28. Juni 2018 – 18:15
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Thomas Bösl, Geschäftsführer von Deutschlands größten Reisebürokooperation RTK und Sprecher des Kooperationsverbundes QTA, appelliert an seine Mitglieder, wegen der Umsetzung des neuen Reiserechts zum 1. Juli nicht in Panik zu verfallen. Er sehe die Branche gut gerüstet, deshalb seien die aufgeregten Diskussionen einiger Branchenplayer hinsichtlich der Umsetzung der neuen EU-Pauschalreiserichtlinie nicht nachvollziehbar. "Das führt nur zu einer Verunsicherung der Reisebüros", kritisiert Bösl. Die hitzigen Auseinandersetzungen zum Beispiel im Zusammenhang mit der gewillkürten Pauschalreise schafften eher zusätzliche Probleme schaffe und sorgten für Verwirrung.

Selbst wenn es hier und da Nachjustierungen geben werde, sei das noch lange kein Grund für diese Art von Panikmache, die vor allem der Selbstvermarktung von Technikanbietern diene, nach dem Motto: "Meine Lösung ist besser als deine Lösung." Viel wichtiger sei es, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und aus der ungeliebten Brüsseler Vorgabe das Beste zu machen.

AF

28. Juni 2018 – 13:52
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Seit der oberste Gerichtshof der USA die von US-Präsident Donald Trump verhängte Einreisesperre für Menschen aus muslimisch geprägten Ländern am vergangenen Dienstag weitgehend bestätigte, steigt die Anspannung in der US-Reiseindustrie. Sie befürchtet weitere Einbußen. Konkret geht es um die überarbeiteten Visasperren für Menschen aus dem Iran, Libyen, Somalia, Syrien und dem Jemen sowie Beschränkungen für Nordkorea und Venezuela. Die Regierung begründet die Maßnahme als „wichtigen Schritt für die nationale Sicherheit“.

Aus der Begründung des Supreme Courts geht hervor, dass der Präsident bestimmten Menschen die Einreise verbieten darf. Das Gericht erwähnt darin aber auch, dass weiterhin einreisen dürfe, wer "echte" oder glaubhafte Beziehungen zu den USA nachweise. Das würde etwa für Familienmitglieder gelten, aber auch für Studenten oder Mitarbeiter von US-Firmen. Daher ist noch nicht völlig klar, welche unmittelbaren Auswirkungen die Entscheidung des Gerichts auf Einreisende haben wird.

Restiktive Politik sorgt für Verunsicherung

Schon beim ersten Einreiseverbot, das Trump kurz nach seiner Wahl zum US-Präsidenten im Januar 2017 erlassen hatte und das wenig später von einem Bundesrichtet gekippt wurde, kam es zu massiven Protesten und Chaos an mehreren Flughäfen. Und, viel entscheidender, zu einem massiven Rückgang der Reisen aus dem Nahen Osten. Insgesamt gingen die Reisen in den USA im Verlauf des Jahres 2017 um etwa 4 Prozent zurück. In einem CNBC-Report heißt es, dass für viele Tourismus-Experten in den USA die restriktive Grenzschutzpolitik von Präsident Trump ein wichtiger Faktor sein, dass weniger Menschen in die USA reisen. Der Vorstandsvorsitzende der Marriott Gruppe, Arne Sorenson, bestätigt das: "Wir spüren eine Unsicherheit bei den Urlaubern, ob sie noch problemlos in die USA einreisen können. Zudem macht sich bei manchen ein Gefühl breit, nicht mehr so willkommen zu sein wie früher."

Der Einfluss dieses Trends auf die Gesamtwirtschaft wird in den USA genau beobachtet. Immerhin handelt es sich bei der Reiseindustrie um den zweitwichtigsten Exportfaktor des Landes. Einer Erklärung der US Travel Association nach bedeutet jedes Prozent weniger Umsatz in der Reisebranche einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von 2,6 Milliarden Dollar, das entspricht etwa dem Verlust von 5000 Arbeitsplätzen. Man sei bereits jetzt schon nicht mehr das zweitbeliebteste Reiseziel weltweit für Touristen.

Touristik und Geschäftsreisebranche fürchten Einbußen

Pam Inman, Präsidentin der National Tour Association, warnt: "Wenn wir Besucher willkommen heißen wollen, erleben wir derzeit massiven Widerstand." Das Land sei gespalten. Man brauche daher eine Politik, die sowohl die Sicherheitsinteressen des Landes als auch die Interessen der Reisenden und der Reiseindustrie berücksichtige.

