Der neue Reise vor 9 Magazin ist da!

22. Januar 2018 – 13:02

Mit einem Joint Venture wollen die Kette RSO-Service-Insel und das mobile Vertriebssystem Amondo neue Verkäufer für sich gewinnen. Sie bieten potenziellen Gründern von Februar an gemeinsame Einstiegsseminare, bei denen sie ihre Konzepte vorstellen und den Aspiranten die Vorteile und Risiken ihrer jeweiligen Geschäftsmodelle präsentieren. Im Zuge dieser Seminare entscheide sich, welche Variante für den Gründer besser geeignet sei, versprechen Amondo-Chef Achim Steinebach und RSO-Geschäftsführer Carsten Seelmeyer. Anschließend sollen die Vertriebsprofis bei der Standortwahl, Finanzierung, Geschäftsausstattung und Erstellung von Business-Plänen Unterstützung erhalten. Zudem stehen gemeinsame Vertriebsaktionen beider Reisevertriebssysteme auf dem Plan.

Zu der Kette RSO, deren Zentrale sich in Berlin befindet, gehören derzeit rund 40 Reisebüros. Unter dem Dach von Amondo sind laut Steinebach rund 1.000 selbstständiger Reiseverkäufer aktiv. Weitere Infos erhalten interessierte Reiseprofis hier.

 

19. Januar 2018 – 14:21
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Eigentlich ist Thomas Bösl ein ziemlich diplomatischer Typ. Manchen Vertretern der Reisebüro-Seite ist der RTK-Chef zu konziliant, wenn es um Interessenkonflikte, zum Beispiel mit den Veranstaltern, geht. Doch nun findet der Kooperationslenker aus Burghausen klare Worte und richtet sich mit einem Appell an die Branche. Diese müsse dringend "an einer Margenverbesserung für den stationären Vertrieb arbeiten", fordert er an die Adresse der Veranstalter gerichtet. "Veranstalter sollten künftig Gesprächen über Provisionsverbesserungen offener als bisher gegenüberstehen."

Jede Menge unbezahlte Arbeit. Nun ist die Forderung nach mehr Provision so alt wie die Geschäftsbeziehungen zwischen Veranstaltern und Reisebüros selbst. Doch in der Tat gibt eine Reihe von aktuellen Ereignissen Bösls Appell neue Nahrung. Die Belastung am Counter habe in den vergangenen Monaten durch Airline- und Veranstalter-Insolvenzen "vertretbare Grenzen überschritten“, argumentiert der RTK-Chef, der zugleich als Sprecher des Kooperationsverbundes QTA fungiert. Im laufenden Jahr werde die unbezahlte Arbeit aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung und der Umsetzung der EU-Pauschalreiserichtlinie erneut deutlich zunehmen. "Reiseveranstalter, Fluggesellschaften und weitere Produzenten sind daher aufgefordert, ihre wichtigsten Vertriebspartner besser zu unterstützen und Leistungen finanziell anzuerkennen. Wir arbeiten gern gemeinsam mit allen Beteiligten an neuen Lösungen, um die wirtschaftliche Situation im Reisebüro zu verbessern", so Bösl.

Aufgaben werden an Vertrieb delegiert. Er kritisiert darüber hinaus, dass viele Reiseveranstalter weiterhin Arbeit an ihre Vertriebspartner delegierten, ohne dafür zu bezahlen. "Einerseits haben ungelöste Probleme wie Reiseunterlagen, uneinheitliche Gepäckregelungen oder permanente Veränderungen von Flugzeiten zugenommen, andererseits sind die Provisionen höchstens stabil geblieben." Die Preissensibilität der Kunden dürfe natürlich nicht aus den Augen verloren werden, so Bösl. Aber die "ständige Anpassung nach unten" führe letztendlich zum Qualitätsabbau. Die gesamte Branche profitiere nachweislich von der Qualität und Flexibilität des stationären Vertriebs. „Nur durch die Mehrarbeit im Reisebüro konnten in der Vergangenheit gemeinsame Kunden zufriedengestellt und enormer Schaden von der Branche ferngehalten werden.“ Reiseveranstalter hätten in den vergangenen Monaten immer wieder betont, dass Reisebüros die "wichtigsten Vertriebspartner" seien. "Dieses verbale Lob muss sich nun in einer verbesserten Vergütung ausdrücken."

