23. Juli 2018 – 17:30
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Das erklärte Airline-Chef Michael O’Leary im Zuge der Bekanntgabe der Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres bei Ryanair. Laudamotion-Chef Niki Lauda hatte Ende März noch von einem erwarteten Verlust in Höhe von 50 Millionen Euro für das Startjahr gesprochen. Die Geschäftsentwicklung an der Beteiligung, die die irische Fluglinie demnächst auf 75 Prozent aufstocken will, sei von Preisen beeinträchtigt, die für die laufende Sommersaison niedriger als erwartet lägen, sagte O'Leary nun. Außerdem hätten die späte Veröffentlichung der Flugpläne und die Weigerung von Lufthansa, Laudamotion wie vereinbart 14 Flugzeuge zur Verfügung zu stellen, für geringere Einkünfte gesorgt. Auch die gestiegenen Kerosinpreise ließen die Kosten steigen. Vor diesem Hintergrund erwarte man im "ersten, schwierigen Jahr" des Bestehens einen Verlust von 150 Millionen Euro. Im dritten Jahr werde Laudamotion schwarze Zahlen erwirtschaften, bleibt O’Leary trotz des holprigen Starts der österreichischen Beteiligung zuversichtlich.

Ryanair selbst verbuchte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 319 Millionen Euro Gewinn, rund 20 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. 

 

23. Juli 2018 – 16:55
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Rund 300 Geschädigte der Fake-Fluggesellschaft Germany Airlines, die auch unter Germani Airlines firmierte, haben sich nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Duisburg mittlerweile gemeldet. Der vermeintliche Carrier hatte von mehreren Flughäfen in Deutschland und der Schweiz aus günstige Flüge in die Hauptstadt des Kosovo, Prishtina, angeboten, die es gar nicht gab.

Nach Informationen der "Rheinischen Post" ermittelt die Staatsanwaltschaft in der Angelegenheit gegen zwölf Beschuldigte wegen gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betrugs. Im Fall der Verurteilung müssen sie mit Strafen bis zu zehn Jahren Haft rechnen. Drei der früheren Geschäftsführer der Gesellschaft seien zwischenzeitlich in Untersuchungshaft gewesen, aber bereits wieder auf freiem Fuß. Laut "Rheinischer Post" sollen sie sich "umfangreich geständig" gezeigt haben.

Die schweizerische private Verbraucherschutzorganisation "Reklamationszentrale" warnt unterdessen vor weiteren Websites, die nach demselben Muster arbeiteten. Darunter seien die Seite einer angeblichen Fluggesellschaft, die sich Adria Fly nennt, adriafly.eu, und die Seite von Aeroprishtina, aeroprishtina.de. Nach jüngsten Erkenntnissen sollen die Betrüger zunächst noch echte Tickets verkauft haben. Bis Anfang des Jahres 2017 seien einige Kunden der Germani Airlines tatsächlich mit Maschinen der bulgarischen Elektra Airline nach Prishtina befördert worden. Andere hätten Plätze in Chartermaschinen erhalten, doch habe dies wohl im wesentlichen zum "Anfüttern" der Kunden gedient. Später seien ausschließlich Tickets ohne Gegenleistung verkauft worden.

23. Juli 2018 – 16:22
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Aldiana muss die Eröffnung des Clubs in Cabarete in der Dominikanischen Republik, die eigentlich für Oktober geplant war, auf unbestimmte Zeit verschieben. Man könne "eine eventuelle Beeinträchtigung der Urlaubsfreuden in der aktuellen Situation vor Ort nicht ausschließen", heißt es zur Begründung. "Unvorhergesehene Verzögerungen" beim Bau der Anlage hätten dazu geführt, dass "die von Aldiana zu erwartende Qualität in diesem Jahr nicht erreicht werden kann". Deshalb müsse man den Start "bis auf weiteres" verschieben. Gäste, die den Club bereits gebucht haben, erhalten ihre Anzahlung zurück. Zudem lockt der Clubanbieter sie mit 50 Prozent Ermäßigung auf die Hotelübernachtung, wenn sie einen anderen Aldiana im Sommer 2019 oder im darauffolgenden Winter buchen. Dies gelte nicht für bereits vollzogene Buchungen für die genannten Zeiträume, sondern ausschließlich für Neubuchungen, erklärt das Unternehmen in einer Mitteilung an den Vertrieb.