Die Verwerfungen in der Branche müssten so gering wie möglich gehalten werden. Die Global Business Travel Association kritisiert die restriktive Einreisepolitik schon seit Anfang 2017. In einer aktuellen Umfrage unter den Mitgliedern der globalen Vereinigung von Geschäftsreisenden sagen 62 Prozent der Reiseindustrieverkäufer, dass diese Politik negativen Einfluss auch auf Geschäftsreisen haben werde. Einer Umfrage unter den europäischen Mitgliedern der GBTA zufolge hat bei 38 Prozent der Befragten die Bereitschaft, Meetings und Events in den USA abzuhalten, abgenommen. Zusammen mit der American Society of Travel Agents (ASTA) verlangt die US Travel Association nun "Signale von der Regierung, dass legale Touristen und Geschäftsreisende aus dem Ausland willkommen sind".

AF

 

28. Juni 2018 – 12:01
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Der Marktführer erhöht die Umsatzhürde zum Erreichen einer bestimmten Provisionshöhe in seinem Vergütungsmodell für Reisebüros im nächsten Geschäftsjahr in allen Bindungsstufen um jeweils eine Stufe. Je nach Umsatzvolumen liegen zwischen den einzelnen Stufen zwischen 50.000 und 250.000 Euro. So viel müssen Tui-Agenturen damit mehr umsetzen, um dieselbe Provision zu erhalten wie im Vorjahr. Die Umsatzhürden zum Erreichen der Zehn-Prozent-Marke von 175.000 Euro und zum Eintritt in die Grundprovision, die zusätzliche Einnahmen auf der Basis des so genannten Value-Anteils ermöglicht und bei 225.000 Euro liegt, bleiben gegenüber dem aktuellen Geschäftsjahr unverändert. Um in den Genuss des so  genannten Wachstumsincentives in Höhe von drei Prozent zu gelangen, müssen Reisebüros im nächsten Geschäftsjahr mindestens fünf statt wie bisher drei Prozent Mehrumsatz generieren.

Die Anhebung der Umsatzklassen geschehe zum ersten Mal innerhalb von fünf Jahren, betont Vertriebsdirektor Michael Knapp. Das sei eine faire Geschichte, weil fast sich fast alle Tui-Agenturen innerhalb dieses Zeitraums um zwei Klassen verbessert hätten. Außerdem baue der Konzern sein Produktportfolio weiterhin deutlich aus und biete den Büros damit weitere Wachstumschancen.

Stabiles Gesamtbild

Davon abgesehen bleibt das Provisionsmodell weitgehend unverändert. Das betrifft den erforderlichen "Value-Anteil" von 45 Prozent, um in die Leistungsprovision zu gelangen, ebenso wie die Absicherungsinstrumente für Umsatzzuwächse bei möglichen Rückgängen im Folgejahr.

Lediglich an einigen kleineren Schrauben hat Knapp noch gedreht. So gibt es nun ein Incentive für Mietwagen und Camper, bei dem ab zehn Prozent Mehrumsatz zehn Prozent on top auf diesen ausgezahlt werden.

Neu ist auch der zum 1. Juli eingeführte Produktbaustein „Fly & Mix“, der aus dem Flug zuzüglich einer weiteren Leistung eine Pauschalreise macht. Wie beim Nur-Flug-Produkt verdienen Reisebüros dabei ausdschließlich mit ihrer selbst kalkulierten Service-Charge Geld. Allerdings fließe der Gesamtumsatz dabei inklusive Steuern und Entgelten in den Gesamtumsatz zur Berechnung der Provisionshöhe ein, unterstreicht der Tui-Vertriebschef. Denn bei Nur-Flug-Buchungen zählen Steuern und Gebühren, die oft 50 Prozent des Flugpreises ausmachen, nicht mit.

Christian Schmicke

 

27. Juni 2018 – 19:13
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Auch DER Touristik setzt nun bei der Buchung von Einzelleistungen mit Ausnahme von Nur-Flug-Buchungen auf ein Servicepaket, das diese zu Pauschalreisen macht. Bei der touristischen Abteilung der Rewe Group heißt die Lösung "Mehrwert-Paket". Sie beinhaltet, wie auch bei Tui und Thomas Cook, eine durchgehende Erreichbarkeit bei Kundenanliegen, einen SMS Informations-Service, Krisenmanagement und einen digitalen Reiseführer.

