandji-Quallen angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden.

25. April 2018 – 17:48
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Flusskreuzfahrten in Portugal boomen. Nach einem Plus von 18 Prozent 2016 gingen vergangenes Jahr noch einmal 14 Prozent mehr Gäste an Bord. Bald dürften es noch mehr werden, denn 2019 erschließt auch A-Rosa Flussschiff den Douro für sich. „Wir setzen mit dem neuen Fahrtgebiet, wie bereits vor einigen Wochen angekündigt, den nächsten wichtigen Schritt für unser weiteres Wachstum“, sagt Geschäftsführer und Gesellschafter Jörg Eichler.

Kleines Schiff mit Annehmlichkeiten

Für den Douro lässt Eichler eigens ein neues Schiff bauen. Der noch namenlose Neubau wird im Mai 2019 getauft. Mit einer Länge von knapp 80 Metern und vier Decks hat das Schiff eine Kapazität von maximal 126 Passagieren. Es ist mit vielen Annehmlichkeiten wie großzügige Kabinen und Suiten, Pool sowie einen Fitness- und Wellnessbereich mit Sauna ausgestattet.

Das neue Schiff wird im Wochenturnus von Porto aus den Douro hochfahren. Der Fluss entspringt in Nordspanien und schlängelt sich über 900 Kilometer bis in den Atlantik bei Porto. Rund 200 Kilometer des Douro sind mit Flussschiffen befahrbar, mit drei Schleusen unterwegs. Start und Ende sind jeweils mittwochs. Der neue Katalog mit den Douro-Reisen erscheint am 4. Mai, eine Extra-Broschüre zum neuen Fahrtgebiet kommt kurz danach.

Wie bei den anderen Reisen auch, positioniert Marketing-Experte Eichler seine A-Rosa-Trips als Städte- und Naturreisen. Das Wort Schiff oder Kreuzfahrt steht nicht einmal auf dem Titel des Katalogs, nur die Flüsse. Und Eichler nimmt klar das Premiumpublikum ins Visier. „Der Markt spreizt sich“, sagt er. Luxus wachse und Budget auch, A-Rosa habe sich klar für Premium entschieden. Auch gutsituierte Familien hat er stärker im Auge. Vergangenes Jahr waren 2.000 Kinder an Bord.

A-Rosa mit 17 Prozent Buchungsplus

Eichlers Strategie geht offenbar auf. Zwar gebe es auch bei A-Rosa gelegentlich günstige Angebote. „Der Basistarif hat aber nur 0,5 Prozent Anteil an unserem Geschäft.“ Bei gleicher Flotte stiegen die Gästezahl auf 88.000 und der Umsatz auf 87,3 Millionen Euro, beides um sechs Prozent. Dieses Jahr erwartet Eichler abermals ein Plus. „84 Prozent der Kapazität ist im Kasten. Die Buchungen liegen 17 Prozent im Plus.“ Besonders hoch sei die Nachfrage für den „Premium alles inklusive Tarif“.

23. April 2018 – 15:55
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Nachwuchsmangel überall, auch im Reisebüro. Doch woran liegt das? Reise vor9 hat Azubis gefragt, ob ihnen ihr Beruf gefällt und was daran nicht. Ihre Wünsche an die Chefs: eine bessere Bezahlung und Respekt und die Wertschätzung ihres Beitrags im Unternehmen. Groß ist auch die Nachfrage nach Seminaren und Inforeisen während der Ausbildung. Aber nur vier von zehn sind sicher, dass sie in dem Beruf bleiben wollen.

Warum haben Sie sich für die Ausbildung im Reisebüro entschieden?

73% weil ich gerne mit Menschen zu tun habe

57% weil ich Spaß am Verkaufen habe

35% weil ich später mal im Ausland arbeiten will

23% weil ich günstig reisen möchte

16% weil ich später ein eigenes Reisebüro haben möchte

Bei dieser Frage gehen die Vorstellungen von Chefs und die Aussagen der Azubis weit auseinander. Denn die Ausbilder glauben, dass selbst günstig die Welt kennenzulernen der wichtigste Grund bei der Berufswahl ist. Viele schwärmen von ihrem Beruf. „Man lernt die Welt besser kennen, kann kreativ sein und hat es mit einem Thema zu tun, mit dem man sich auch selbst identifizieren und Menschen glücklich machen kann.“ Ein anderer wählte den Beruf, „weil es nichts Schöneres gibt, als den Leuten bei ihren schönsten Tagen im Jahr behilflich zu sein – ich schicke die Leute gern in den Urlaub.“ Und noch ein Azubi freut sich, „mit meiner Arbeit Menschen glücklich machen zu können“.