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Foto: Aldiana

Ursprünglich sollte der Club an der Nordküste der Dominikanischen Republik bereits im Mai eröffnet werden. Im Dezember vergangenen Jahres wurden die Planungen dann geändert. Damals hieß es, die Verschiebung sei wegen umfassender Renovierungsarbeiten erforderlich. Mit dem Club in Cabarete will die Thomas-Cook-Beteiligung, die 1973 mit ihrer ersten Anlage im Senegal startete, auf die Fernstrecke zurückkehren und die Zahl der Anlagen, die ganzjährig betrieben werden können, steigern.

23. Juli 2018 – 13:44
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Die Reisebürokette legt ein deutschlandweites Quereinsteiger-Programm im Bereich Business Travel auf. Vom 1. November an bietet die Vertriebsorganisation in zunächst 15 Büros in Deutschland jeweils einen Arbeitsplatz für einen Quereinsteiger an.  In einem dreimonatigen Intensivlehrgang sollen die angehenden Geschäftsreiseprofis im Büro und in zentralen Trainings- und Coaching-Einheiten Grundwissen im Geschäftsreise- und Mice-Bereich sammeln, einen Iata-Grundkurs absolvieren und sich in das Front- und Midoffice-System Midoco sowie die Funktionen von Amadeus einarbeiten.

Als Kandidaten für das Projekt hat Derpart-Geschäftsführer Andreas Neumann Jobrückkehrer, beispielsweise nach der Elternzeit, aber auch Bürokaufleute, Call-Center Mitarbeiter, IT Service-Desk Mitarbeiter und auch Bankangestellte im Auge. Günstige Voraussetzungen, um nach einem zweistufigen Auswahlverfahren den Einstieg ins Geschäftsreisesegment zu schaffen, seien etwa eine hohe Affinität zu IT-Systemen, Genauigkeit und Zuverlässigkeit, Freude am Kundenkontakt, freundliches Auftreten und Organisationstalent, ergänzt Mit-Geschäftsführer Aquilin Schömig. Die Bewerber sollen im Rahmen eines Castings im August und September ausgewählt werden.

23. Juli 2018 – 12:26
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Die European Technology & Travel Services Association (ETTSA) hatte Ende Mai von der EU-Kommission für ihre Klage gegen die GDS-Gebühr der Lufthansa-Gruppe eine Abfuhr erteilt bekommen. Zuvor hatte sich die Kommission rund drei Jahre Zeit damit gelassen, zu prüfen, ob die Gebühr gegen den Code of Conduct, also den EU-Verhaltenskodex zu Computerreservierungssystemen, verstößt. Nun hat die ETTSA bei der "Europäischen Ombudsfrau" Emily O’Reilly offiziell Beschwerde gegen die Entscheidung der EU-Kommission eingelegt. Aufgabe der Bürgerbeauftragten ist es, Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen bei Problemen mit Verwaltungseinrichtungen der EU zu unterstützen.

Keine Entscheidung über Rechtmäßigkeit

In einer Mitteilung stützt sich die ETTSA darauf, dass die Kommission keineswegs festgestellt habe, dass die 2015 eingeführte GDS-Gebühr der Lufthansa, der später weitere vergleichbare Gebühren der British-Airways- und Iberia-Mutter IAG sowie von Air France-KLM folgten, rechtskonform sei. Sie hatte sich vielmehr auf den Standpunkt zurückgezogen, dass der Verhaltenskodex ohnehin nicht mehr die Realität abbilde und vermutlich überarbeitet werden müsse.