Damit verabschiedet sich der Konzern von der ursprünglich angekündigten Lösung, Einzelleistungen zwar mit einem Sicherungsschein zu versehen, aber nicht über das entsprechende Formblatt als Pauschalreise zu etikettieren. Laut Marketing- und Vertriebschef Kevin Keogh soll der Ansatz, nun doch aus Hotel-, Ferienhaus-, Mietwagen- oder Camper-Buchungen Pauschalreisen zu stricken, es den Reisebüropartnern ermöglichen, sich "ganz auf die ohnehin herausfordernden Neuerungen des Reiserechts zu konzentrieren". Die durch das Mehrwert-Paket vereinfachte Buchungshandhabung als Pauschalreise erleichtere die Arbeit am Counter. Die oft diskutierten "verbundenen Reiseleistungen" würden dadurch überflüssig.

Damit haben sich nun alle drei Konzerne entschlossen, aus Einzelleistungen durch einen Kunstgriff Pauschalreisen zu machen. Bei der Nummer vier, FTI, sind Einzelleistungen weiterhin durch einen Sicherungsschein abgesichert, ohne dass irgendein Servicepaket hinzukäme. Schauinsland Reisen hatte kürzlich angekündigt, Einzelleistungen ebenfalls mittels eines Servicepakets zu Pauschalreisen zu machen. Allein Alltours hält sich bislang aus dem allgemeinen Pauschalisierungstrend heraus.

Christian Schmicke

27. Juni 2018 – 17:37
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Die Amadeus-Tochter Ifao, ein IT-Anbieter für die Buchung und Abrechnung von Geschäftsreisen, bekommt eine Chefin. Karin Frauscher wurde zum Chief Executive Officer ernannt. Sie kommt von Amadeus, wo sie zurzeit die Abteilung Finance and Controlling für die Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) leitet. Frauscher tritt an die Stelle von Bernd Schulz, der vor einem Jahr von Amadeus zu Ifao wechselte und das Unternehmen nun wieder verlässt.

Gleichzeitig wird Alexander Schott zum General Manager von Ifao ernannt und für den kaufmännischen Betrieb, den Kundenservice und die Produktentwicklung verantwortlich. Er gehört seit langem zum Führungsteam und war 17 Jahre lang Chief Technology Officer.

Amadeus hält gegenwärtig 88,7 Prozent der Anteile von Ifao. Das wichtigste Produkt des Unternehmens ist die Online Booking Engine Cytrix, mit der zahlreiche große Unternehmen ihre Geschäftsreisen buchen.

27. Juni 2018 – 15:57
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Die Ordnungshüter wollen vor allem Sauftouristen nahe der Partymeile Playa de Palma in die Schranken weisen, die betrunken, lärmend und aggressiv in der Nacht auffallen. Die Polizei verhängte hohe Bußgelder. Von den harten Maßnahmen sind auch Händler und Geschäfte betroffen, die zwischen Mitternacht und acht Uhr morgens Alkohol verkauften, berichtet die "Mallorca Zeitung". Denn seit März 2017 ist der Alkoholkonsum auf der Straße und der nächtliche Verkauf von Alkohol verboten. Lediglich Gastronomiebetriebe dürfen Alkohol in dieser Zeit ausschenken. Die Polizei achtet derzeit streng auf die Einhaltung dieser Verbote.   

Hoteliers und Anwohnern reicht dies jedoch nicht. Sie haben sich in der „Plattform für eine zivilisierte Playa de Palma“ zusammengeschlossen und fordern mehr Sauberkeit und Sicherheit. Sie wollen sogenannte Benimmregeln, die klar festlegen, welches Verhalten unerwünscht ist. Solche Regeln waren 2014 von der Stadtverwaltung erlassen, aber kurz nach Inkrafttreten 2016 wegen juristischer Formfehler zurückgenommen worden. Seither verhandelt die Plattform mit der Stadt über eine Überarbeitung der „Verordnung für zivilisiertes Benehmen“, wie das Mallorca Magazin berichtet. Die Plattform hat auch schon Verhandlungen mit der Zentralregierung über stärkere Polizeipräsenz und engere Zusammenarbeit aufgenommen. Durch präventives Eingreifen, Verbot von Eimern und Werbung für billigen Alkohol sollen Saufgelage an öffentlichen Plätzen und Straßen sowie an der Meerespromenade unterbunden werden, um die Playa de Palma für normale Touristen attraktiver zu machen.

THo

 

27. Juni 2018 – 15:05

Wahlen

Mexiko, 1. Juli: Parlamentswahlen. Während des Wahlzyklus besteht die Gefahr von Unruhen und möglichen Straßensperrungen in allen Großstädten des Landes.

