15. Mai 2018 – 18:05
paragraphnavback

Überprüft eine Fluggesellschaft die Reisedokumente ihrer Passagiere vor dem Abflug nicht, kann sie unter Umständen für ein daraus resultierendes Bußgeld mithaften. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) im Fall eines Fluggastes aus Hannover. Dieser war im Jahr 2015 ohne das erforderliche Visum von Frankfurt nach Neu Delhi geflogen und dort an der Grenzkontrolle abgewiesen worden. Die indischen Behörden hatten Lufthansa daraufhin ein Bußgeld von 100.000 Rupien, umgerechnet damals etwa 1.415 Euro, auferlegt. Das Unternehmen verlangte das Geld vom Passagier zurück und bekam vor dem Amtsgericht und dem Landgericht Hannover Recht. (Az.: X ZR 79/17)

Dieses Urteil hob nun der unter anderem für Reiserecht zuständige X. Zivilsenat des BGH auf und verwies den Fall zurück. Ein Mitverschulden sei durch die Beförderungsbedingungen der Fluggesellschaft nicht ausgeschlossen. Diese sehen zwar allein den Fluggast in der Pflicht, das Vorhandensein der richtigen Dokumente zu überprüfen. Doch auch die Fluggesellschaft sei verpflichtet, keinen Passagier ohne das nötige Visum nach Indien zu befördern, so die Richter. Das Berufungsgericht müsse jetzt Feststellungen zu Art und Schwere der „wechselseitigen Ursachenbeiträge” treffen.

Das Landgericht hatte in seinem Urteil auf die Nebenpflicht aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen verwiesen, wonach Passagiere die Reise nur mit gültigen Einreisedokumenten antreten dürfen. Die Fluggesellschaft sei nicht verpflichtet, das zu überprüfen.

15. Mai 2018 – 17:26
wilsongarry-easyjet

Bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen kündigte Airline-Chef Johan Lundgren an, dass Easyjet im Geschäft mit der Urlaubssparte Easyjet Holidays expandieren wolle. Dass er es mit der Offensive ernst meint, verdeutlicht eine Personalie. Garry Wilson, ein früherer Mitstreiter aus Lundgrens Zeit bei Tui, wird neuer Chef von Easyjet Holidays. Der bisherige Managing Director für Produkt und Einkauf bei der Tui Group soll sämtliche Geschäftsbeziehungen zu Hotels und anderen Lieferanten für die Urlaubsplattform verantworten.  Bisher habe Easyjet die Möglichkeiten im Feriengeschäft nicht konsequent genutzt, sagt Lundgren. Mit Europas größtem Flugstreckennetz von wichtigen Airports zu Urlaubszielen, einer guten Marke und Kostenvorteilen gegenüber den Mitbewerbern verfüge man über gute Voraussetzungen dafür. Damit sei man fähig, einen erheblichen Teil des Marktes abzugreifen.

Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres bis Ende März lief für Europas zweitgrößten Billigflieger nicht schlecht. Der Umsatz stieg um knapp 20 Prozent auf 2,2 Milliarden Pfund. Zugleich verringerte sich der im Winter übliche Vorsteuerverlust von zuvor 236 Millionen Pfund auf 68 Millionen. Auch die Buchungen für die zweite Jahreshälfte lägen deutlich über Vorjahr, so Lundgren. Für das gesamte Geschäftsjahr peilt Easyjet einen Vorsteuergewinn von 530 bis 580 Millionen Pfund an und damit einen Zuwachs von mindestens 30 Prozent zum Vorjahr.

