16. November 2017 – 12:51

Die Fluggesellschaft führt einen zusätzlichen Tarif für aufgegebenes Gepäck bis zu einer Gewichtsgrenze von 15 Kilo ein. Die Preise dafür variieren je nach Strecke und Buchungsdatum zwischen 11,69 und 38.99 Euro. Die Grenze für das Standardgepäckstück wird unterdessen von 20 auf 23 Kilo angehoben. Der Tarif dafür bewegt sich zwischen 18,19 und 44,19 Euro. Wie bisher können bis zu einer Gesamtgrenze von 32 Kilo je drei Kilo Zusatzgewicht für 15 Euro hinzugebucht werden. Die neuen Gepäcktarife gelten für Neubuchungen ab sofort.

 

15. November 2017 – 17:25
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Für Arbeitnehmer ist das Recht darauf eine Errungenschaft, für Airlines und die übrige Reiseindustrie bisweilen teuer und für Reisende eine Geduldsprobe. Die Rede ist von Streiks. Das auf Krisenmonitoring spezialisierte Unternehmen A3M aus Tübingen hat Daten der vergangenen zwölf Monate analysiert und einen weltweiten Überblick über Streiks im Sektor Transport und Verkehr zusammengestellt.

Die Aufstellung zeigt: Europa hat eine besonders ausgeprägte Streikkultur. Einen beachtlichen Teil der insgesamt 225 verzeichneten Streik-Ereignisse der vergangenen zwölf Monate verzeichnete A3M in der Alten Welt. Spitzenreiter in Sachen Streik war Italien mit insgesamt 67 Streiks. Dahinter folgt Frankreich mit 24 Ausständen – dort sind Reformen derzeit ein Dauerthema. Traditionell streikanfällig sind Griechenland, Spanien und Portugal. Aber auch Deutschland war im untersuchten Zeitraum mit zehn Arbeitsniederlegungen vertreten. Im Vereinigten Königreich verzeichnete A3M insgesamt 16 Streiks. Praktisch keinerlei Vorfälle gab es in Osteuropa und Skandinavien.

Streikfreies Nordamerika. Kaum Streikereignisse gibt es in Nordamerika. So verzeichnete A3M in Kanada in den vergangenen zwölf Monaten zum Beispiel nicht ein einziges Ereignis, das sich auf Reisende auswirkte. Und auch im Nachbarland USA gab es nur einmal einen Streik des Flughafenpersonals im Juli 2017 an den Airports der Ostküste. Etwas anders sieht das Bild in Lateinamerika aus, wenngleich hier zumindest im untersuchten Zeitraum nicht annähernd so viel gestreikt wurde wie in Europa. Mehrere Arbeitsniederlegungen wurden unter anderem in Brasilien, Chile, Argentinien und Uruguay verzeichnet – darunter auch umfangreiche Generalstreiks. In Mexiko gab es dagegen keinen einzigen Streik, der das Leben von Reisenden erschwerte.

Breite Streuung in Asien. Im asiatischen Raum fällt das Streik-Verhalten unterschiedlich aus –insgesamt ist die Streikneigung aber eher gering. Nicht verwundern dürfte dabei, dass China komplett streikfrei ist. Und auch in Russland ist Streik in puncto Verkehr und Transport fast ein Fremdwort. Weitere Länder ohne jegliche Arbeitsniederlegung dieser Bereiche in den vergangenen zwölf Monaten waren auch touristisch beliebte – und eher autoritär regierte – Länder wie Thailand, Vietnam, Malaysia und Indonesien in jüngster Zeit. Gemessen an seiner Größe ist auch Indien mit einer einzigen Streikankündigung diesbezüglich eine Ruhezone. Anders präsentiert sich das Bild nur in Südkorea, wo vereinzelt eine Gefahr für Streiks bestand, sowie in Nepal, wo diese auch einmal größer ausfallen können. Praktisch ein Fremdwort sind Arbeitsniederlegungen laut A3M im arabisch-geprägten Teil Asiens. So gab es in den Emiraten zum Beispiel kein, ebenso wie im Iran und in der Türkei.

