Der neue Reise vor 9 Magazin ist da!

08. Januar 2018 – 13:19

Zum 10. Januar setzt Lufthansa die neue EU-Regelung um, die vorschreibt, dass für Zahlungen mit privaten Kreditkarten, die innerhalb der EU herausgegeben werden, keine Gebühren mehr erhoben werden dürfen. Anders als große Touristikunternehmen wie Tui und Thomas Cook, die in diesem Zuge sämtliche Kreditkarten von Gebühren befreit haben, macht die Fluggesellschaft aber von den Ausnahmen gebrauch, die der Gesetzgeber vorsieht. Wie Lufthansa in einem Schreiben an die Vertriebspartner mitteilt, werden Verbraucher-Kreditkarten, die außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums ausgegeben wurden, sowie Firmenkreditkarten weiterhin wie bisher mit der sogenannten Optional Payment Charge (OPC) belastet.

Um zu ermitteln, um welche Kartenart es sich handelt, müssen Reisebüros demnach bei der Pricing-Abfrage in Amadeus den Zusatz “R,FC“ und die ersten sechs Stellen der Kreditkarte eingeben. Diese sechs Stellen bestimmen, ob es sich um eine Endkunden- oder um eine Firmenkreditkarte handelt. Auch das Herausgabeland der Karte wird daraus ersichtlich. Zeigt das System an, dass eine OPC anfällt, dann muss das Reisebüro den anfallenden Betrag laut Lufthansa-Schreiben selbst ermitteln. Die Airline kassiert dafür 1,65 Prozent der Summe aus Ticketpreis, Steuern, Gebühren und Zuschlägen, die dem Kunden zusätzlich in Rechnung zu stellen sind. Maximal kann die OPC 25 Euro  betragen. Für Reisebüros bedeutet das: Wenn Kunden per Kreditkarte bezahlen wollen, muss von nun an vor der Preisabfrage die Kreditkartennummer ins System eingegeben werden, um den exakten Preis zu ermitteln.

06. Januar 2018 – 20:34
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Tourismusprofessor Harald Pechlander über Lösungen in der Overtourism-Debatte

Gibt es einen gemeinsamen Nenner, unter dem sich die Ursachen für Proteste gegen zu viel Tourismus zusammenfassen lassen?
Pechlaner:
Nein. Man muss sich schon die Mühe machen, die standortspezifischen Faktoren jedes einzelnen touristischen Zielgebietes zu betrachten. In Städten wie Venedig, Barcelona oder Palma de Mallorca sind die Ursachen sicher ähnlich, wenn auch in unterschiedlicher Gewichtung. Low-Cost-Airlines, Kreuzfahrtschiffe und neue Angebotsformen wie Airbnb tragen zusammen dazu bei, dass der Tourismus als zu viel wahrgenommen wird. Aber solche Phänomene gibt es auch im ländlichen Raum, und die haben mit den genannten Faktoren nichts zu tun.

Womit hängen Sie dort zusammen?
Lassen Sie mich ein Beispiel aus meiner Südtiroler Heimat nennen. In den Sommermonaten, wenn Italiener, Österreicher und Deutsche Ferien haben, sind unsere Passstraßen hoffnungslos überlastet. Zwar ist es bei uns nicht zu aggressiven Protesten gekommen, aber es wird bereits seit mehr als einem Jahrzehnt darüber diskutiert. Trotzdem hat es bis zu diesem Jahr gedauert, dass konkrete Maßnahmen dagegen ergriffen wurden.

Was ist in diesem Jahr passiert?
Jeden Mittwoch im Juli und August war der Zugang zum Sellajoch von neun bis 16 Uhr für den Individualverkehr mit Pkw gesperrt. Nur Fußgänger, Fahrradfahrer, Fahrzeugen für den Transport von Menschen mit Behinderung, öffentliche Verkehrsmitteln und Elektrofahrzeuge durften die Straße passieren. Gleichzeitig fanden an diesen Tagen Veranstaltungen statt, zum Beispiel Wanderungen, Vorträge und kulinarische Events.

Das Problem ist damit aber nicht gelöst…
Nein, aber als Pilotprojekt, an dem mit Trentino und Südtirol gleich zwei verschiedene Regionen mit im Boot waren, hat solch eine Maßnahme eine Signalwirkung. Ich gehe davon aus, dass das Projekt kein Einzelfall bleibt.