Jahrestage mit Protestpotential

Hongkong, 1. Juli: Gründungstag der Sonderverwaltungszone. Der Feiertag erinnert an die formelle Rückübereignung von Hongkong an China. Versammlungen und Proteste mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen sowie Verkehrsstörungen sind zu erwarten.
Türkei, 15. Juli: Jahrestag des gescheiterten Militärputsches im Jahr 2016. Proteste auf allen öffentlichen Plätzen in Großstädten werden erwartet.
Indien, 28. Juli bis 3. August: Märtyrer-Woche in weniger entwickelten Gebieten des ländlichen mittleren und östlichen Indiens wie Chhattisgarh und Andhra Pradesh. Naxaliten, das sind Kämpfer maoistischer Parteien und Bewegungen, rufen zu „Bandhs“ (Shutdown-Strikes) auf. Zu rechnen ist mit verstärkten Patrouillen und Kontrollpunkten.

Änderungen der Travel Risk Map

Aserbaidschan: Das Reiserisiko-Rating für Aserbaidschan wurde von „Mittel“ auf „niedrig“ gesenkt. Damit wird dem relativ günstigen Reisesicherheitsumfeld und den begrenzten Gefahren für Reisende im Land Rechnung getragen. Die Kriminalitätsrate in der Hauptstadt Baku bleibt niedrig, und die Anti-Terror-Fähigkeiten der Sicherheitskräfte haben sich bei der Bekämpfung der begrenzten Bedrohung durch radikale islamistische Gruppen im Land als wirksam erwiesen. Diese Änderung der Reiserisikoeinstufung gilt nicht für die Gebiete entlang der Grenze zu Armenien und der umstrittenen Region Berg-Karabach, die beide weiterhin ein hohes Reiserisiko darstellen.
Georgien: Das Reiserisiko-Rating für Georgien wurde ebenfalls von „Mittel“ auf „niedrig“ herabgestuft, um das allgemein stabile Sicherheitsumfeld im Land widerzuspiegeln. Ausnahmen sind die abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien, wo weiterhin ein „hohes“ Reiserisiko besteht. Die Kriminalitätsrate in Georgien ist aufgrund der Anwesenheit einer professionellen und zuverlässigen Strafverfolgungsbehörde niedrig geblieben; Vorfälle von sozialen Unruhen sind, wenn sie auftreten, eher klein und stellen nur indirekte Gefahren für Reisende dar.

Die Angaben über bevorstehende Ereignisse in der Welt stammen vom Geschäftsreisedienstleister International SOS und werden einmal monatlich exklusiv für Reisevor9.de zusammengestellt.

27. Juni 2018 – 12:07
Der Zimmerverkauf an Reiseveranstalter liegt in Hotels oft außerhalb der gewohnten Strukturen und erfolgt händisch. Das ist zeit- und arbeitsaufwändig und durch die Festlegung von Jahresraten meist recht starr. Sabre will mit der Software-Lösung Synxis Tour Manager hier eingreifen und die Prozesse beschleunigen und für mehr Flexibilität sorgen. Mit dem Tool können Hoteliers den Vertrieb an Reiseveranstalter zentral managen und automatisch Preise, Verfügbarkeit und Reservierungsinformationen bereitstellen. Die Veranstalter können ihrerseits in Echtzeit auf die Informationen zugreifen und online Pauschalreisen paketieren oder über Reisebüro-Systeme erstellen. Das System ist an hunderte globale Reiseveranstalter und Incoming-Agenturen angeschlossen.

"Die Fragmentierung des Hotelsektors schafft eine komplexe Vertriebslandschaft, die Hoteliers bei der Optimierung ihres Umsatzes vor Herausforderungen stellt. Der Synxis Tour Manager ist eine gute Ergänzung zu unserer Synxis Enterprise Plattform – mit diesem Produkt können unsere Kunden ihren Gästen nun zuverlässig das richtige Angebot über den richtigen Vertriebskanal machen", sagt Sabre-Chef Clinton Anderson.

FW

27. Juni 2018 – 01:22
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Es gehe nicht darum, Management-Posten abzuschaffen oder zusammenzulegen, sondern es solle für mehr Transparenz gesorgt werden, versichern CEO Dietmar Gunz und Marketing- und Vertriebschef Ralph Schiller. Beide haben in den vergangenen Monaten intensiv daran gearbeitet, die Führungsstruktur des Unternehmens, das sich mittlerweile aus rund 120 Einzelgesellschaften zusammensetzt, zu optimieren. Das Problem: Viele Aufgaben, wie zum Beispiel Flugeinkauf und -dispo, wurden von Abteilungen der Veranstaltermarke FTI geregelt – allerdings nicht nur für FTI, sondern für die gesamte Gruppe.