Kaum Aktivität in Afrika. Eher unwahrscheinlich war die Begegnung mit Streiks im untersuchten Zeitraum auch auf dem afrikanischen Kontinent. Vereinzelte Arbeitsniederlegungen oder Ankündigungen gab es in Kenia, Südafrika, an der Elfenbeinküste sowie in Nigeria. Völlig streikfrei war im analysierten Zeitfenster Ägypten. Und auch in Marokko und Tunesien flammten allemal kleinere Ankündigungen auf, die nicht zwangsweise in tatsächliche Streiks mündeten. Traditionell treten Streiks in Afrika eher im südlichen Teil des Kontinents sowie in den Ländern Äquatorialafrikas auf.

Ruhe Down Under. In Australien und im Südpazifik spielen Streiks ebenfalls fast keine Rolle für Reisende. Für Australien meldete A3M zum Beispiel lediglich einen Ausstand von Grenzschutz- und Einwanderungsbeamten im Herbst 2016. Zudem kam es im untersuchten Zeitraum zu kleineren Einschränkungen im Luftverkehr für Neukaledonien sowie Französisch-Polynesien. Neuseeland war dagegen komplett frei von Streiks.

 

15. November 2017 – 14:27
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Der Aufschrei war zu erwarten. Nach dem Aus für Airberlin sind die Tarife für Flüge auf innerdeutschen Kurzstrecken deutlich gestiegen. Das Portal Mydealz hat bei einer Stichprobe einen Preisanstieg zwischen 26 und 39 Prozent ermittelt. Keine Frage – das ist beträchtlich. Aber der empörte Aufschrei darüber ist lächerlich. Denn zum einen ist es völlig normal, dass bei einer Verringerung des Angebotes die Preise steigen, kurzfristig jedenfalls. Dafür muss Lufthansa aktiv überhaupt nichts tun. Die günstigeren Buchungsklassen sind eben schneller ausgebucht und dann kommen andere Tarife ins Spiel. Lange werden sich Streckenmonopole ohnehin nicht halten. Volle Flugzeuge, deren Sitze zu hohen Preisen verkauft werden können, locken sofort neue Konkurrenz an.

Zum anderen ist Lufthansa, wenn es um innerdeutsche Verbindungen geht, auch dann nicht ohne Konkurrenz, wenn sie die Flugstrecke im Monopol bedient. Anders als bei Mittel- und Langstreckenflügen ist der Zeitgewinn, den das Fliegen bringt, innerdeutsch in den wenigsten Fällen nennenswert. Selbst auf den längsten Strecken, etwa von Hamburg nach München, beträgt er gegenüber der Bahn von Innenstadt zu Innenstadt gerade mal gut eine Stunde. Werden die Flüge also zu teuer, dann weichen Kunden, die vor allem preisgünstig reisen wollen und für die Zeit kein so wichtiger Faktor ist, auf Fernbusse aus. Andere nehmen die Bahn, was, wie gesagt, gar nicht oder nur unerheblich länger dauert als zu fliegen, und Reisenden überdies die Möglichkeit bietet, während der gesamten Fahrt zu arbeiten oder ein gutes Buch zu lesen.

Außerdem ist die innerdeutsche Fliegerei unter verkehrspolitischen und ökologischen Aspekten ohnehin höchst fragwürdig. Einigermaßen sinnvoll ist sie allenfalls für Zubringer zu Fernflügen von Flughäfen wie München – und das auch nur, weil diese skandalöserweise immer noch keine brauchbare Anbindung an den Fernverkehr der Bahn haben. All dies sind keine neuen Erkenntnisse. Aber angesichts des allgemeinen Preisexplosionsgejammers ist es offenbar notwendig, darauf hinzuweisen, dass immer mehr immer billigerer Inlandsflugverkehr in Deutschland keineswegs ein erstrebenswertes Ziel ist.

Christian Schmicke

14. November 2017 – 20:38
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Mehr als ein Drittel der Einkaufs- und Buchungsportale in den Bereichen Reise, Unterhaltung, Kleidung, Elektrotechnik und Kreditwesen habe im Jahr 2014 nachweislich gegen Regeln des Verbraucherschutzes verstoßen, heißt es in einem Papier des Europäischen Parlaments. Nun hat das Parlament mit großer Mehrheit einem Gesetz zugestimmt, das die Rechte der Konsumenten und die Zugriffsmöglichkeiten der Behörden in Betrugsfällen stärken soll.