Entspricht der Beruf Ihren Erwartungen?

86% ja

14% nein

„Der Beruf bereitet mir sehr viel Freude. Allerdings bin ich momentan in einem Büro, in dem es sehr wenig zu tun gibt und immer wieder lange Leerläufe oder Tage ohne Kundengespräche… Ich hätte lieber etwas mehr zu tun, denn nur so lernt man und fühlt sich sicherer bei Kundengesprächen.“ Wohl dem, der solche Azubis hat. „Ich liebe meinen Job“, schreibt ein anderer.

Was gefällt Ihnen am Beruf der Tourismuskaufleute besonders und was gar nicht?

Diese Frage haben wir offen gestellt. Die Antworten fielen entsprechend vielfältig aus. Es gefällt vor allem der Kontakt zu Menschen und die immer wieder neuen Aufgaben. „Jedesmal ist es spannend, was der Kunde möchte, wenn er zur Tür reinkommt oder anruft. Jeden Tag steht man vor neuen Herausforderungen“, freut sich ein Azubi. Dass sie immer dazulernen, ist für viele ein Plus. Man erfahre immer wieder Neues über die Welt. Roadshows und Inforeisen, bei denen man Kollegen trifft, loben andere.

Die häufigste negative Nennung ist die Bezahlung. „Das Gehalt ist unglaublich schlecht“, schreibt jemand.  Kritisiert wird auch die Arbeitszeit im Reisebüro, besonders der Wochenenddienst. Auch an Kritik an Kunden mangelt es nicht. Sie haben schlechte Laune, sind unzufrieden, unfreundlich und manchmal gar unverschämt. Sie würden die Arbeit nicht schätzen. Einen anderen nerven „Besserwisser-Kunden und Situationen, in denen ich nicht sofort eine Antwort parat habe“.

Wollen Sie den Beruf nach Abschluss Ihrer Ausbildung weiter ausüben?

42% ja

34% weiß noch nicht

24% nein

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, und wenn jeder vierte Azubi schon jetzt weiß, dass er den Beruf wechseln will, spricht das nicht unbedingt für die Reisebranche. Manch einer bricht gleich ab. Andere wollen studieren, weil „mir Gehalts- und Berufsaussichten im Reisebüro sehr schlecht erscheinen“. Die Gehälter sind immer wieder Thema. „Die Bezahlung im Vergleich zu anderen kaufmännischen Berufen miserabel“. Vielen macht der Beruf zwar Spaß, aber „aber nicht für den Rest meines Lebens“.

Die vollständige Umfrage unter mehr als 300 Azubis, Chefs und Kollegen zum Thema Ausbildung lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Reise vor9 Magazins. Wussten Sie schon, dass jedes Reisebüro ein Abonnement kostenlos erhält? Wenn Ihre Agentur noch nicht im Verteiler ist, einfach eine E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

22. April 2018 – 14:03
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Reisebüros haben künftig keine Ausrede mehr: Im Vergleichssystem der Reiseprofis, dem Bistro-Portal, sind nachhaltige Urlaubshotels künftig mit einem einheitlichen Symbol gekennzeichnet. Expedienten erkennen in der Hotelliste sofort, welche Ferienanlage bei einem anerkannten Öko-Label zertifiziert ist und sie können sich gezielt nur nachhaltige Hotels anzeigen lassen. Zurzeit sind 6.000 grüne Häuser weltweit erfasst.

„Mit der Entwicklung einer einheitlichen Kennzeichnung für nachhaltig zertifizierte Reiseprodukte haben wir in der Branche den notwendigen Impuls für die Nachhaltigkeit gegeben. Und die positive Resonanz zu diesem Projekt zeigt, dass es Zeit war, diesen Schritt zu gehen“, sagt Harald Zeiss, Vorstandsvorsitzender des Nachhaltigkeitsvereins Futouris. Nach Hotels sollen künftig weitere Reiseleistungen gekennzeichnet werden. „Der Anfang ist gemacht.“

In der Pilotphase haben Lufthansa City Center und der Eigenvertrieb der DER Touristik seit Herbst die Kennzeichnung in ihren Reisebüros eingesetzt. „Die Ergebnisse der Befragung unserer Reisebüros zeigen, dass Nachhaltigkeit für den Kunden relevant ist und in der Beratung einen echten Mehrwert bietet. Allerdings müssen die entsprechenden Angaben in den Informationssystemen weiter ergänzt und fortlaufend aktualisiert werden“, sagt LCC-Geschäftsführer Andi-Julian Leta.