Das, so die ETTSA, sei nach mehr als 30-monatiger Prüfung zu wenig. Die Kommission könne sich nicht auf mögliche künftige Änderungen des bestehenden Codes of Conduct stützen, ohne das Verhalten von Lufthansa auf seine Übereinstimmung mit dem aktuellen EU-Recht zu überprüfen. Das Vorgehen der EU-Kommission sei besorgniserregend, so der IT-Verband. Sie lasse Lufthansa damit unfaire Praktiken durchgehen, die der Schwächung unabhängiger und neutraler Vertriebskanäle dienen solle. Das sei schlecht für die Industrie, den Wettbewerb und den allgemeinen Respekt gegenüber dem EU-Recht.

Christian Schmicke

23. Juli 2018 – 11:36

Es gibt zig Helferprogramme, die dafür zu Diensten stehen, doch Windows selbst bietet für alle Versionen ein bordeigenes Tool, das kostenlos und effektiv die Arbeit übernehmen kann: die Datenträgerbereinigung. Man findet sie über die Systemeinstellung oder per Eingabe des Begriffs in die Windows-Suche. Nach Auswahl der Festplatte und Aktivierung der Suche werden die verschiedenen Dateitypen angezeigt, die gelöscht werden könnten. Temporäre Dateien, wie temporäre Internet-Dateien, temporäre Setup-Dateien oder temporäre Offline-Dateien können fast immer bedenkenlos gelöscht werden, genau wie Offline-Webseiten oder heruntergeladene Programmdateien. Alte, selten genutzte Dateien können von Windows komprimiert werden, um Platz zu sparen. Und wenn man schon mal beim Putzen ist: Beim Blick auf die installierten Programme in der Systemsteuerung findet man in den meisten Fällen welche, die man noch nie oder selten gebraucht hat und solche, die man wegen besserer Lösungen nicht künftig nicht mehr brauchen wird. Mit ein paar Klicks lassen sich die Ressourcenfresser sicher deinstallieren.

22. Juli 2018 – 14:38
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Die Behörde hat die 2017 verschärften Reisehinweise für Touristen und Geschäftsreisdende nach dem Ende des Ausnahmezustands abgemildert. Unter anderem wurden die Warnungen vor Notstandsregelungen, wie dem 14-tägigen Polizeigewahrsam ohne Vorführung bei einem Haftrichter vor einer möglichen bis zu siebenjähriger Untersuchungshaft gestrichen. Die Warnung vor Festnahmen wurde auch ganz generell etwas abgeschwächt. Während bisher die Rede davon war, dass die Wahrscheinlichkeit von Verhaftungen "deutlich angestiegen" sei, lautet die Formulierung nun: "Es ist weiterhin von einem erhöhten Festnahmerisiko auszugehen." Die aktualisierte Version mahnt Reisende zwar weiterhin zur Vorsicht. Sie enthält aber bereits seit Mai nicht mehr die Warnung, es sei mit willkürlichen Festnahmen "in allen Landesteilen der Türkei einschließlich der touristisch frequentierten Regionen" zu rechnen.

Die Bundesregierung hatte die Reisehinweise vor gut einem Jahr als Reaktion auf die Festnahme des Menschenrechtlers Peter Steudtner und die vorherige Inhaftierung deutscher Journalisten in der Türkei verschärft. Insgesamt waren nach dem gescheiterten Putschversuch 2016 mehr als 20 Festnahmen deutscher Staatsbürger aus politischen Gründen erfolgt. Im September 2017 folgte eine weitere Verschärfung mit einer konkreten Warnung vor Festnahmen in Urlaubsorten wie Antalya.

20. Juli 2018 – 15:07
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Anfang Juli kündigte die Union Reiseversicherung (URV) an, Veranstaltern das Inkassounternehmen Noshow Consumer Travel Rights auf den Hals zu schicken, um Zahlungen zum Ausgleich von Schäden einzutreiben. Der Versicherer wirft ihnen vor, unangemessene Stornostaffeln eingeführt zu haben und damit Kunden sowie im Falle der Schadenregulierung auch die Versicherungen zu kräftig zur Kasse gebeten zu haben.

