01. Mai 2018 – 14:09
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Der Reisekonzern Thomas Cook macht Ernst mit dem Tierschutz. „Bisher wurden 46 Tierausflüge überprüft, davon wurden bereits 29 aus dem Verkauf genommen, weil sie nicht den geforderten Standards entsprechen“, teilt der Reiseveranstalter auf Anfrage von Reise vor9 mit.

Und Thomas Cook nennt Ross und Reiter: „Beispiele für Tierattraktionen, die nach der Auditierung aus dem Programm genommen wurden, sind Ocean World in der Dominikanischen Republik, Sealanya in der Türkei, Baan Chang Living Thailand Tours auf Koh Samui, Asia Safari Khao Lak Elephant Village und Phu Cha Da (Phuket Explorer) auf Phuket.“

Thomas Cook hatte im Dezember 2016 seine „Animal Welfare Policy“ beschlossen. Im Januar vergangenen Jahres dann verpflichtete sich der Veranstalter, dass alle Anbieter von Parks, Shows und Attraktionen mit Tieren die „Global Welfare Guidance for Animals in Tourism“ des britischen Reiseverbands ABTA vollständig einhalten. Wer das nicht tue, fliege aus dem Programm. Ähnliche Programme gibt es Bei TUI und DER Touristik.

Auch Seaworld könnte ein Ausschluss treffen

Das könnte nun eventuell auch Seaworld in Orlando drohen, berichten britische Medien. Angeblich habe der Freizeitpark in Florida nicht alle Vorgaben der ABTA-Guidance komplett erfüllt. Thomas Cook habe Seaworld nun drei Monate Zeit gegeben, die Standards entsprechend anzupassen, schreibt etwa der „Mirror“.

Gegenüber „Reise vor9“ bestätigt Thomas Cook eine Überprüfung: „Auch Seaworld wurde bereits einer unabhängigen Auditierung unterzogen. Derzeit stehen wir mit Seaworld bezüglich der Audit-Ergebnisse in Kontakt.“ Thomas Cook dürfte sehr daran interessiert sein, den Freizeitpark im Programm zu halten. Allein die Briten buchen über den Veranstalter jedes Jahr 10.000 Seaworld-Eintrittskarten.

 

Seaworld verweist gegenüber Reise vor9 auf die hohe Qualität der Tierbetreuung in seinen Parks: "All unsere Arbeit entspricht den bewährten und international anerkannten Standards der führenden Organisationen der Branche wie beispielsweise der American Humane Association (amerikanischer Tierschutz-Verband) und der Association of Zoos & Aquariums (Verband der Zoos und Aquarien)."

 

Thomas Hartung

30. April 2018 – 13:47

PARLAMENTSWAHLEN
Irak, 12. Mai, Parlamentswahlen:
Keine zivilen Proteste erwartet seitens der Bevölkerung. Gefahr durch IS-Anschläge bleibt bestehen.

JAHRESTAGE MIT PROTESTPOTENZIAL
Israel, 15. Mai, Nakba Day:
Tag der Unabhängigkeitserklärung Israels 1948. Proteste in Israel und Palästina wahrscheinlich.
Muslimische Länder, 15. Mai bis zum 14. Juni, Ramadan: Große Menschenansammlungen in den Abendstunden (Shoppingcenter, Einkaufsstraßen, öffentliche Plätze) sollten gemieden werden.
Thailand, 19. Mai: Jahrestag der Unruhen in Bangkok im Jahr 2010 des „Red Skirt Crackdown“ (Vereinigte Nationale Front für Demokratie gegen Diktatur; im Volksmund Rothemden, UDD). Demonstrationen werden erwartet im Stadtteil Ratchaprasong von Bangkok.
Indonesien, 20. Mai, National Awakening Day: Proteste in Jakarta sind wahrscheinlich, im Stadtteil Cikini, am Kreisverkehr rund um das Hotel Indonesia, im Parlamentsgebäude und im Präsidentenpalast.
Türkei, 28. Mai:  Jahrestag der Gezi-Park-Proteste in Istanbul, neuerliche Demonstrationen wahrscheinlich.