15. Mai 2018 – 16:14
ryanair-flugzeugefotoryanair

Diese neuen Regeln gelten ab Mittwoch, 13. Juni 2018, für alle verfügbaren Flüge und betreffen Passagiere, die bei der irischen Airline keinen Sitzplatz reserviert haben. Bislang war der Online-Check-in ab vier Tage vor Abflug möglich. Damit wird der Druck auf Gruppen, Paare oder Familie erhöht, sich Sitzplätze kostenpflichtig zu reservieren, wenn sie im Flugzeug zusammensitzen wollen. Die andere Seite der Medaille ist ein Vorteil für Passagiere, die die Kosten für einen Sitzplatz nicht scheuen. „Dies gibt Kunden mit Sitzplatzreservierung mehr Zeit, um ihre bevorzugten Plätze vor Abflug auszuwählen“, sagt ein Ryanair-Sprecher auf Nachfrage. Zudem entspreche der neue Zeitrahmen immer noch dem Doppelten der Check-in-Zeit von 24 Stunden, die bei Aer Lingus, British Airways, der Lufthansa, Norwegian und Iberia gewährt werde, so Ryanair weiter. Bis 2016 hatten die Ryanair-Passagiere die Möglichkeit, eine Woche vor Abflug online einzuchecken. Seither galt die Vier-Tage-Regel.

TH

15. Mai 2018 – 16:08
teamwallraff

„Ich kannte mal einen, der konnte Eis an einen Eskimo verkaufen“, sagt ein Schulungsangestellter der FTI-Reiseleiterorganisation im Film.  Damit bringt er ziemlich genau auf den Punkt, was von Reiseleitern nach den Erfahrungen der Macher der RTL-Serie „Team Wallraff““ erwartet wird. verkaufen, verkaufen und nochmal verkaufen.

Jedes Jahr in der sommerlichen Vorsaison feiern Reportagen über mehr oder minder skandalöse Zustände in den Ferienparadiesen fröhliche Wiederauferstehung. Diesmal hatte RTL mit dem Team um den Enthüllungsjournalisten und Schriftsteller Günter Wallraff seine investigative Speerspitze auf die Reisebranche angesetzt. Um es kurz zu machen: Die Sendung „Pauschalurlaub – Ärger inklusive“ hält, was der Titel verspricht. Dreckige Zimmer, Schimmel, schmutzige Matratzen, Müll, Billigfusel und bakteriell verunreinigtes Wasser im All-inclusive-Ausschank, Chaos beim Einchecken, Baustellen statt bezugsfertiger Zimmer – das  übliche eben. Und nahezu alle „Großen“ im Geschäft bekamen ihr Fett weg: FTI und seine Hotelmarke Labranda, Thomas Cook mit einem ehemaligen Sun-Connect-Hotel, DER Touristik mit der Reaktion auf Urlauberbeschwerden, Tui, Alltours und FTI mit ihren Reiseleiterorganisationen.

Skandal oder Skandälchen? Mitarbeiterinnen des Wallraff-Teams gingen dabei als Animateurinnen und Reiseleiterinnen undercover auf Informationssuche. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Missständen, die tatsächlich das Zeug zum Skandal haben, und gewollt wirkenden Übertreibungen. So wurde etwa angeprangert, dass das Cola-Getränk und die Limonaden im All-inclusive-Ausschank aus Sirup aus dem Kanister und Leitungswasser gemischt wurden, obwohl genau das in großen Teilen der Gastronomie normal ist. Dass das ausgeschenkte Wasser selbst hygienischen Mindeststandards nicht entsprach, wiegt dagegen deutlich schwerer. Auch dass Wein und Spirituosen, zumal im preisgünstigeren Bereich des Alles-inklusive-Marktes nicht auf Gourmet-Niveau liegen, kann wohl nur Kunden überraschen, die sich noch nie darüber Gedanken gemacht haben, wie ein Preis zustande kommt. Was freilich nichts daran ändert, dass bei vergammeltem Essen der Spaß aufhört.