Alexander Breitkreutz, Geschäftsführer Reisebürobeteiligungen und Bereichsleiter IT und Prozesse DER Reisebüro, ergänzt: „Wichtig ist es, als nächstes beispielsweise genaue Hinweise zu den Nachhaltigkeitsaktivitäten der Hotels zu ergänzen, damit unsere Mitarbeiter in den Reisebüros Detailfragen zum Thema Nachhaltigkeit optimal beantworten können.“ Das ist geplant. Derzeit wird das jeweilige Zertifikat mit einem Link genannt. Detaillierte Informationen zu den Nachhaltigkeitsmaßnahmen der zertifizierten Hotels sollen folgen.

Die einheitliche Kennzeichnung nachhaltiger Hotels hält auch Einzug in die Kataloge. Als erster Reiseveranstalter hatte Thomas Cook das Signet in die Sommerkataloge 2018 seiner Marken aufgenommen, zur Wintersaison folgt nun FTI. „Wir glauben fest an die Relevanz der Nachhaltigkeit für den Kunden“, sagt FTI-Geschäftsführer Ralph Schiller. Mit der Integration des Signets im Katalog und in den Buchungssystemen werde die Suche nach grünen Hotels für Expedienten und Kunden deutlich leichter.

19. April 2018 – 21:18

Noch immer herrscht in Reisebüros große Verunsicherung, was mit der Pauschalreiserichtlinie auf den Vertrieb zukommt. Neben der Bürokratie mit den Formularen sehen Experten vor allem die Absicherung von Kundengeldern und die Veranstalterhaftung als Risiken. Die Allianz der Reisebürokooperationen QTA, der 8.800 Agenturen angeschlossen sind, will das Problem mit einem neuen Versicherungspaket lösen. Eine Basisabsicherung soll es ab 135 Euro pro Jahr geben.

„Aufgrund der neuen gesetzlichen Bestimmungen kann es allein durch einen Formfehler passieren, dass Reisevermittler als Veranstalter einer Reise haftbar gemacht werden“, sagt QTA-Sprecher Thomas Bösl. „Diese ungewollte Reiseveranstaltertätigkeit kann zu erheblichen finanziellen Risiken führen, die aufgrund unserer empfohlenen Versicherungslösungen minimiert werden.“

Insolvenzabsicherung im Paket enthalten

Zudem müssten Reisebüros vermittelte Reiseleistungen teilweise gegen ihre eigene Insolvenz absichern. Dafür können sie nun mit einem vereinfachten Prozedere eine neue Versicherung abschließen. Ohne Sicherheiten werden damit Kundengelder aus Agenturinkasso für verbundene Reiseleistungen bis zu einem Umsatz in Höhe von jährlich 500.000 Euro abdeckt.

Die Versicherungspakete schützen außerdem vor Schadenersatzansprüchen wegen der Verletzung von Informations-, Beratungs- und Sorgfaltspflichten vor, wenn beispielweise falsche Reiseauskünfte erteilt oder ausländische Rechtsvorschriften verletzt wurden. Ebenso wichtig ist eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Vermittlungsfehler.

18. April 2018 – 15:38
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Georg Hesse, CEO der Holidaycheck Group, redet nicht um den heißen Brei herum. „Ich finde, dass die Reisebranche nicht sonderlich kundenorientiert ist“, sagt der Ex-Amazon-Manager im Interview mit Reise vor9. „Da fehlt es noch an vielen Ecken. Es gibt keine richtige Benchmark, keinen Leuchtturm wie Amazon oder Zappos im Handel, die extrem kundenorientiert sind und vormachen, wie es geht.“

Zwar behauptet praktisch jeder, dass bei ihm der Kunde im Mittelpunkt stehe, doch das lässt der Holidaycheck-Chef nicht gelten. „Ich habe wirklich noch keinen gefunden, der mir sagen konnte, wer in der Touristik Vorbild für Kundenorientierung ist.“ Es gehe nicht darum, ein nettes Leitbild zu formulieren, sondern es wirklich umzusetzen. „Solange es nichts kostet, sind alle Unternehmen kundenfreundlich.“