Was können andere Destinationen davon lernen?
Die konkreten Maßnahmen lassen sich natürlich nicht beliebig übertragen. Aber es gibt einige Grundregeln, die wichtig sind. So ist es notwendig, alle wichtigen Akteure in den Dialog einzubeziehen, um dann gemeinsam Maßnahmen zu beschließen. Das ist mühsam, aber unvermeidlich. Und bei den Maßnahmen sollte es sich nicht um simple Verbote handeln, sondern zugleich sollten den Gästen Alternativen geboten werden – wie in diesem Fall durch die Events und durch Informationen zu umweltfreundlichen Transportmöglichkeiten.

Das Gespräch führte Christian Schmicke

Prof. Dr. Harald Pechlaner ist Inhaber des Lehrstuhls für Tourismus an der Katholoschen Universität Eichstätt-Ingolstadt und leitet das dortige Zentrum für Entrepreneurship

Das komplette Interview und weitere Aspekte des Themas Overtourism lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von "Reise vor9 Magazin"

05. Januar 2018 – 14:34

Eine Resolution des Tourismusministeriums sorgt in der Dominikanischen Republik für aufgeregte Debatten. Sie sieht vor, dass die bisherige Regelung, nach der Hotelanlagen in erster Strandlinie maximal vier Stockwerke besitzen dürfen, künftig entfällt. Stattdessen dürfen Hotelneubauten dann bis zu 77 Meter und 22 Stockwerke hoch sein.

Ein konkretes Projekt, bei dem die neue Regelung umgesetzt werden soll, gibt es auch schon. In dem Ferienkomplex Cap Cana in Punta Cana liegen Pläne für 15 Wohntürme mit 22 Etagen vor. Zehn Türme sollen als Hotels mit jeweils 750 Zimmern, zwei weitere mit jeweils 650 Zimmern und die drei übrigen mit je 600 Hotelzimmern ausgebaut werden. Daraus ergibt sich ein zusätzliches Gesamtangebot von 10.600 Hotelzimmern. Das berichtet das Portal „Infotur Dominicana“.

Zusätzliche Brisanz erhält das Thema dadurch, dass die US-amerikanische Trump Organization, die schon 2007 in Cap Cana investierte, in das Projekt involviert ist. Sie wird von Eric Trump, dem Sohn des US-Präsidenten Donald Trump, geführt. Trump Jr. stattete Cap Cana im Februar 2017 einen Besuch ab. Ricardo Hazoury, Chef der Entwicklungsgesellschaft Cap Cana S.A., wurde anschließend von dominikanischen Medien mit der Aussage zitiert, er freue sich, dass die Trump Organization auch künftig am Projekt Cap Cana mitarbeiten werde. Beobachter argwöhnen nun, der US-Präsident persönlich habe seinen Einfluss geltend gemacht, um die gesetzlichen Grundlagen für Hotelneubauten ändern zu lassen.

Wenig begeistert von den hochfliegenden Plänen sind die Mitglieder der dominikanischen Hotelvereinigung „Asonahores“. Schließlich waren ihren Mitgliedern für mittlerweile bestehende Anlagen Beschränkungen auferlegt worden, die nun nicht mehr gelten sollen. Die Region Punta Cana gilt als erfolgreichste touristische Region des Landes. Entsprechend begehrt und teuer sind dort die Bauplätze Das ließ wohl auch die Begehrlickeiten wachsen, anstelle der bisherigen horizontalen Ausdehnung der Anlagen stärker in die Höhe zu gehen.  

Christian Schmicke

 

05. Januar 2018 – 11:58
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Dass Skilaufen nicht nur in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich möglich ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Und auch, dass die Pisten osteuropäischer Nachbarn mit günstigen Preisen locken, ist kein Geheimnis mehr. Aber wie teuer oder ist der Alpin-Skilauf wirklich? Das Reiseportal Travelcircus hat sich 120 Skigebiete vorgeknöpft und dort Preise für Übernachtungen, Skipässe und Ausrüstung ermittelt. Das Ergebnis kann zwar keinen Anspruch auf Objektivität erheben, weil qualitative Faktoren zu Pisten, Aufstiegshilfen, Material und Hotellerie außen vor bleiben. Eine interessante Orientierung bietet die Übersicht aber allemal.