Verkäufer statt Kümmerer. Kein gutes Haar lässt die Reportage auch an den Reiseleiterorganisationen. Zwei Vorwürfe stehen dabei im Mittelpunkt. Der erste: Reiseleiter werden statt auf Kundenbetreuung gnadenlos auf verkauf getrimmt. Und der zweite: Bei  Beschwerden gehe es ihnen nur darum, mögliche Kosten für Hotelier und Veranstalter zu vermeiden oder gering zu halten. Mit dem ersten Kritikpunkt landet die Reportage einen Volltreffer. Wenn sich, wie bei einer Reiseleiterschulung der Tui, zwei Drittel der Lehrstunden um den Verkauf von Ausflügen drehen und nur der Rest um alle übrigen Themen, und wenn sich Bezahlung und der Aufstieg der Reiseleiter innerhalb der Organisation vollständig oder überwiegend daran orientieren, spricht das für sich. Ändern wird sich daran nichts – jedenfalls nicht zum Guten. Schließlich hat etwa Tui gerade im Bereich Ausflüge und Aktivitäten zum Angriff geblasen und das Thema zum strategischen Geschäftsfeld erklärt. Und auch bei den übrigen großen Anbietern rückt der Verkauf von „Ancillaries“ auf der Agenda immer weiter nach vorn. Insofern ist der Wandel des Jobprofils bei Reiseleitern vom Kümmerer zum Verkäufer seit langem gelebte Realität und eine Veränderung des Blickwinkels der Verbraucher durchaus angebracht.

Problemlösung vor Ort. Dass Reiseleiter hingegen um Schadensbegrenzung für ihren Arbeitgeber bemüht sein müssen, kann dagegen per se kein Anlass zur Kritik sein. Natürlich kann man es als trickreich ansehen, Kunden bei Beschwerden mit einer Flasche Wein, einem Abendessen oder einem Upgrade besänftigen zu wollen, statt nach ihrer Rückkehr einen Teil des Reisepreises zu erstatten – legitim und oft auch im Sinne der Urlauber ist die Praxis, Probleme vor Ort zu lösen, aber allemal.

Abschließend „enthüllt“ die Reportage noch, wie Reiseleiter despektierlich über ihre Gäste sprechen und ihnen vorwerfen, nur nach dem Haar in der Suppe zu suchen. Dass dies auf Urlauber mindestens ernüchternd wirkt, ist klar. Andererseits:  Wer von all denen, die in verschiedensten Branche täglich mit Kunden zu tun haben, hat noch nie über selbige gelästert?

Dessen ungeachtet werden viele Reiseprofis in den nächsten Tagen  die Themen der RTL-Sendung auf den Tisch, beziehungsweise um die Ohren gehauen bekommen. Entsprechend groß ist der Frust, der sich in einschlägigen Social-Media-Gruppen über die Reportage entlädt. Reiseprofis werfen den Autoren vor, besonders abschreckende Beispiele  ausgewählt zu haben. Die mediale Überhöhung  vorhandener Mängel sei ein Problem, das nun auf ihnen laste, so der Tenor. Sei’s drum. Wenn die Kunden mit ihren Sorgen und Vorbehalten an den Counter kommen, ist das zwar lästig. Aber immer noch besser, als wenn sie niemandem die Gelegenheit gäben, den Eindruck, der aus der Sendung entstanden ist, zu relativieren. Wer sich darauf vorbereiten möchte, was da kommen mag. hat hier dazu die Gelegenheit.  

Christian Schmicke

 

15. Mai 2018 – 14:01
wagner-oliver-eurowings

Vom Ticketverkauf alleine kann eine Airline heute nicht mehr leben. Das gilt vor allem für das Low-Cost-Segment, das sich sein rasantes Wachstum über niedrige Flugpreise erkauft. Also müssen Zusatzverkäufe her –von der Bordverpflegung über Gepäck- und Sitzplatzreservierung bis hin zur Vermittlung externer Leistungen wie Hotels, Transfers, Mietwagen, Ausflügen oder anderen Aktivitäten.

Digitaler Ableger. Eurowings will dafür bis Ende des Jahres eine eigene Digitalfirma gründen. Die „Eurowings Digital GmbH“ soll „alle kundenrelevanten Digitalaktivitäten der Airline unter einem Dach bündeln“, kündigt Eurowings-Geschäftsführer Oliver Wagner an. Der Umsatz über die Website eurowings.com liege bereits bei mehr als einer Milliarde Euro und solle in diesem Jahr auf 1,5 Milliarden Euro im Jahr steigen, erklärt Wagner.