Von besonderer Bedeutung sind bessere Margen laut Bösl auch für die Nachwuchsförderung. Nur wirtschaftlich arbeitende Betriebe könnten ihre Angestellten und Auszubildenden ordentlich vergüten. "Dem Fachkräftemangel werden wir in unserer Branche nur begegnen, wenn wir die Bezahlung attraktiver gestalten", erklärt er.

 

19. Januar 2018 – 09:00
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Die neuen Agenturverträge beinhalten für Reisebüros die Wahlfreiheit zwischen Direkt- und Reisebüroinkasso. Außerdem verspricht Vertriebschef Kevin Keogh, die Reisebüros seien künftig besser vor Beratungsklau geschützt. Darüber hinaus wird die Nutzung der Kundendaten der Reisebüros neu geregelt und erlaubt künftig die Buchung aller Veranstaltermarken der DER Touristik Deutschland mit einem Vertrag. Büros, die bisher nur einen Agenturvertrag für die Kölner- oder Frankfurter Marken hatten, können nun alle Veranstaltermarken der DER Touristik Deutschland buchen.

Während in der Vergangenheit das Reisebüroinkasso bei Agenturen aufgrund besserer Liquidität und positiver Bonitätsprüfungen hoch im Kurs stand, wird mit dem Inkrafttreten der Pauschalreiserichtlinie das Direktinkasso für viele Reisebüros attraktiver. Umsätze mit verbundenen Reiseleistungen, die über das Agenturinkasso abgewickelt werden, müsssen dann durch das Reisebüro gegen Insolvenz abgesichert werden. Dieser Veränderung will sich der Konzern, wie im vergangenen Jahr bereits angekündigt, anpassen. Deshalb können Reisebüros künftig zwischen Agentur- und Direktinkasso wählen.

Die neuen Agenturverträge sollen außerdem die Nutzung der Kundendaten, die Reisebüros beim Direktinkasso-Verfahren mit dem Veranstalter teilen, im Sinne der Agenturen regeln, sagt Keogh. DER Touristik Deutschland verpflichte sich, Kundendaten nur dann zu nutzen, wenn bei werblichen Maßnahmen auch das buchende Reisebüro namentlich genannt ist. Um die Agenturen vor Beratungsklau zu schützen, hat die DER Touristik Klauseln in die Agenturverträge aufgenommen, die regeln, dass kein Provisionsanspruch besteht, wenn der Kunde nachweislich nicht durch das buchende Reisebüro beraten wurde.

18. Januar 2018 – 15:24

Man wolle auf diese Weise neue Gäste für die Hotels, Kreuzfahrtschiffe und Reisen des Konzerns gewinnen, heißt es in einer Mitteilung der Tui Group. Italien gehöre ebenso wie wie Spanien, Portugal, Brasilien und China, zu den Ländern, die heute bereits Urlaubsdestinationen für Tui sind und nun auch als Quellmärkte entwickelt werden sollen. In Italien ist dies laut Tui dies sowohl im klassischen Veranstaltergeschäft als auch digital auf Basis einer Onlineplattform und durch die globale Expansion der Dachmarke Tui geplant.

Vorantreiben soll die Entwicklung Marco Amos (49), der im April neuer Managing Director der italienischen Tui-Tochter Viaggi del Turchese wird. Er übernimmt das Amt von der 69-jährigen Adriana Bosco, die dann in den Ruhestand wechselt. Marco Amos ist aktuell Projektleiter Tui Italien bei Tui Suisse. Er unterstützt seit Oktober 2017 CEO Martin Wittwer beim Ausbau des Geschäfts im italienischen Markt für die Tui. Wittwer übernimmt zusätzlich zu seiner Funktion als CEO von Tui Suisse auch das Amt des neuen Vorstandsvorsitzenden von Viaggi del Turchese.