Masse an Preisänderungen ein Zumutung

Hesse kritisiert insbesondere die Datenqualität der Reiseveranstalter. „Fragen Sie mal, wie viel Prozent der Preise, die Reiseveranstalter ausspielen, richtig sind. Oder wie viel Prozent der Verfügbarkeiten stimmen. Wir reden hier nicht davon, dass einer von hundert falsch ist, sondern zwei von zehn.“ Das sei in keiner anderen Branche vorstellbar, so der Holidaycheck-Manager. „Das Verständnis dessen, was man einem Urlauber zumuten kann, ist meiner Meinung nach völlig inakzeptabel.“

Hier macht Hesse den Reiseveranstaltern Druck. „Das Thema Datenqualität gehen wir aggressiv an.“ Holidaycheck nehme Partner aus dem System, wenn ihre Informationen zu schlecht seien. „Ich glaube, alle haben schon mal gespürt, dass wir es ernst meinen. Das hat schon einiges bewirkt.“

Holidaycheck könnte näher an Reisebüros rücken

Dass viele Reisebüros Holidaycheck für die Kundenberatung nutzen, stört Hesse nicht. „Es ist gut, dass Holidaycheck für alle eine relevante Plattform ist. In fünf Jahren ist Holidaycheck eher noch vernetzter mit der Industrie als heute. Und da gehören vielleicht auch die Reisebüros dazu – viele machen einen tollen Job bei der Kundenberatung. Ich glaube, dass wir eher näher an sie rücken, als uns weiter zu entfernen.“

Das vollständige Interview mit Holidaycheck-CEO Georg Hesse lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Reise vor9 Magazins. Wussten Sie schon, dass jedes Reisebüro ein Abonnement kostenlos erhält? Wenn Ihre Agentur noch nicht im Verteiler ist, einfach eine E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

18. April 2018 – 12:30

Reisebüros können sich bei falschen oder irreführenden Beschreibungen von Reiseleistungen auf ihrer Internetseite nicht damit aus der Haftung herausreden, dass die Angaben vom Reiseveranstalter stammen. Das hat das Oberlandesgericht München nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBZ) gegen Comvel und ihr Reiseportal Weg.de entschieden. Das Urteil könnte weitreichende Folgen für die Online-Auftritte aller Reisebüros haben.

„Das Gericht hat klargestellt, dass sich Vermittler nicht völlig von der Haftung für falsche Angaben freizeichnen können“, so Kerstin Hoppe, VZBV-Rechtsreferentin. „Wenn der Vermittler zum Beispiel aufgrund von Kundenbeschwerden weiß, dass die Hotelbeschreibung des Reiseveranstalters nicht stimmt, muss er die Angaben korrigieren. Er kann sich nicht darauf berufen, dass immer nur der Reiseveranstalter verantwortlich ist.“

Die Verbraucherschützer hatten die Geschäftsbedingungen von Comvel beanstandet. Dort stand bislang: „Angaben über vermittelte Beförderungen oder andere touristische Leistungen beruhen ausschließlich auf den Angaben der verantwortlichen Leistungsträger Comvel gegenüber. Sie stellen keine eigene Zusicherung von Comvel gegenüber dem Reiseteilnehmer dar.“ Diese Klausel hat das OLG nun kassiert und keine Revision zugelassen.

Die Richter stellten klar, dass es sich bei der Vermittlung von Reisen rechtlich um eine Geschäftsbesorgung handelt, die vom Reisebüro die Einhaltung von Sorgfaltspflichten erfordert. Davon kann es sich nicht mit einer Klausel in den Geschäftsbedingungen befreien. Hat der Vermittler falsche Angaben auf seiner Internetseite verschuldet, muss er dem Kunden den dadurch entstandenen Schaden ersetzen. Das ist der Fall, wenn er Angaben eines Reiseveranstalters falsch darstellt oder Informationen wiedergibt, von denen er weiß, dass sie unrichtig sind.

Download des Urteil vom OLG München, Aktenzeichen 29 U 2137/17

17. April 2018 – 18:01
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"Die meisten Ansätze setzen auf die Nutzung bestehender Kundendaten sowie auf die Extrapolation von historischem Kaufverhalten", sagt Markus Franke, der Unternehmen bei der Digitalisierung von Geschäftsmodellen und dem Einsatz künstlicher Intelligenz unterstützt. Dies sei aber nur ein erster Schritt und lasse den Großteil der Potenziale unangetastet, erklärt der Luftfahrtexperte. Um Kundenverhalten nicht nur aus der Historie heraus zu begreifen, sei auch die Auswertung externer Datenquellen sowie die Nutzung lernender Algorithmen, also der sogenannten künstlichen Intelligenz, erforderlich.