Die Verbraucherschutzbehörden erhalten damit eine Reihe von zusätzlichen Befugnissen. So können sie künftig Geldstrafen bei dubiosen Praktiken verhängen und bei Domain-Registraren sowie Banken Informationen über betrügerische Händler anfordern. Auch anonyme Testkäufe sind ihnen künftig erlaubt. Außerdem dürfen sie die Anzeige von Warnhinweisen auf den entsprechenden Webistes anordnen und notfalls auch die Hosting-Anbieter zur Sperrung von Seiten verpflichten.

Über ein Warnsystem können sich die EU-Länder künftig gegenseitig auf Firmen hinweisen, die im Verdacht stehen, betrügerische Praktiken an den Tag zu legen. Die nationalen Behörden sollen sich untereinander zudem bei Ermittlungen helfen, um zu klären, ob Verstöße vorliegen und ob sie weit verbreitet sind oder gar die gesamte EU betreffen.

Zu den Praktiken, die das EU-Parlament im Reisebereich für verbraucherschutzwidrig hält, zählen etwa Angebote, die nach dem Anklicken zum ursprünglichen Preis nicht mehr verfügbar sind, sondern nur noch erheblich teurer. Dabei dürfte es keine Rolle spielen, ob dies ein Ergebnis schlechter Datenqualität ist oder absichtlich geschieht.

 

14. November 2017 – 15:21
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Die Carnival Corporation, Royal Caribbean Cruises und Norwegian Cruise Lines bleiben auf Wachstumskurs. Ein Vergleich der Bilanzen des Ende August abgeschlossenen dritten Geschäftsjahresquartals, den das US-Fachblatt "Cruise Industry News“ vorgenommen hat, zeigt zudem, dass die Reedereien weiterhin üppige Gewinne einfahren. So summiert sich der Nettogewinn von Carnival in den ertragreichen Sommermonaten Juni, Juli und August bei Carnival auf 1,3 Milliarden US-Dollar, bei RCC auf 753 Millionen und bei Norwegian auf 401 Millionen Dollar. Den höchsten Nettogewinn pro Gast und Tag kassiert NCL mit 79 Dollar vor RCC mit 72,37 Dollar. Die Aida- und Costa-Mutter Carnival kommt auf 59,26 Euro pro Passagier und Tag.

Insgesamt sind die Umsätze insgesamt ebenso wie die Pro-Kopf-Umsätze bei allen drei Reedereien gegenüber dem Vorjahr gestiegen. So setzte Carnival  in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres im Schnitt 234,62 Dollar pro Kunde und Tag um (+5,5%), RCC nahm 252,17 Dollar ein (+5,5%)  und Norwegian  325,71 Dollar (+2,6%). Neben dem reinen Reisepreis trugen dazu auch die Bordverkäufe bei, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Während sich Carnival mit 58,58 Dollar (+3,7%) und NCL (90,65 Dollar, +2,6%) mit recht bescheidenen Zuwächsen in Bars, Casinos und Shops begnügen mussten, erreichte RCC einen  Zuwachs um 7,3 Prozent auf 66,38 Dollar. Gestiegen sind im Vergleich zum Vorjahr allerdings auch die Kosten pro Passagier. Der Anstieg zwischen 1,1 (NCL) und 13,7 Prozent (Carnival) ist zum großen Teil auf höhere Treibstoffkosten zurückzuführen.

 

13. November 2017 – 18:56

Buchungen über Globale Reservierungssysteme (GDS) mit Gebühren zu belegen – diese Strategie greift in der Airline-Industrie immer weiter um sich. Nach den Gesellschaften der Lufthansa Group und der British-Airways-  und Iberia-Mutter IAG kassieren bald  auch Air France und KLM für Buchungen über GDS einen Aufpreis. Begründet wird dieser Schritt jeweils mit höheren Kosten, die den Airlines durch den Vertrieb über die globalen Systeme entstehen.