Umfassende Palette. Wichtigstes Projekt ist dabei die Umwandlung der Website eurowings.com in eine „stark wachsende Reise-Plattform“, erklärt der Airline-Manager. Dabei solle eurowings.com als „digitaler Reisebegleiter“ Eurowings Kunden langfristig binden, indem „Website und Eurowings-App über Flüge von A nach B hinaus ein personalisiertes Angebot an digitalen Services und Produkte bieten“. Registrierte Nutzer sollen Angebote mit „maßgeschneiderten Hotelbuchungen, Mietwagen, Eventtickets und vieles mehr erhalten“, erklärt Wagner. Wie hoch das angepeilte Investitionsvolumen ist, teilt das Unternehmen nicht mit. Für die Weiterentwicklung der Kundenwebsite und für „Eurowings Digital“ werde man „viele Millionen Euro investieren“, heißt es lediglich.

Standort Köln. Als Standort der Firma ist Köln vorgesehen, Kernelement ist der bereits bestehende Fachbereich „eCommerce“. In den nächsten Jahren soll die Digital-Tochter auf bis zu 150 Mitarbeiter wachsen. Der Start von „Eurowings Digital“ ist für Ende des Jahres vorgesehen.

 

14. Mai 2018 – 17:25

Die Abkürzung steht für „offener touristischer Datenstandard“. Ziel der Initiatoren ist es, einen einheitlichen Datenstandard zu etablieren, nach dem alle Reiseangebote aufgebaut werden, so dass diese vergleichbar sind und von den gängigen Buchungssystemen in Reisebüros und den Internet Booking Engines der Online-Portale (IBE) weiterverarbeitet werden können. Der Kunde erhält so einen besseren Überblick über das konkrete Reiseangebot mit all seinen Details und möglichen Zusatzleistungen, und Reisebüromitarbeiter können gezielter nach dem passenden Angebot suchen. Das Arbeiten mit OTDS ist schneller als mit herkömmlichen Formaten, die zu übermittelnde Datenmenge ist geringer und die Reaktionszeiten des Systems sind kürzer.

Der OTDS-Verein kümmert sich darum, dass möglichst viele touristische Leistungsanbieter den Standard verwenden, und entwickelt das System weiter. Derzeit hat der Verein 28 Mitglieder, darunter sind Veranstalter, Reisebüro-Organisationen, Technikanbieter und Verbände. Die Verwendung des Formats ist kostenlos, und 18 Unternehmen, darunter viele große Player liefern ihr Portfolio im OTDS-Format oder arbeiten konkret an Umsetzungsprojekten.

FW

14. Mai 2018 – 16:51
luthemarkushotelverband

Es hat nicht lange gedauert, bis auf die Studie des OTA- und GDS-Lobbyverbandes ETTSA zu den Direkt- und Fremdvertriebskosten für die Hotellerie in markige Worte gefasste Entgegnungen erfolgten. Die Studie hatte festgestellt, dass sich Direkt- und Fremdvertrieb in puncto kosten kaum voneinander unterscheiden.

Dass diese Behauptung Kritiker auf den Plan rufen würde, war klar. Markus Luthe, Geschäftsführer des Hotelverbands Deutschland, erklärt in einem mit der Headline „Fremdschämen“ überschriebenen Blog, die Untersuchung offenbare "schon auf den zweiten Blick so gravierende systematische Mängel in den Annahmen, dass sich Zweifel an der Methodik und Ergebnisoffenheit der Infrata-Studie – und den ETTSA-Schlussfolgerungen daraus – geradezu aufdrängen".  Als Referenz für seine Erkenntnis führt er mit dem Unternehmen Triptease einen Kronzeugen an, dessen Thesen nicht deutlich weniger interessengeleitet sein dürften als die des OTA- und GDS-Lobbyverbandes ETTSA. Allerdings geht es um entgegengesetzte Interessen – denn Triptease bietet technische Lösungen für den Direktvertrieb an.