WELTPOLITISCHE TREFFEN
USA-Nordkorea-Gipfel, Mai:
Provokante Aktionen sind vor geplanten Treffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkorea-Machthaber Kim Yong-un unwahrscheinlich. Vorläufige Entwarnung für: Südkorea, Nordkorea, China, Japan, Guam (US), nördliche Marianen (US).

Die Angaben über bevorstehende Ereignisse in der Welt stammen vom Geschäftsreisedienstleister International SOS und werden einmal monatlich exklusiv für Reisevor9.de zusammengestellt.

27. April 2018 – 10:24
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Endlich mal positive Schlagzeilen: Die Bahn hat in einem ICE für ihren Kooperationspartner Douglas ein Beauty-Abteil eingerichtet und mit großem Tamtam der Öffentlichkeit präsentiert. Doch wenn Bahnfahrer nach dem ganzen Medienrummel nun im ICE das Beauty-Abteil suchen, dann haben sie Pech. Denn der Zug, der seine Reisenden schöner macht, fährt gar nicht regelmäßig, sondern nur zu bestimmten Events. Etwa zur Fête de la Musique und zur Fashion Week nach Berlin, zum MS Dockville Festival in Hamburg oder zum Oktoberfest nach München. Weitere Termine stehen noch nicht fest und sollen auch den Websites von Bahn und Douglas angekündigt werden.

Das Aufhübschen ist für die Fahrgäste kostenlos – eine gültige Fahrkarte für den Zug reicht aus. Eine Anmeldung im Voraus ist auch nicht notwendig. Wer sich verschönern lassen will, kommt einfach während der Fahrt im Douglas-Abteil vorbei. Zu den kosmetischen Behandlungen zählen Hautreinigung- und pflege sowie eine individuelle Hautanalyse. Fahrgäste können ihr Make-Up auffrischen lassen, individuelle Schminktipps bekommen oder eine Express-Typberatung der „Beauty-Artists“ von Douglas in Anspruch nehmen.

26. April 2018 – 13:50
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„Swimming prohibited“ warnt ein Schild am Cable Beach: Der bekannte Strandabschnitt im westaustralischen Broome ist nach einem gefährlichen Quallenangriff geschlossen. Gestern war eine junge Frau dort von Irukandji-Quallen gestochen worden. Diese Würfelquallen sind zwar nur wenige Zentimeter groß, aber ihre Attacken können für Menschen tödlich sein. Besonders tückisch ist, dass die Stiche zunächst nicht schmerzhaft sind, die Wirkung tritt erst nach rund einer halben Stunde auf.

Die Frau schwamm in der Nähe der australischen Stadt Broome im Indischen Ozean, als sie auf die Quallen traf. Nach einem Bericht des australischen Fernsehsenders ABC fuhr sie noch alleine ins Krankenhaus. Ihr Zustand ist stabil. Der Strand wurde zunächst geschlossen. Der Rettungsdienst Surf Life Saving WA bringt dort nun Quallennetze aus. Danach dürften die Australier den Cable Beach wieder öffnen.

Erst vor zwei Wochen war ein 14-jähriges Mädchen weiter nördlich an der Pilbara Coast von Irukandji-Quallen angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden.

25. April 2018 – 17:48
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Flusskreuzfahrten in Portugal boomen. Nach einem Plus von 18 Prozent 2016 gingen vergangenes Jahr noch einmal 14 Prozent mehr Gäste an Bord. Bald dürften es noch mehr werden, denn 2019 erschließt auch A-Rosa Flussschiff den Douro für sich. „Wir setzen mit dem neuen Fahrtgebiet, wie bereits vor einigen Wochen angekündigt, den nächsten wichtigen Schritt für unser weiteres Wachstum“, sagt Geschäftsführer und Gesellschafter Jörg Eichler.

Kleines Schiff mit Annehmlichkeiten

Für den Douro lässt Eichler eigens ein neues Schiff bauen. Der noch namenlose Neubau wird im Mai 2019 getauft. Mit einer Länge von knapp 80 Metern und vier Decks hat das Schiff eine Kapazität von maximal 126 Passagieren. Es ist mit vielen Annehmlichkeiten wie großzügige Kabinen und Suiten, Pool sowie einen Fitness- und Wellnessbereich mit Sauna ausgestattet.