Preisbrecher im Osten. Wer sehr genau auf die Reisekasse achten muss, kommt demnach tatsächlich in Osteuropa am ehesten auf seine Kosten. Am billigsten ist laut Travelcircus ein absoluter Exot: Das kleine Skigebiet Vysokyy Verh – Zhar Berkut in der Nähe von Lwiw (Lemberg) in der Ukraine. Hier stehen zwar nur zehn überwiegend leichte Pistenkilometer zur Verfügung; dafür gibt es den Tagesskipass schon für elf Euro. Wer ein bisschen mehr ausgeben kann, mag sein Glück in Vitosha versuchen. Das Skigebiet ist mit 20 Kilometern überschaubar. Dafür gibt es den Skipass für weniger als 20 Euro, und vor allem lässt sich das Skivergnügen mit einem Städtetrip in die bulgarische Hauptstadt Sofia verbinden. Denn Vitosha ist nur einen Katzensprung vom Zentrum der Metropole entfernt.

Ambitioniertere Skiläufer werden im bulgarischen Skiort Bansko glücklicher. Dort kostet der Skipass rund 30 Euro, dafür ist das Skigebiet mit gut 60 Pistenkilometern deutlich ausgedehnter und abwechslungsreicher. Obwohl der Trip nach Bansko einen mehrstündigen Transfer von der Hauptstadt Sofia erfordert, ist der Ort nicht nur bei Osteuropäern, sondern auch bei Briten sehr populär. Grund dafür sind die günstigen Nebenkosten, die vor allem beim Après Ski ins Gewicht fallen.

Alpen ab 125 Euro am Tag. Wer in Deutschland bleiben will, der kommt laut Travelcircus im oberbayrischen Skigebiet Brauneck – Lenggries/Wegscheid und in Oberjoch im Oberallgäu am günstigsten davon. Für Übernachtung im Drei-Sterne-Hotel, Skipass und Ausrüstung ermittelten die Tester einen Tagespreis von 125 Euro. Das ist etwa doppelt so viel wie in Bansko. Als günstigste Skigebiete in Österreich ermittelte die Studie Saalbach Hinterglemm mit 159 und die Skiwelt Wilder Kaiser-Brixental mit 160 Euro. In der Schweiz liegt dagegen mit Scuol Samnaun Val Musdtair nur eine einzige Ferienregion unterhalb der 200-Euro-Marke.

Für Kilometerfresser empfiehlt Travelcircus französische Skigebiete wie Les Portes du Soleil und Les 3 Vallées. Zwar sind hier die Skipass-Preise  mit 51 bzw. 60 Euro durchaus gesalzen. Aber weil die Skigebiete mit 580 und 600 Kilometern wirklich riesig sind, können auch ambitionierte Skiläufer tagelang unterwegs sein, ohne zweimal dieselbe Piste zu nutzen.

Weitere Ergebnisse des Preisvergleichs finden Sie hier: https://www.travelcircus.de/urlaubsziele/skiurlaub/

05. Januar 2018 – 10:51
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Der Werbe- und Touristikprofi Oliver Pawelzik unterstützt seit Jahresbeginn den Anzeigenverkauf der Newsletter-Familie von "Reise vor9", des "Reise vor9 Magazins" sowie des Fachportals "Gloobi". Pawelzik kommt von der "FVW" und "Travel Talk", die er 18 Jahre lang vermarktet hat. Zudem bringt er Erfahrungen aus dem Reisevertrieb und aus seiner Zeit beim Reiseveranstalter Neckermann mit.

Reise-vor9-Anzeigenleiter Michael Körner: „Mit Oliver Pawelzik haben wir einen ausgewiesenen Verkaufsexperten mit hervorragenden Kontakten in der Reisebranche gewonnen, der uns dabei unterstützen wird, die Erfolgsstory der vor9-Medien fortzuschreiben.“

Oliver Pawelzik ist erreichbar unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 0176/62655529.