Der DRV hält diese Praxis für wettbewerbswidrig. Dadurch verschärfe sich die Wettbewerbssituation im Bereich des europäischen Vertriebs von Flugtickets und die Vergleichbarkeit von Flugpreisen für Verbraucher reduziere sich weiter, sagt Stefan Vorndran, Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Ausschusses Business Travel im Verband. Der Vorsitzende des Flugausschusses, Otto Schweisgut wirft der EU-Kommission in Sachen GDS-Gebühren eine "zögerliche Haltung“ vor. Diese schade "sowohl Privatkunden als auch der Wirtschaft“, moniert er. Es sei "unverständlich, warum die EU-Kommission, die sonst Vorreiter bei Initiativen im Bereich Verbraucherschutz ist, hier nicht endlich handelt“, sagt Schweisgut. Der lapidare Verweis der Kommission auf eine Evaluierung der Regeln zur Preistransparenz als Antwort in einer Anhörung im Europäischen Parlament Ende Oktober sei unbefriedigend. In der Anhörung war die Kommission zu ihrer Haltung zur Einführung von GDS-Gebühren befragt worden.

Die EU müsse den "wettbewerbsverzerrenden und für Reisebüros wie Verbraucher nachteiligen Ticketzuschlag untersagen, da es sich um eine Diskriminierung bestimmter Vertriebskanäle gegenüber anderen Vertriebskanälen nach dem Code of Conduct“ handele, heißt es vom DRV. Gemeinsam mit anderen Verbänden habe man sich in einem offenen Brief an EU-Verkehrskommissarin Violetta Bulc gewandt und auf die negativen Folgen der GDS-Entgelte der Fluggesellschaften aufmerksam gemacht. Passiert sei aber immer noch nichts.

 

13. November 2017 – 16:20
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1.400 Reisebüroprofis hatten am vergangenen Wochenende Gelegenheit, Disneyland Paris zu erkunden und nebenbei die Neuigkeiten der Veranstaltermarken von DER Touristik für den Sommer 2018 einzusammeln. Beim „Campus Summer Opening“, dem zentralen Vertriebsevent der deutschen Touristiksparte der Rewe Group, stand dementsprechend alles im Zeichen der Shows und Fantasiewelten des US-Unterhaltungskonzerns. DER-Vertriebschef Kevin Keogh, der das Event gewohnt launig moderierte, hatte für das Event eigens eine eineinhalb Jahrzehnte alte Disney-Weste aus dem Keller hervorgekramt.  

Überhaupt spielte die Historie für  die Veranstaltung eine größere Rolle. Denn als Aufhänger hatten die Partner einen Doppelgeburtstag gewählt. Die Pariser Kunstwelten feiern in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum, das Deutsche Reisebüros wird bereits 100. Zelebriert wurde der Anlass unter anderem mit einer exklusiven Abendparty im Walt Disney Studios Park, dessen Attraktionen die Expedienten für einige Stunden ganz für sich hatten.

Auch die Liaison zwischen Euro Disney und DER Touristik hat bereits historischen Charakter. Denn seit dem Disney-Start unweit der Seine-Metropole vermarktet Dertour Pakete mit Aufenthalt in einem der Disney-Hotels und Eintrittstickets in Deutschland exklusiv. 40.000 Gäste schickte der Veranstalter im abgelaufenen Geschäftsjahr laut Geschäftsführer Matthias Rotter zu Micky & Co.

 

13. November 2017 – 14:16
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Unter dem Slogan "Nein zur Urlaubssteuer“ – haben ASR, BTW, DRV, DTV und RDA eine Kampagne lanciert, mit der sie die künftige Bundesregierung auffordern wollen, die Anwendung der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von Hotelleistungen für die Reise- und Tourismusbranche zu stoppen. Dafür müsse eine korrigieren Präzisierung der Gewerbesteuergesetzgebung erfolgen, so die Initiatoren.