Das neue Schiff wird im Wochenturnus von Porto aus den Douro hochfahren. Der Fluss entspringt in Nordspanien und schlängelt sich über 900 Kilometer bis in den Atlantik bei Porto. Rund 200 Kilometer des Douro sind mit Flussschiffen befahrbar, mit drei Schleusen unterwegs. Start und Ende sind jeweils mittwochs. Der neue Katalog mit den Douro-Reisen erscheint am 4. Mai, eine Extra-Broschüre zum neuen Fahrtgebiet kommt kurz danach.

Wie bei den anderen Reisen auch, positioniert Marketing-Experte Eichler seine A-Rosa-Trips als Städte- und Naturreisen. Das Wort Schiff oder Kreuzfahrt steht nicht einmal auf dem Titel des Katalogs, nur die Flüsse. Und Eichler nimmt klar das Premiumpublikum ins Visier. „Der Markt spreizt sich“, sagt er. Luxus wachse und Budget auch, A-Rosa habe sich klar für Premium entschieden. Auch gutsituierte Familien hat er stärker im Auge. Vergangenes Jahr waren 2.000 Kinder an Bord.

A-Rosa mit 17 Prozent Buchungsplus

Eichlers Strategie geht offenbar auf. Zwar gebe es auch bei A-Rosa gelegentlich günstige Angebote. „Der Basistarif hat aber nur 0,5 Prozent Anteil an unserem Geschäft.“ Bei gleicher Flotte stiegen die Gästezahl auf 88.000 und der Umsatz auf 87,3 Millionen Euro, beides um sechs Prozent. Dieses Jahr erwartet Eichler abermals ein Plus. „84 Prozent der Kapazität ist im Kasten. Die Buchungen liegen 17 Prozent im Plus.“ Besonders hoch sei die Nachfrage für den „Premium alles inklusive Tarif“.

23. April 2018 – 15:55
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Nachwuchsmangel überall, auch im Reisebüro. Doch woran liegt das? Reise vor9 hat Azubis gefragt, ob ihnen ihr Beruf gefällt und was daran nicht. Ihre Wünsche an die Chefs: eine bessere Bezahlung und Respekt und die Wertschätzung ihres Beitrags im Unternehmen. Groß ist auch die Nachfrage nach Seminaren und Inforeisen während der Ausbildung. Aber nur vier von zehn sind sicher, dass sie in dem Beruf bleiben wollen.

Warum haben Sie sich für die Ausbildung im Reisebüro entschieden?

73% weil ich gerne mit Menschen zu tun habe

57% weil ich Spaß am Verkaufen habe

35% weil ich später mal im Ausland arbeiten will

23% weil ich günstig reisen möchte

16% weil ich später ein eigenes Reisebüro haben möchte

Bei dieser Frage gehen die Vorstellungen von Chefs und die Aussagen der Azubis weit auseinander. Denn die Ausbilder glauben, dass selbst günstig die Welt kennenzulernen der wichtigste Grund bei der Berufswahl ist. Viele schwärmen von ihrem Beruf. „Man lernt die Welt besser kennen, kann kreativ sein und hat es mit einem Thema zu tun, mit dem man sich auch selbst identifizieren und Menschen glücklich machen kann.“ Ein anderer wählte den Beruf, „weil es nichts Schöneres gibt, als den Leuten bei ihren schönsten Tagen im Jahr behilflich zu sein – ich schicke die Leute gern in den Urlaub.“ Und noch ein Azubi freut sich, „mit meiner Arbeit Menschen glücklich machen zu können“.

Entspricht der Beruf Ihren Erwartungen?

86% ja

14% nein

„Der Beruf bereitet mir sehr viel Freude. Allerdings bin ich momentan in einem Büro, in dem es sehr wenig zu tun gibt und immer wieder lange Leerläufe oder Tage ohne Kundengespräche… Ich hätte lieber etwas mehr zu tun, denn nur so lernt man und fühlt sich sicherer bei Kundengesprächen.“ Wohl dem, der solche Azubis hat. „Ich liebe meinen Job“, schreibt ein anderer.