Inhaltlich kritisiert der Plattform-Anbieter an der ETTSA-Studie, dass sie allein auf den „angeblichen Auswirkungen des höchst umstrittenen 'Billboard-Effektes'" beruhe. Dieser Effekt gehe davon aus, dass Reisende Hotels über die Seiten der großen Vermittler suchen und finden, dann aber die Websites der Hotels oder Hotelmarken buchen. Die Studie unterstelle, dass 35 Prozent aller Buchungen über die Webseiten der Markenhotellerie allein dem Billboard-Effekt geschuldet seien. Diese unrealistische Grundannahme, die dem Fremdvertrieb eine segensreiche Wirkung für den Direktvertrieb zuschreibt, sei eigentlich schon Grund genug, um die Studie beiseite zu legen, schreibt Luthe – um dann doch weiter am Ball zu bleiben.

Unter anderem kritisiert er, dass die ETTSA-Untersuchung auf der Prämisse beruhe, „dass im Direktbuchungskanal der Hotels loyale und illoyale Kunden je hälftig vertreten sind“. Diese Fifty-Fifty-Annahme falle „gleichsam vom Himmel“, werde einfach gesetzt und weder abgeleitet noch belegt. „Unter Würdigung dieser dürftigen wissenschaftlichen Basis der Infrata-Studie muss das Veröffentlichungs-Getöse von ETTSA dann nur noch diffamierend und mehr als befremdlich wirken“ erklärt er. Besonders geärgert hat den Hotelverbandschef offenbar die Aussage der Autoren der ETTSA, der "Hauptanreiz für Hoteliers, Direktbuchungen zu fördern“, liege darin, „Transparenz und Vergleichbarkeit für Verbraucher zu reduzieren, und den Wettbewerb zwischen Hotels einzuschränken". Das war zu viel des Guten: "So geht man unter (Vertriebs-)Partnern nicht miteinander um."

 

14. Mai 2018 – 13:19
boesl-thomasrtk-chef-foto-rtk

Die Reisebürokooperationen-Allianz QTA bietet ihren Mitgliedern ein neues Leistungspaket zum Verkauf an, das eine Reihe zusätzlicher Versicherungen für die Kundschaft beinhaltet. Q+, so der interne Name des Pakets, umfasst unter anderem Angebote der Europäischen Reiseversicherung (ERV) und der International Passenger Protection (IPP) aus London zur Absicherung gebuchter Einzelleistungen. Sie greifen, wenn Leistungsträger wie Airlines, Mietwagenanbieter oder Hotels Insolvenz anmelden müssen. Auch Nur-Flug-Buchungen, über deren Absicherung seit der Pleite von Airberlin heftig diskutiert wird, sind darüber gegen die Insolvenz des Leistungsträgers versichert. Für die Entwicklung des Versicherungs-Pakets, das neben der Insolvenzversicherung auch den sogenannten Anreiseschutz für den Weg zum Abflughafen, einen Einbruchsschutz sowie eine Schlüsselversicherung für die Urlaubsunterkunft einschließt, hat sich die QTA prominente Unterstützung geholt. Als Berater fungiert der ehemalige ERV-Versicherungsmanager Hans Stadler.

Außerdem offeriert die QTA ihren Büros unter dem Q+-Label diverse weitere Zusatzleistungen. Dazu zählen etwa Sitzplatzreservierungen, Flughafentransfers oder die Organisation von Reisevisa. Auch ausgefallenere Wünsche wie die Paketannahme während des Urlaubs, Blumen gießen oder gar der volle Kühlschrank bei der Rückkehr von der Reise sollen auf der Liste stehen. Geld verdienen können die QTA-Büros mit den neuen Tools nicht über festgelegte Provisionen, sondern durch die Erhebung von Service-Entgelten. Für das QTA-Mehrwertpaket mit den Versicherungen werde ein mittlerer einstelliger Betrag fällig, heißt es von der QTA. Die genaue Endsumme kalkuliert das Reisebüro selbst. QTA-Chef Thomas Bösl rechnet für das gesamte Q+-Paket mit Einstiegspreis von 15 bis 20 Euro. Eine Preisempfehlung werde es jedoch nicht geben, kündigt er an.