Diese zusätzlichen Gewerbesteuern werden von zahlreichen Finanzbehörden erhoben, wenn Reiseveranstalter Hotelzimmer anmieten oder Übernachtungskontingente einkaufen. Die Tourismusbranche hält dies für eine steuerliche Ungerechtigkeit. Es sei abstrus, angemietete Büroräume oder Lagerhallen steuerlich mit der Vermittlung von Hotelleistungen gleichzusetzen, so das Argument.

Benedikt Esser, Präsident des RDA Internationaler Bustouristik Verband sagt, die Hinzurechnung erhöhe den Preis einer klassischen Urlaubsreise um 2,3 Prozent. Zusätzlich drohten den Veranstaltern "enorme finanzielle Belastungen durch Steuernachforderungen“. Dieses Geld fehle vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen für dringend erforderliche Investitionen. Ebenso wie Esser hält DRV-Chef Norbert Fiebig die Abschaffung der Hinzurechnung für eine „Voraussetzung dafür, dass der mittelstandsgeprägte Tourismusstandort Deutschland eine Zukunft hat“. Die derzeitige Belastung sei für die Unternehmen "kaum zu bewältigen“. Denn sie betreffe vor allem mittelständische Anbieter, denen durch "Nachzahlungen und Rückstellungen in Milliardenhöhe der Ruin“ drohe.

Die Verbände wollen nun mit Flyern Kunden und Politiker über die Konsequenzen der Hinzurechnung informieren. Gleichzeitig fordern sie Urlauber auf, aktiv zu werden. Sie sollen über das Portal www.urlaubssteuer.de "an ihre Bundestagsabgeordneten zu schreiben und ihr Missfallen über die zusätzlichen Kosten damit zum Ausdruck zu bringen“.

 

12. November 2017 – 18:14
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„Mit ungefähr 40 wird man zum Tui-Kunden“, erklärt Tui-Deutschland-Chef Marek Andryszak den Lebenszyklus seiner Urlauber. In diesem Alter seien die Kunden beruflich und privat gesettelt und die Kinder zwei bis drei Jahre alt. „Dann bin ich 20 bis 25 Jahren regelmäßig Tui-Kunde.“ Danach ebbe die Reisetätigkeit langsam ab. Das heißt für Andryszak: „Heute sind Best Ager unser Stammklientel.“

Kein Problem für Andryszak in naher Zukunft. „Aber wir müssen uns die Frage stellen, was in 20 Jahren passiert und was ist mit denen, die unter 40 sind?“ Bei ihnen sieht Andryszak großes Wachstumspotenzial. „Darauf werden wir uns in den nächsten Jahren konzentrieren.“

Allerdings zeige die junge Generation ein gänzlich anderes Reiseverhalten. „Die jüngere Zielgruppe bucht zu 80 Prozent Kurzaufenthalte bis vier Tage- und zu 80 Prozent wird online gebucht.“ Bei jetzigen Tui-Stammkunden sei es genau umgekehrt.

Tui müsse ihre Marke für junge Kunden interessanter machen und Wege finden sie zu erreichen. Die Aufgabe von 1-2-Fly und die Integration der Produkte in das TUI-Programm sei ein Schritt dazu. 1-2-Kunden seien jünger als TUI-Kunden und durch den Übergang führe man diese Zielgruppe an die Marke TUI heran, glaubt Andryszak.

Markt für Einzelleistungen wächst stärker

Doch der TUI-Chef weiß auch, dass dies nicht ausreicht. Er sieht, dass das Wachstum weniger im klassischen Pauschalreisemarkt stattfindet, sondern im Broker-Markt, wie er ihn nennt. Darunter versteht Andryszak Hotel- oder Flug-Portale wie Booking. „Der Broker-Markt ist inzwischen größer als der Veranstaltermarkt“, sagt Andryzak. Er beziffert ihn auf 4,5 Millionen Kunden, den Veranstaltermarkt auf 4 Millionen.

Andryszak will diesen Markt nicht aufgeben und mit vielen Projekten um die junge Zielgruppe werben. Etwa über die geolokalisierte Ansprache der TUI-App-Nutzer, TUI-Deals aufs Smartphone, den verstärkten Einsatz von Coupons, Pinterest als weitere Social-Media-Plattform und nicht zuletzt über ein Warenkorbsystem, mit dem sich Kunden online ihre Reise mit wenigen Klicks selbst zusammenstellen können.