Tui-Chef friedrich Joussen hatte vor knapp einem Jahr angekündigt, das Unternehmen wolle binnen fünf Jahren eine Million neue Kunden erreichen und mit ihnen eine Milliarde Euro zusätzlichen Umsatz generieren. Damals nannte er Spanien, Portugal, Brasilien und China als mögliche neue Quellmärkte.

 

18. Januar 2018 – 15:04
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In vielen beliebten Fernreiseländern hat sich das Währungsverhältnis in den vergangenen zwei Jahren zu Gunsten von Touristen aus der Eurozone entwickelt. Das zeigt eine Aufstellung des Reiseportals Travelcircus. Demnach stieg etwa der Kurs des Euro gegenüber der Rupie der Seychellen um 25 Prozent, die Inflationsrate in dem Inselstaat lag unterdessen bei 2,8 Prozent. Auch die Nebenkosten in der Dominikanischen Republik sind gesunken. Der Dominikanische Peso verlor gegenüber dem Euro um 21 Prozent an Wert während sich die Teuerungsrate bei moderaten drei Prozent bewegte. Auch der chinesische Renmimbi ist heute günstiger zu haben als vor zwei Jahren, und zwar um 15 Prozent. Für USA-Reisende hat sich die Währungsparität ebenfalls vorteilhaft entwickelt. War ein Euro Anfang 2016 noch 1,06 Dollar wert, so sind es aktuell 1,22. Bali-Urlauber und Reisende im übrigen Indonesien haben ebenso gute Karten. Die indonesische Rupiah verbilligte sich um zwölf prozent, während die Inflationsrate bei 3,3 Prozent lag.

 

18. Januar 2018 – 14:05
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Rankings und Awards sind bei Medien beliebt. Schließlich verschaffen sie nicht nur den Prämierten zusätzliche Aufmerksamkeit, sondern, so die Hoffnung der Zeitungs- und Zeitschriftenmacher, auch dem Medium, das sie publiziert. Für einigen Wirbel sorgte auch das jüngste"„Facebook-Ranking“ von Einzelhotels, das das Hotelleriefachblatt AHGZ veröffentlichte. Allerdings anders als geplant.

Aber der Reihe nach. Laut dem Ranking schaffte es das Hotel Lifestyle Resort Zum Kurfürsten in Bernkastel-Kues mit gerade mal 73 Zimmern, mehr als 600.000 Facebook-Fans um sich zu scharen. Das sind etwa dreimal so viele, wie beim Zweitplatzierten, dem Ferienpark Weissenhäuser Strand. Und der hat immerhin 1.180 Unterkünfte.

Zur Ehrenrettung der Kollegen sei erwähnt, dass sie sich sogleich fragten, wie das möglich sei, und diese Verwunderung im dazugehörigen Artikel auch zum Ausdruck brachten. Doch an der Veröffentlichung des Ergebnisses hinderte sie das nicht. Hotelchef Heiner Buckermann wird zudem mit der Erläuterung zitiert, um von OTAs unabhängig zu sein, habe man eben in Kommunikationstools wie Facebook & Co. investiert. So könne man den direkten Draht zum potenziellen Gast und zur Stammkundschaft vertiefen.

Allerdings ist die geografische Verteilung der "Likes" durchaus bemerkenswert. Denn das Facebook-Analysetool http://www.sterntv-experimente.de/FacebookLikeCheck weist 92 Prozent der vermeintlichen Facebook-Fans als Einwohner von Bangladesch aus. Eine interessante Gefolgschaft für ein einzelnes Hotel in der deutschen Provinz. Und vielleicht ein Hinweis darauf, dass man Social-Media-Rankings nicht allzu ernst nehmen sollte.