Was gefällt Ihnen am Beruf der Tourismuskaufleute besonders und was gar nicht?

Diese Frage haben wir offen gestellt. Die Antworten fielen entsprechend vielfältig aus. Es gefällt vor allem der Kontakt zu Menschen und die immer wieder neuen Aufgaben. „Jedesmal ist es spannend, was der Kunde möchte, wenn er zur Tür reinkommt oder anruft. Jeden Tag steht man vor neuen Herausforderungen“, freut sich ein Azubi. Dass sie immer dazulernen, ist für viele ein Plus. Man erfahre immer wieder Neues über die Welt. Roadshows und Inforeisen, bei denen man Kollegen trifft, loben andere.

Die häufigste negative Nennung ist die Bezahlung. „Das Gehalt ist unglaublich schlecht“, schreibt jemand.  Kritisiert wird auch die Arbeitszeit im Reisebüro, besonders der Wochenenddienst. Auch an Kritik an Kunden mangelt es nicht. Sie haben schlechte Laune, sind unzufrieden, unfreundlich und manchmal gar unverschämt. Sie würden die Arbeit nicht schätzen. Einen anderen nerven „Besserwisser-Kunden und Situationen, in denen ich nicht sofort eine Antwort parat habe“.

Wollen Sie den Beruf nach Abschluss Ihrer Ausbildung weiter ausüben?

42% ja

34% weiß noch nicht

24% nein

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, und wenn jeder vierte Azubi schon jetzt weiß, dass er den Beruf wechseln will, spricht das nicht unbedingt für die Reisebranche. Manch einer bricht gleich ab. Andere wollen studieren, weil „mir Gehalts- und Berufsaussichten im Reisebüro sehr schlecht erscheinen“. Die Gehälter sind immer wieder Thema. „Die Bezahlung im Vergleich zu anderen kaufmännischen Berufen miserabel“. Vielen macht der Beruf zwar Spaß, aber „aber nicht für den Rest meines Lebens“.

Die vollständige Umfrage unter mehr als 300 Azubis, Chefs und Kollegen zum Thema Ausbildung lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Reise vor9 Magazins. Wussten Sie schon, dass jedes Reisebüro ein Abonnement kostenlos erhält? Wenn Ihre Agentur noch nicht im Verteiler ist, einfach eine E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

22. April 2018 – 14:03
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Reisebüros haben künftig keine Ausrede mehr: Im Vergleichssystem der Reiseprofis, dem Bistro-Portal, sind nachhaltige Urlaubshotels künftig mit einem einheitlichen Symbol gekennzeichnet. Expedienten erkennen in der Hotelliste sofort, welche Ferienanlage bei einem anerkannten Öko-Label zertifiziert ist und sie können sich gezielt nur nachhaltige Hotels anzeigen lassen. Zurzeit sind 6.000 grüne Häuser weltweit erfasst.

„Mit der Entwicklung einer einheitlichen Kennzeichnung für nachhaltig zertifizierte Reiseprodukte haben wir in der Branche den notwendigen Impuls für die Nachhaltigkeit gegeben. Und die positive Resonanz zu diesem Projekt zeigt, dass es Zeit war, diesen Schritt zu gehen“, sagt Harald Zeiss, Vorstandsvorsitzender des Nachhaltigkeitsvereins Futouris. Nach Hotels sollen künftig weitere Reiseleistungen gekennzeichnet werden. „Der Anfang ist gemacht.“

In der Pilotphase haben Lufthansa City Center und der Eigenvertrieb der DER Touristik seit Herbst die Kennzeichnung in ihren Reisebüros eingesetzt. „Die Ergebnisse der Befragung unserer Reisebüros zeigen, dass Nachhaltigkeit für den Kunden relevant ist und in der Beratung einen echten Mehrwert bietet. Allerdings müssen die entsprechenden Angaben in den Informationssystemen weiter ergänzt und fortlaufend aktualisiert werden“, sagt LCC-Geschäftsführer Andi-Julian Leta.