"Kunden geben heutzutage freiwillig eine Vielzahl zusätzlicher Informationen über ihre kaufentscheidenden Bedürfnisse und Interessen preis – zum Beispiel über die sozialen Medien", sagt Franke. Diese müssten Unternehmen für die bessere Vermarktung ihrer Produkte nutzen. Von grundsätzlichen Vorlieben bis zu kurzfristigen, kontextbasierten Informationen gebe es eine Fülle von Daten, die etwa Fluggesellschaften und Reiseunternehmen zur exakteren Profilierung ihrer Kunden nutzen könnten, erklärte der Gründer des Strategieberatungsunternehmens Valculus bei einem Impulsvortrag im Rahmen des Networking-Abends des Travel Industry Clubs.

Keine "Schrotschuss-Angebote"

Die Algorithmen der klassischen Empfehlungs-Tools stießen derzeit an ihre Grenzen und seien für komplexere Produkte auch nie wirklich erfolgreich gewesen, warnt Franke. Kunden reagierten auf unzutreffende Empfehlungen und "Schrotschuss"-Angebote zunehmend allergisch. Wenn ein Anbieter seine Glaubwürdigkeit durch Angebote, die aus der Kundenperspektive unsinnig seien, erst einmal beschädigt habe, werde er sich umso schwerer tun, die Kunden zukünftig von seinen Produkten zu überzeugen. Das sei beispielsweise der Fall, wenn Besucher großer Hotelbuchungsportale anschließend wochenlang mit Angeboten in denjenigen Zielen bombardiert würden, nach denen sie gerade gesucht hätten.

Mit Hilfe "vorhersagender" Modelle und lernender Algorithmen, die auf präzisen Kundenprofilen aufsetzten, sei eine deutlich treffsicherere Ansprache möglich, ist der Strategieberater überzeugt. Damit werde letztlich nicht nur Mehrerlös erzeugt, sondern auch die Kundenzufriedenheit und Loyalität erhöht.

Eingeschränkt werde die schöne neue Welt der lernenden Algorithmen freilich durch Anliegen und Vorgaben des Datenschutzes, räumt Franke ein. Doch das sei letztlich ein lösbares Problem: "Wenn die Kunden erkennen, dass ihnen eine genauere Kenntnis ihrer Vorlieben und Bedürfnisse durch die Anbieter nützt, sind sie auch bereit etwas von sich preiszugeben." Fälle wie der des millionenfachen Missbrauchs von Facebook-Daten durch Cambridge Analytics seien zwar geeignet, Misstrauen zu schüren. Eine konsequent auf den Kunden ausgerichtete und ihm verständlich gemachte Strategie werde sich mittelfristig dennoch durchsetzen.

Christian Schmicke

17. April 2018 – 17:00
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Bislang galten Bungalows, die auf Stelzen im Wasser stehen, als der letzte Schrei besonderer Urlaubsarchitektur. Nun schickt sich die Hilton-Nobelmarke Conrad an, das Prinzip umzukehren. Im Conrad Maldives Rangali Island entsteht eine Suite, bei der ein 28 Quadratmeter großes Schlafzimmmer unter Wasser der Clou ist. Rund fünf Meter unter der Wasseroberfläche ermöglicht das Gemach durch gläserne Fronten uneingeschränkten Ausblick auf die Unterwasserflora und Fauna. Über Wasser bietet die Suite zwei Schlafzimmer, zwei Bäder, Küche, Bar und Räumlichkeiten für den Butler auf 550 Quadratmetern, sowie je eine Außenterrasse für den Sonnenauf- und -untergang.

Den Aufenthalt in dem hippen Aquarium müssen sich Besucher rund 40.000 Euro pro Nacht kosten lassen. Die Baukosten für die Suite, die Ende des Jahres eröffnet werden soll, betragen rund zwölf Millionen Euro. Das Schlafzimmer ist übrigens nicht das erste größere Unterwasserprojekt des Conrad-Resorts auf Rangali. Bereits seit 2005 gibt es dort ein Restaurant unterhalb der Wasserlinie.