 

17. Januar 2018 – 17:48
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Nach dem Aus von Airberlin und Niki plagt die Veranstalter große Ungewissheit, wie sie in den nächsten Monaten stabile und zuverlässige Flugkontingente in ihre wichtigsten Ziele sichern können. Galt es bis vor kurzem noch als Vorteil, keine eigene Airline zu betreiben und damit den finanziellen Risiken des Fluggeschäfts nicht ausgesetzt zu sein, so hat sich diese Situation jetzt umgekehrt. Denn Konzerne wie Tui und Thomas Cook können zumindest einen Teil ihrer Gäste in den eigenen Jets befördern. Andere, wie zum Beispiel DER Touristik und FTI, haben mit Vollchartern im großen Stil für die Sommersaison vorgesorgt. Nun springt auch Alltours massiv auf den Vollcharter-Zug auf, und zwar schon in der Wintersaison. Der Düsseldorfer Veranstalter hat sich für Flüge nach Mallorca im laufenden Winter jetzt insgesamt 20.000 zusätzliche Sitzplätze gesichert. Geflogen wird ab dem 1. Februar von acht deutschen Airports. Zudem ist der Veranstalter nach eigenen Angaben "mit einem deutlich ausgebauten Flugangebot“ auch zwischen Düsseldorf und den Kanaren unterwegs. Damit gleiche man den Wegfall von Flugverbindungen infolge der Niki-Insolvenz aus, heißt es von Alltours. Zum Einsatz kommen Vollcharter mit Germania, Tuifly, Sun Express, Small Planet, Sundair und Azur Air. 

Die Hotelkapazitäten auf Mallorca auszulasten und dafür zuverlässige Flugverbindungen bereitzuhalten, ist für Alltours-Chef Markus Daldrup auch deshalb besonders wichtig, weil das Unternehmen mit der Kette Allsun 26 eigene Hotels auf der Ferieninsel betreibt.

17. Januar 2018 – 17:20

Der X-Veranstalter 4yourbooking aus Hannover will es wissen. Um im stationären Vertrieb besser Fuß zu fassen, zahlt er Reisebüros für Buchungen Ende Februar ein Prozent Zusatzprovision. Der normale Provisionssatz startet bei zehn Prozent ab der ersten Buchung für Pauschalreisen und Hotelbuchungen. In der Spitze zahlt 4yourbooking zwölf Prozent.

Außerdem hat der Veranstalter sein Team in den vergangenen Monaten aufgestockt. Frank Hofmann, zuletzt Direktor bei der Sharing Economy Plattform Gloveler, verstärkt den Vertrieb. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler und Diplom-Geograph war zuvor unter anderem im Produktmanagement bei Tui, als Leiter Sales & Contracting bei der DER Touristik und als Direktor Einkauf und Produkt bei Unister/Urlaubstours aktiv. Bei 4yourbooking ist er für den Ausbau des Vertriebsnetzes verantwortlich. Krisztina Welling und André Goyke sind für den Außendienst in Nord- und Westdeutschland zuständig. Stefan Richter für Ostdeutschland. Welling und Goyke kamen von JT Touristik zu 4yourbooking, Richter von Anex Tour. Senior Manager Guido Wieling plant zudem, den Außendienst weiter auszubauen: Ein oder zwei zusätzliche Mitarbeiter sollen das Team verstärken und die Reisebüros in Süddeutschland betreuen.

Rund 800 Büros umfasst das Vertriebsnetz bisher, zudem hat 4yourbooking mit der QTA eine Vertriebspartnerschaft vereinbart. Er gehört zur Spot group. Diese betreibt als Kerngeschäft die Vermittlung von Charterflügen aus europäischen Ländern nach Ägypten, in den Mittleren Osten, die Golfstaaten und Afrika. Sie betreibt neben der Niederlassung in Hannover Büros in Kairo, Dubai und Jeddah.

17. Januar 2018 – 16:22
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Normalerweise beschäftigen sich die Reisehinweise staatlicher Behörden für fremde Länder mit grundlegenden Dingen. Das gilt auch für das US State Department. Im Fall von Nordkorea lässt die US-Institution sogar besondere Sorgfalt walten. Allen Ernstes rät sie amerikanischen Staatsbürgern, die in das abgeschottete Land reisen wollen, folgendes: "Setzen Sie ein Testament auf und benennen Sie Begünstigte und/oder einen Anwalt für Ihren Nachlass. Besprechen Sie mit Ihren Angehörigen, wer sich um Ihre Kinder, Ihre Haustiere, Ihr Haus, Ihre Wertgegenstände und Kunstwerke kümmert und leisten Sie Vorkehrungen für Ihre Beerdigung."