Alexander Breitkreutz, Geschäftsführer Reisebürobeteiligungen und Bereichsleiter IT und Prozesse DER Reisebüro, ergänzt: „Wichtig ist es, als nächstes beispielsweise genaue Hinweise zu den Nachhaltigkeitsaktivitäten der Hotels zu ergänzen, damit unsere Mitarbeiter in den Reisebüros Detailfragen zum Thema Nachhaltigkeit optimal beantworten können.“ Das ist geplant. Derzeit wird das jeweilige Zertifikat mit einem Link genannt. Detaillierte Informationen zu den Nachhaltigkeitsmaßnahmen der zertifizierten Hotels sollen folgen.

Die einheitliche Kennzeichnung nachhaltiger Hotels hält auch Einzug in die Kataloge. Als erster Reiseveranstalter hatte Thomas Cook das Signet in die Sommerkataloge 2018 seiner Marken aufgenommen, zur Wintersaison folgt nun FTI. „Wir glauben fest an die Relevanz der Nachhaltigkeit für den Kunden“, sagt FTI-Geschäftsführer Ralph Schiller. Mit der Integration des Signets im Katalog und in den Buchungssystemen werde die Suche nach grünen Hotels für Expedienten und Kunden deutlich leichter.

19. April 2018 – 21:18

Noch immer herrscht in Reisebüros große Verunsicherung, was mit der Pauschalreiserichtlinie auf den Vertrieb zukommt. Neben der Bürokratie mit den Formularen sehen Experten vor allem die Absicherung von Kundengeldern und die Veranstalterhaftung als Risiken. Die Allianz der Reisebürokooperationen QTA, der 8.800 Agenturen angeschlossen sind, will das Problem mit einem neuen Versicherungspaket lösen. Eine Basisabsicherung soll es ab 135 Euro pro Jahr geben.

„Aufgrund der neuen gesetzlichen Bestimmungen kann es allein durch einen Formfehler passieren, dass Reisevermittler als Veranstalter einer Reise haftbar gemacht werden“, sagt QTA-Sprecher Thomas Bösl. „Diese ungewollte Reiseveranstaltertätigkeit kann zu erheblichen finanziellen Risiken führen, die aufgrund unserer empfohlenen Versicherungslösungen minimiert werden.“

Insolvenzabsicherung im Paket enthalten

Zudem müssten Reisebüros vermittelte Reiseleistungen teilweise gegen ihre eigene Insolvenz absichern. Dafür können sie nun mit einem vereinfachten Prozedere eine neue Versicherung abschließen. Ohne Sicherheiten werden damit Kundengelder aus Agenturinkasso für verbundene Reiseleistungen bis zu einem Umsatz in Höhe von jährlich 500.000 Euro abdeckt.

Die Versicherungspakete schützen außerdem vor Schadenersatzansprüchen wegen der Verletzung von Informations-, Beratungs- und Sorgfaltspflichten vor, wenn beispielweise falsche Reiseauskünfte erteilt oder ausländische Rechtsvorschriften verletzt wurden. Ebenso wichtig ist eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Vermittlungsfehler.

18. April 2018 – 15:38
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Georg Hesse, CEO der Holidaycheck Group, redet nicht um den heißen Brei herum. „Ich finde, dass die Reisebranche nicht sonderlich kundenorientiert ist“, sagt der Ex-Amazon-Manager im Interview mit Reise vor9. „Da fehlt es noch an vielen Ecken. Es gibt keine richtige Benchmark, keinen Leuchtturm wie Amazon oder Zappos im Handel, die extrem kundenorientiert sind und vormachen, wie es geht.“

Zwar behauptet praktisch jeder, dass bei ihm der Kunde im Mittelpunkt stehe, doch das lässt der Holidaycheck-Chef nicht gelten. „Ich habe wirklich noch keinen gefunden, der mir sagen konnte, wer in der Touristik Vorbild für Kundenorientierung ist.“ Es gehe nicht darum, ein nettes Leitbild zu formulieren, sondern es wirklich umzusetzen. „Solange es nichts kostet, sind alle Unternehmen kundenfreundlich.“