Deshalb habe man die Management-Struktur nun neu geregelt, erklärt Gunz, und sämtliche Aufgaben, die auf Gruppenebene zu erledigen seien, auch formal der FTI Group zugewiesen. Das Resultat ist eine Struktur, in der unter der Chefetage Abteilungen wie der Flugbereich, das Zielgebietsmanagement mit Meeting Point und der rasch wachsende Hotelbereich nun auch formal auf Gruppenebene organisiert sind. Auch die Chefs für den Einkauf in den Zielgebieten sind künftig auf Gruppenebene angesiedelt und sollen als Bindeglied zwischen der FTI Group und ihren einzelnen Marken fungieren. Dabei bleibt die personelle Besetzung der Spitzenposten dieselbe, lediglich die formale Ebene, auf der sie ihre Funktion ausüben, ändert sich.

Mehr Spielräume

Den Veranstaltermarken FTI, Big Xtra, 5 vor Flug, Windrose und LAL Sprachreisen verspricht der FTI-Chef im Rahmen der neuen Struktur eher mehr als weniger Spielträume. Es gehe darum, die Spezialisierung der jeweiligen Geschäftsmodelle voranzutreiben und sie zugleich durch die Übertragung zentraler Dienstleistungen auf die Gruppenebene zu entlasten, sagt Gunz.

Ein Personalabbau sei für das Unternehmen kein Thema, im Gegenteil. Angesichts auch für das laufende Geschäftsjahr erwarteter zweistelliger Wachstumsraten gelte es, kluge Köpfe an das Unternehmen zu binden, denn besonders in einer teuren Stadt wie München sei der Wettbewerb der Arbeitgeber um qualifizierte Fachkräfte extrem hart. „Wir stehen im Wettbewerb mit Unternehmen wie dem Flughafen München, Sixt, Check24 und börsennotierten Konzernen aus anderen Branchen“, weiß Schiller. Da gelte es, gute Leute bei der Stange zu halten.

Nicht zuletzt deshalb baut die FTI-Gruppe neue Standorte aus, in denen sie zudem angesichts niedrigerer Lohnkosten günstiger operieren kann. So erhält der bei der Tochter Meeting Point angesiedelte Hotelleriebereich eine neue Zentrale in Istanbul und im ägyptischen El Gouna, einem Ferienzentrum des FTI-Gesellschafters Samih Sawiris, bezieht die Zielgebietsagentur Meeting Point demnächst ein neues Bürogebäude für 200 Mitarbeiter.

Christian Schmicke

26. Juni 2018 – 16:48
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Noch spielt Deutschland als Quellmarkt für Tour Radar keine große Rolle. Doch das könnte sich bald ändern. Das Wiener Start-up hat von Investoren gerade 50 Millionen Dollar eingesammelt, um die weltweite Expansion voranzutreiben und seine Buchungsplattform weiter zu entwickeln.

Heute sind die USA, Australien, Kanada und Großbritannien die wichtigsten Herkunftsländer der Gäste, verriet Marketing-Chef Michael Pötscher dem Magazin Gründerszene. Deutschland, Österreich und die Schweiz bringen nur fünf Prozent.

Die Orientierung auf englischsprachige Märkte hängt mit den Gründern zusammen. Die australischen Brüder Travis und Shawn Pittman haben Tour Radar schon 2010 ins Leben gerufen. Sie wollten für ihre Landsleute Europa-Reisen organisieren und blieben in Wien hängen.

Heute ist daraus ein weltweiter Anbieter von Bausteinreisen erwachsen. 25.000 mehrtägige Touren in 200 Ländern lassen sich einfach online kombinieren und buchen. Tour Radar arbeitet mit mehr als 600 lokalen Anbietern genauso zusammen wie mit Veranstaltern, etwa Contiki, G-Adventures oder Intrepid.

Das frische Geld kommt hauptsächlich vom Risiko-Kapitalgeber TCV. Die Gesellschaft gehört mit Investments über zehn Milliarden Dollar zu den ganz großen aus dem Silicon Valley. TCV mischt bei vielen bekannten Playern mit, zum Beispiel bei Airbnb, Expedia, Facebook, Linkedin und Netflix.

TH

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