TUI will größeres Stück vom Kuchen

Mit der Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Sommer zeigt sich der TUI-Chef sehr zufrieden, ohne genaue Zahlen zu nennen. „Trotz Hurrikan Irma und der Air Berlin-Insolvenz sind wir sehr gut durch den Sommer gekommen und verzeichnen derzeit eine starke Nachfrage für den Winter. Im zweiten Jahr in Folge wachsen wir deutlich stärker als der Markt.“ Dementsprechend sei der TUI-Marktanteil in Deutschland laut GfK um gut einen Prozentpunkt auf 23,3 Prozent gestiegen.

Mit der Vielzahl der Vertriebsprojekte, der steigenden Gästezufriedenheit und dem massiven Ausbau des Angebots hofft Andryszak, das TUI-Stück vom Reisekunden weiter zu vergrößern. In den vergangenen drei bis vier Jahren habe TUI die Produktpalette nahezu verdoppelt. Dieser Trends setze sich mit dem neuen Sommerprogramm fort. Die Saison habe „hervorragend begonnen“, mit einem starken Wintergeschäft sei TUI „aktuell gut unterwegs“, sagt Andryszak. „Die Aussichten für den Sommer 2018 sind gut.“ Die Konsumbereitschaft der Deutschen sei unverändert hoch und die Reisepreise blieben annähernd stabil.

Thomas Hartung

12. November 2017 – 12:54
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Zwei Maschinen von Small Planet Airlines sollen im nächsten Sommer ausschließlich für die Veranstaltermarken der Touristiksparte der Rewe Group unterwegs sein. Die Ziele, die sie bedienen sind diejenigen, für die Rolf-Dieter Maltzahn, Geschäftsführer der Kölner DER-Touristik-Marken ITS und Jahn Reisen, die stärkste Nachfrage erwartet: Griechenland mit insgesamt 17 Vollchartern nach Rhodos, Kos, Korfu und Kreta, Mallorca mit einem zusätzlichen Charter ab Düsseldorf, die Kanaren und Madeira mit insgesamt 15 Vollchartern und Ägypten mit sechs neuen Vollchartern. Auf der Fernstrecke soll die in diesem Winter gestartete exklusive Verbindung mit Condor auf die Halbinsel Samaná in der Dominikanischen Republik im Sommer fortgesetzt werden.

Weil der Ausbau eigener Charterketten zwar Flugkapazitäten sichert, aber auch mit erheblichen wirtschaftlichen Risiken verbunden ist, baut DER Touristik parallel dazu in den wichtigsten Zielen das Hotelangebot deutlich aus. Die Zahl der Hotels, die DER Touristik im deutschen Markt exklusiv unter Vertrag nimmt, habe sich gegenüber dem Vorsommer verdreifacht, berichtet Maltzahn. Schwerpunkte sind Griechenland mit insgesamt 18 neuen Exklusivverträgen, Mallorca mit sieben neuen exklusiven Häusern, die Kanaren mit zwei neuen, ausschließlich über DER Touristik buchbaren Anlagen, Kroatien, wo der Konzern die Zusammenarbeit mit der Hotelkette Valamar ausbaut, und Ägypten mit zwei neuen Exklusivhotels.

Als Zielgebietstrends machen Maltzahn und sein Frankfurter Kollege Matthias Rotter für den nächsten Sommer eine verstärkte Nachfrage für Kroatien, Italien, Griechenland, Bulgarien, Ägypten und Tunesien aus. Auf der Fernstrecke seien vor allem Kanada, die Dominikanische Republik und Kenia gefragt. Kein Ende der Durststrecke sieht Maltzahn dagegen für die Türkei. Zwar lasse sich das Land wegen extrem günstiger Preise im Kurzfristbereich durchaus verkaufen. Eine Rückkehr in die Liste der bevorzugten Urlaubsziele, die auch mit längerem Vorlauf gerne gebucht würden, zeichne sich aber zumindest in den nächsten sechs Monaten nicht ab, sofern keine überraschenden politischen Wendungen einträten.

Christian Schmicke

 

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