In der Tat nicht ganz zu Unrecht weist die Behörde zudem darauf hin, dass US-Bürgern keinerlei Rechtshilfe in dem Land zuteilwerden könne, da die USA keine diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea pflegten und dort keine Botschaft hätten. Bei Problemen werden US-Bürger an die schwedische Botschaft verwiesen, der allerdings von nordkoreanischer Seite oft der Zugang zu US-Bürgern verweigert werde.

Seit dem Tod des Studenten Otto Warmbier, der in Nordkorea während einer Reise im Gefängnis festgehalten wurde und kurz nach seiner Freilassung in den USA verstarb, ist US-Bürgern die Reise in das diktatorisch regierte Land verboten. Lediglich in Ausnahmefällen  erhalten zum Beispiel Journalisten sowie Vertreter von Hilfsorganisationen und Menschenrechtsorganisationen einen besonderen Pass, der ihnen die Reise nach Nordkorea erlaubt.

16. Januar 2018 – 17:07
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Vergangene Woche hat es der Europäische Branchenverband ECTAA endlich geschafft, die EU-Kommission zur klar und deutlich zur Einführung einer Kundengeldabsicherung gegen  Insolvenz für Airlines aufzufordern. Nachdem sich DRV-Präsident im Umfeld  der DRV-Jahrestagung lediglich zu einem klaren „Ja, aber…“  durchringen konnte und mehr Worte darauf verwendete, die Belastung der Luftfahrtindustrie durch Steuern und Abgaben anzuprangern, als sich um das eigentliche Thema zu kümmern, ist das ein gutes Zeichen. Der DRV folgte dem ECTAA-Appell übrigens per Pressemitteilung mit einem erneuten „Ja, aber…“ und pochte noch einmal auf die Wettbewerbsneutralität der Maßnahmen.

Damit an dieser Stelle kein Missverständnis entsteht: Natürlich wäre ein nationaler Alleingang in Sachen Insolvenzabsicherung Blödsinn. Und selbstverständlich sollte die EU Airlines aus anderen Regionen der Welt, die hierzulande Tickets verkaufen, so weit wie möglich zur Einzahlung in eine wie auch immer geartete Absicherungslösung verpflichten. Aber darauf zu warten, dass die weltweite Airline-Industrie, die ohnehin nichts davon hält, sich zu einer globalen Lösung bereit erklärt, würde bedeuten, dass man das Projekt gleich wieder beerdigen könnte.

Ohnehin wird die Position der Touristik- und Luftfahrt-Lobbyverbände nicht den Ausschlag darüber geben, ob eine EU-Regelung zum Insolvenzschutz von Kundengeldern für die Airline-Industrie kommt oder nicht. Sie können es lediglich vermeiden, sich lächerlich zu machen, indem sie sich hüten, eine solche Lösung zu torpedieren. Denn die jüngsten Airline-Pleiten mit hunderttausenden betroffenen Kunden setzen die Politik unter Handlungsdruck. Anders als etwa die Diskussion um die gewerbesteuerliche Hinzurechnung von Übernachtungsleistungen, die für die Branche zwar  wichtig, aber für die Verbraucher vordergründig nicht spürbar und zudem höchst erklärungsbedürftig ist, ist die Forderung nach besserem Schutz vor Airline-Pleiten eingängig und populär. Eine Regelung wird  also  diesmal kommen –  so  oder so. Und das ist gut so. Schließlich ist es nicht plausibel, dass nach den Reiseveranstaltern nun auch Reisebüros die Kundengelder, die ihnen anvertraut werden, gegen eine mögliche Pleite versichern müssen. Die Airlines, die stets sofort den vollen Betrag kassieren, hingegen nicht.

Gespannt darf man dabei sein, ob die EU ihre Überlegungen ausweitet und sich über die Zahlungsbedingungen der Airlines Gedanken macht. Gibt es einen guten Grund, warum Airlines ohne Einhaltung von Fristen 100 Prozent Vorkasse verlangen dürfen? Und warum ist eine Flugbuchung eigentlich kein Reisevertrag oder eine Teilleistung davon, für die eine analoge Behandlung in Betracht kommt?

Christian Schmicke