Grundlage für den ungewöhnlichen Schritt ist ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 2014, mit dem er die Veranstalter verpflichtete, ihre Stornostaffeln am durchschnittlich entstehenden Schadensvolumen auszurichten. Pauschalierte Stornostaffeln, die bis zu 100 Prozent der Reisekosten reichen, wären demnach rechtswidrig. So interpretiert jedenfalls der Versicherer das Urteil.

Keine Festlegung auf bestimmte Staffeln

Mittlerweile haben die Veranstalter von den Geldeintreibern offenbar tatsächlich Post erhalten. Das geht aus einer Stellungnahme des Mittelstandsverbandes ASR hervor. Der Verband habe den Vorstoß der URV gegen die Stornopauschalen zahlreicher Veranstalter rechtlich überprüft, heißt es darin, und sei "zu einer anderen Betrachtung" gelangt als diese. "Der BGH hat keinesfalls den Veranstaltern insgesamt vorgegeben, dass nur bestimmte Stornosätze zulässig sind – und das wird er auch nicht tun", so ASR-Präsident Jochen Szech. Er habe lediglich gefordert, dass die wirtschaftliche Erfordernis, also die Kosten abzüglich ersparter Aufwendungen in den Stornokosten abzubilden sei. Dies könne aber von Veranstalter zu Veranstalter durchaus sehr unterschiedlich sein. Der BGH, so der ASR-Präsident weiter, habe ausdrücklich offen gelassen, ob der Veranstalter dafür seine Kalkulation offenlegen müsse.

Der Verbandschef bemängelt, dass die URV mit ihrem aktuellen Vorgehen die Veranstalter unter Generalverdacht stelle. "Stornostaffeln sind und bleiben erlaubt; sie müssen natürlich wirtschaftlich begründbar sein. Aber – wie im Falle von ASR-Mitgliedern geschehen – ein Inkassobüro zu beauftragen, wenn noch gar keine Forderung erhoben wurde, ist von Inhalt und Stil her nicht akzeptabel", erläutert Szech die Position der Veranstalter. Zwar habe man "grundsätzlich Verständnis dafür, dass die Versicherer handeln müssen, wenn die Prämieneinnahmen aus den Reiserücktrittsversicherungen die Schadenshöhe nicht ausreichend abdecken". Doch das sei "zuallererst eine interne kaufmännische Aufgabe", so Szech. Die Versicherer sollten "ihre Hausaufgaben machen".

Veranstalter unter Druck

Zugleich erklärt der ASR-Präsident, der selbst den Veranstalter Go East Reisen betreibt, die Veranstalter gerieten in Sachen Stornokosten selbst immer stärker unter Druck. "In den letzten Jahren sind die Forderungen von Airlines und Hotels gerade an mittelständische Veranstalter immer dreister geworden, was Stornos anbetrifft", berichtet er. "Vor allem Spezial-Veranstalter sehen sich oft mit einer Forderung von 100-Prozent-Stornokosten durch ihre ausländischen Partner konfrontiert." Hier solle man gemeinsam ansetzen und nicht den Veranstaltern die Rolle des schwarzen Schafes zuschieben.

Christian Schmicke

20. Juli 2018 – 14:03
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2009 machte sich Dana Albers als mobile Reiseverkäuferin selbstständig. Im Interview erzählt die Touristikerin, die keiner Vertriebsorganisation angehört, von den Vorzügen und Herausforderungen ihres Jobs.

Das Gespräch führte Christian Schmicke

Sie sind seit fast zehn Jahren als mobile selbstständige Reiseverkäuferin aktiv. Was gab damals den Ausschlag, dass Sie sich dafür entschieden haben?
Albers:
Die Freiheit, die damit verbunden ist. Meine Eltern haben mir Selbständigkeit vorgelebt und ich wollte einfach mein eigenes Ding machen. Die Rechnung ist aufgegangen und ich kann mich noch immer über jede einzelne Buchung und über jeden glücklichen Urlauber freuen.