Bösl glaubt, mit den neuen Zusatzleistungen und Versicherungen gleich zwei Fliegen mit einer Klasse geschlagen zu haben. Q+ verknüpfe Kundenorientierung, etwa bei der viel diskutierten Absicherung von Einzelleistungen, mit zusätzlichen Einnahmequellen für die Reisebüros, erklärt er. Der Startschuss für die neuen Zusatzleistungs-Angebote soll im Juli parallel zum Inkrafttreten der neuen Reisegesetzgebung erfolgen.

14. Mai 2018 – 12:44
herrgottmarctraffics

Marc Herrgott, der seit November den Berliner Luxusreiseveranstalter Windrose führte und den Posten, wie bereits berichtet, Ende September niederlegt, wechselt zurück in die Geschäftsführung der Berliner Softwareschmiede Traffics. Dort hatte er bereits vor seinem Wechsel zu Windrose die Rolle des COO inne. Hergotts künftige Funktion im Unternehmen werde "mit erweiterten Aufgaben- und Verantwortungs-Schwerpunkten ausgestattet", kündigt Traffics-CEO Salim Sahi an. Die Aufgabenverteilung zwischen Sahi und Herrgott soll so aussehen, dass Herrgott die operative Steuerung der heutigen Unternehmensbereiche übernimmt, während die Weiterentwicklung Einführung neuer Geschäftsfelder im Verantwortungsbereich von Salim Sahi liegen.

 

12. Mai 2018 – 22:08
debuschristoph

Die Airline-Industrie ist in ihrer Einschätzung zu den eigenen Zukunftsperspektiven gespalten. Nachdem Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Rande der Hauptversammlung des Konzerns vergangene Woche gewarnt hatte, die Luftfahrt stoße allmählich an Wachstumsgrenzen, und zugleich eine „Stabilisierung“ der zuletzt stark gesunkenen Ticketpreise prognostizierte, widersprach Christoph Debus, der Chef der Flugsparte von Thomas Cook, dieser Prognose im Interview mit dem „Spiegel“ vehement. In den vergangenen Jahrzehnten sei der Luftverkehr stets stärker gewachsen als das Bruttosozialprodukt, argumentiert der Airline-Manager. Er gehe davon aus, dass sich diese Entwicklung fortsetze.

Während Debus die Wachstumsperspektiven deutlich optimistischer beurteilt als Spohr, ist er in Sachen Preisbildung aus Sicht der Airlines skeptischer. Da in der Branche nach wie vor Überkapazitäten herrschten und das Angebot an touristischen Flugrouten allein in Deutschland in diesem Sommer gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent gestiegen sei, sehe er wenig Spielraum für Preiserhöhungen, sagte er dem Magazin. „Wo Wettbewerb herrscht“, so Debus, „wird der Konkurrenzdruck weiterhin dazu führen, dass die Preise erst einmal niedrig bleiben“.

Gemeinsam ist beiden Airline-Chefs dagegen der Wunsch nach einer weiteren Konsolidierung des Airline-Marktes, wenngleich sie möglicherweise darin uneins sind, wer davon am stärksten profitieren könnte. Spohr will bekanntlich seine Low-Cost-Marke Eurowings als Plattform für weiteres Wachstum nutzen und dort die Stückkosten senken. Auch die Thomas Cook Airlines drehen kräftig an der Kostenschraube, vor allem durch die Gründung neuer Gesellschaften wie zuletzt Thomas Cook Balearics oder der Übernahme von Airberlin Aviation. Auf diese Weise lassen sich die Tarifbedingungen der Kerngesellschaft umgehen. Debus hofft, dass sich in Europa die Entwicklung des US-Flugmarktes wiederholt, wo sich vier große Fluglinien 80 Prozent des Marktes teilen. Das würde der notorisch margenschwachen Airline-Industrie helfen, zu gesunden, vermutet er.

 

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Zu den Datenschutzbestimmungen ... Zustimmen