04. Januar 2018 – 17:55
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Der Gruppenreisespezialist SKR Reisen hat den Umsatz im vergangenen Jahr um satte 34 Prozent gesteigert und damit die Grenze von 40 Millionen Euro überschritten. Die Zahl der Gäste stieg um 23 Prozent. Damit erhöhte sich auch der durchschnittliche Reisepreis um knapp neun Prozent. Besonders stark wuchs 2017 laut Geschäftsführer Thomas Müller die Nachfrage nach Reisen in Südafrika mit einem Umsatzplus von fast 200 Prozent und einem Anstieg von 220 Prozent bei der Gästezahl. In Asien verzeichnete der Veranstalter 50 Prozent mehr Umsatz und 55 Prozent mehr Buchungen. Vor allem Vietnam, Sri Lanka und Myanmarseien gut gelaufen, so Müller. In Costa Rica, Argentinien und Peru legten habe SKR um bis zu 70 Prozent zugelegt, Kuba sei mit 12 Prozent Wachstum weiterhin der Bestseller in Lateinamerika.

SKR Reisen ist seit einigen Jahren auf starkem Wachstumskurs. Für das Jahr 2015 weist die Bilanz noch einen Umsatz von 21,1 Millionen Euro auf, und schon damals entsprach dies einem Anstieg um fast 50 Prozent. Auch unter den Vorzeichen des starken Wachstumskurses konnte sich das Unternehmen laut der jüngsten vorgelegten Bilanz von 2015 trotz massiver Investitionen in den schwarzen Zahlen halten, wenngleich sich die Ertragslage nach eigener Aussage „unter dem üblichen Maß der Branche“ bewegte. Der Jahresüberschuss betrug gut 228.000 Euro, das Ergebnis vor Steuern lag bei 410.000 Euro. Für 2017 liegt  noch keine Gewinn- und Verlustrechnung vor.

04. Januar 2018 – 13:04

Ferienhausanbieter Dancenter hat zum Jahresbeginn den Konkurrenten Admiral Strand Feriehuse gekauft und damit etwa 700 zusätzliche Ferienhäuser sowie lokale Büros in Lønne, Henne, Fanø, Blåvand und Hune/Blokhus entlang der dänischen Nordseeküste übernommen. Mit dieser Übernahme biete Danenter unter dem Dach der drei Marken Dancenter, Danland und Admiral Strand insgesamt etwa 8.200 Ferienhäuser und Ferienwohnungen in Dänemark, teilt das Unternehmen mit. Die Marke Admiral Strand Feriehuse soll als eigenständiges Unternehmen weitergeführt werden und nach der Integration vom Dancenter-Vertriebsnetz im deutschen Markt profitieren, sagt Michael Symalla, Country Manager Deutschland bei Dancenter. Sämtliche Büros blieben bestehen, Mitarbeiter und auch die bisherigen Eigentümer von Admiral Strand Feriehuse würden weiterbeschäftigt.

04. Januar 2018 – 09:47

Nach Angaben des Insolvenzverwalters Stephan Thiemann haben das deutsche sowie das österreichische Kartellamt den Verkauf von JT Touristik an die Lidl E-Commerce International GmbH & Co. KG abgesegnet. Damit tritt die Investorenlösung rückwirkend zum 1. Januar in Kraft. Mit der Freigabe durch die Kartellbehörden kann die Transaktion abgeschlossen und die Marke JT Touristik als Teil der Lidl E-Commerce International GmbH & Co. KG geführt werden. Außerdem wird mit Beginn des Jahres das Insolvenzverfahren über die JT Touristik GmbH eröffnet. Im Zuge der Eröffnung des Verfahrens werden die Gläubiger vom Insolvenzverwalter angeschrieben und zur Anmeldung ihrer Forderungen aufgefordert; Reisebüros mit Provisionsansprüchen können diese nun geltend machen.

03. Januar 2018 – 18:34
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Nachdem die Debatte um gedruckte Reiseunterlagen im vergangenen Jahr bisweilen hohe Wellen schlug, hier ein kleines Udpate aus dem Hause Tui Cruises. Der Kreuzfahrtanbieter hat nämlich zum Jahreswechsel neuen Taschen für die Reiseunterlagen  eingeführt. Davon gibt es zwei Ausführungen – eine für Bewohner von Standardkabinen und eine andere für Gäste in Suiten.