Masse an Preisänderungen ein Zumutung

Hesse kritisiert insbesondere die Datenqualität der Reiseveranstalter. „Fragen Sie mal, wie viel Prozent der Preise, die Reiseveranstalter ausspielen, richtig sind. Oder wie viel Prozent der Verfügbarkeiten stimmen. Wir reden hier nicht davon, dass einer von hundert falsch ist, sondern zwei von zehn.“ Das sei in keiner anderen Branche vorstellbar, so der Holidaycheck-Manager. „Das Verständnis dessen, was man einem Urlauber zumuten kann, ist meiner Meinung nach völlig inakzeptabel.“

Hier macht Hesse den Reiseveranstaltern Druck. „Das Thema Datenqualität gehen wir aggressiv an.“ Holidaycheck nehme Partner aus dem System, wenn ihre Informationen zu schlecht seien. „Ich glaube, alle haben schon mal gespürt, dass wir es ernst meinen. Das hat schon einiges bewirkt.“

Holidaycheck könnte näher an Reisebüros rücken

Dass viele Reisebüros Holidaycheck für die Kundenberatung nutzen, stört Hesse nicht. „Es ist gut, dass Holidaycheck für alle eine relevante Plattform ist. In fünf Jahren ist Holidaycheck eher noch vernetzter mit der Industrie als heute. Und da gehören vielleicht auch die Reisebüros dazu – viele machen einen tollen Job bei der Kundenberatung. Ich glaube, dass wir eher näher an sie rücken, als uns weiter zu entfernen.“

Das vollständige Interview mit Holidaycheck-CEO Georg Hesse lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Reise vor9 Magazins. Wussten Sie schon, dass jedes Reisebüro ein Abonnement kostenlos erhält? Wenn Ihre Agentur noch nicht im Verteiler ist, einfach eine E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

18. April 2018 – 12:30

Reisebüros können sich bei falschen oder irreführenden Beschreibungen von Reiseleistungen auf ihrer Internetseite nicht damit aus der Haftung herausreden, dass die Angaben vom Reiseveranstalter stammen. Das hat das Oberlandesgericht München nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBZ) gegen Comvel und ihr Reiseportal Weg.de entschieden. Das Urteil könnte weitreichende Folgen für die Online-Auftritte aller Reisebüros haben.

„Das Gericht hat klargestellt, dass sich Vermittler nicht völlig von der Haftung für falsche Angaben freizeichnen können“, so Kerstin Hoppe, VZBV-Rechtsreferentin. „Wenn der Vermittler zum Beispiel aufgrund von Kundenbeschwerden weiß, dass die Hotelbeschreibung des Reiseveranstalters nicht stimmt, muss er die Angaben korrigieren. Er kann sich nicht darauf berufen, dass immer nur der Reiseveranstalter verantwortlich ist.“

Die Verbraucherschützer hatten die Geschäftsbedingungen von Comvel beanstandet. Dort stand bislang: „Angaben über vermittelte Beförderungen oder andere touristische Leistungen beruhen ausschließlich auf den Angaben der verantwortlichen Leistungsträger Comvel gegenüber. Sie stellen keine eigene Zusicherung von Comvel gegenüber dem Reiseteilnehmer dar.“ Diese Klausel hat das OLG nun kassiert und keine Revision zugelassen.

Die Richter stellten klar, dass es sich bei der Vermittlung von Reisen rechtlich um eine Geschäftsbesorgung handelt, die vom Reisebüro die Einhaltung von Sorgfaltspflichten erfordert. Davon kann es sich nicht mit einer Klausel in den Geschäftsbedingungen befreien. Hat der Vermittler falsche Angaben auf seiner Internetseite verschuldet, muss er dem Kunden den dadurch entstandenen Schaden ersetzen. Das ist der Fall, wenn er Angaben eines Reiseveranstalters falsch darstellt oder Informationen wiedergibt, von denen er weiß, dass sie unrichtig sind.

Download des Urteil vom OLG München, Aktenzeichen 29 U 2137/17

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