Die Standard-Tasche aus Karton wird von Mitarbeitenden der Werkstätten für behinderte Menschen der Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Freistatt, Sulingen und Diepholz konfektioniert und fertiggestellt. Sie sei regional, umweltfreundlich und nachhaltig produziert, versichert Tui Cruises. Auch eine Kompensation des CO2-Ausstoßes, der im Rahmen der Produktion der neuen Verpackungen für die Reiseunterlagen anfällt, gibt es. Sie erfolgt über Myclimate Deutschland. Zum Ausgleich der Emissionen unterstützt Tui Cruises ein Projekt, das eine Kleinbiogasanlage in ländlichen Haushalten in Indien betreibt.

Die Suiten-Gäste erhalten eine Tasche aus edlerem, wasserabweisendem Material, die in Zusammenarbeit mit dem Reisegepäckhersteller Samsonite entstanden ist. Sie ist in der Herstellung zwangsläufig aufwändiger als der Kartoneinband. Doch dafür sei sie robust und langlebig und könne  die Reise zweckentfremdet als Federtasche oder Kosmetikbox überdauern, argumentiert Sanja Rodust, die das Projekt Tickettaschen als Produktverantwortliche betreut hat.

03. Januar 2018 – 17:17

Mit dem Iran ist im Bereich Rund- und Studienreisen einer der wichtigsten Hoffnungsträger der vergangenen Jahre in innenpolitische Turbulenzen geraten. Seit der letzten Dezemberwoche kommt es in vielen Städten des Landes zu Protesten, die sich gegen die Regierung, die schlechte wirtschaftliche Lage und immer öfter auch gegen das politische System des islamisch regierten Staates richten. Dabei nimmt die Gewaltbereitschaft zu. Bei Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften kamen in den vergangenen Tagen zahlreiche Menschen ums Leben oder wurden verletzt. Jüngste Brennpunkte der Proteste waren die Städte Kermanschah und Nadschafabad in der Nähe von Isfahan. Das Auswärtige Amt hat am Silvestertag seinen Sicherheitshinweis und fordert Reisende zu erhöhter Aufmerksamkeit, zur Meidung von Protestveranstaltungen und zum strikten Verzicht auf Filmaufnahmen, auch per Handy, auf.

Noch können die meisten Reiseveranstalter der angespannten Lage zusehen, ohne zum Handeln gezwungen zu sein. Zwar fanden über den Jahreswechsel vereinzelt Reisen statt, doch bei den meisten Anbietern startet die Saison nicht vor Ende März. Bei einigen, wie zum Beispiel Studiosus, sind die nächsten Reisen allerdings bereits Ende Februar geplant. Deshalb dürfte der Marktführer in Sachen Studienreisen, der im vergangenen Jahr mehr als 2.200 Gäste in das Land schickte, über den Verlauf der Ereignisse einigermaßen beunruhigt sein. Studiosus hat aktuell eine Reisegruppe im Iran, der es nach Auskunft von Sicherheitsmanager Edwin Doldig gut geht. Die Reiseleiter und örtliche Leistungspartner des Veranstalters seien schon "seit langem zu Vorsicht und zum weiträumigen Meiden politisch motivierter Menschenansammlungen aufgefordert“, heißt es aus München. Man werde Partner und Reiseleiter "zu nochmals erhöhter Wachsamkeit verpflichten, die Gäste im Land über die aktuelle Lage informieren und sie zu erhöhter Vorsicht auffordern“. Bei Bedarf würden alle weiteren, für die Sicherheit der Gäste erforderlichen Maßnahmen ergriffen.

Ein Recht auf kostenlose Umbuchung oder Stornierung von Iran-Reisen bestehe für Studiosus-Gäste "bis auf Weiteres“ nicht. Zwar bietet der Studienreisespezialist seinen Kunden bei einigen Destinationen, in denen innenpolitische Proteste, wiederkehrende Unruhen oder eine sonstige kurzfristige Änderung der Sicherheitslage nicht unwahrscheinlich sind, bis vier Wochen vor der Abreise ein Recht auf kostenlose Umbuchungen auf ein anderes Reiseziel oder einen anderen Termin. Der Iran gehört bis dato allerdings nicht dazu.