Welches waren beim Start die größten Hürden, die Sie überwinden mussten?
Erst einmal galt es, den richtigen Geschäftspartner zu finden. Der mobile Vertrieb steckte damals ja noch in den Kinderschuhen und die Auswahl war nicht sehr groß. Und dann gab es eine Vielzahl von Dingen, die getan werden mussten – Agenturverträge abschließen, Buchungsprogramme einrichten, Büroausstattung designen, Homepage erstellen. Einzeln betrachtet sind das alles machbare Dinge, aber in der Summe dauern sie ziemlich lange; vor allem, wenn man keine 08/15-Lösungen haben will.

Ohne eigenes Ladenlokal fehlt die Laufkundschaft. Wie gewinnt man im mobilen Vertrieb neue Kunden?
Es ist nützlich, wenn man beim Start ein persönliches Netzwerk hat, auf dem man aufbauen kann. Von da an geht es in erster Linie um die Qualität der Arbeit. Das beginnt bei einer individuellen, emotionalen und bildhaften Beratung mit persönlicher Ansprache und setzt sich im Service fort. Die Kunden wissen es zu schätzen, wenn man ihnen möglichst viel organisatorischen Aufwand abnimmt. Der Rest kommt dann etwas vereinfacht gesagt von selbst – neue Kunden gewinne ich vor allem durch Empfehlungen.

Und wie halten Sie bestehende Kunden?
Auf dieselbe Weise, und indem ich mich regelmäßig in Erinnerung rufe. Kunden, die sich gut aufgehoben fühlen und Vertrauen haben, schätzen es durchaus, wenn man sie gelegentlich aktiv anspricht. Social Media haben das in den letzten Jahren sehr erleichtert. Sie ermöglichen es, sich unkompliziert in die Köpfe zu bringen und Inspirationen zu geben.

Als mobile Reiseverkäuferin sind Sie Einzelkämpferin und können nicht auf Spezialistenwissen von Bürokollegen zurückgreifen. Wie schafft man es, sich auf dem Laufenden zu halten und sein Zielgebietswissen immer wieder zu verbessern?
Das ist tatsächlich eine Herausforderung und erfordert einigen Aufwand. Aber ich mache meinen Job ja nicht zuletzt, weil ich selber gerne reise. Also bin ich regelmäßig unterwegs, nehme an möglichst vielen Famtrips und Reisebüroinfoabenden teil. Dabei kann ich einerseits mein Fachwissen auffrischen und treffe zudem viele Kollegen, mit denen ich mich austausche.

Ihre Website kommt ohne Buchungsfunktion und konkrete Angebote aus und setzt im wesentlichen auf Inspiration. Warum haben Sie sich dafür entschieden?
Ich kann mich nicht täglich um Angebotseinstellungen kümmern. Dazu würde ich IT-Hilfe benötigen, und das ist mir zu aufwendig. Mit Online-Marketing bin ich natürlich aktiv, aber im direkten Online-Vertrieb nicht.

Haben sich die Rahmenbedingungen für Ihre Arbeit in den vergangenen Jahren stark verändert?
Im Großen und Ganzen hat sich gar nicht so viel verändert. Durch die Pleiten der letzten Jahre bin ich in der Wahl der Partner vorsichtiger geworden, obwohl ich selbst glücklicherweise gar nicht stark davon betroffen war. Ansonsten arbeite ich nach wie vor sehr gerne mit kleineren spezialisierten Nischenveranstaltern zusammen, die sehr viel Herzblut in ihre Produkte legen. Aber auch die Zusammenarbeit mit den großen Partnern ist nach wie vor gut.

Könnten Sie sich heute noch vorstellen, wieder in einem klassischen Reisebüro zu arbeiten?
Nein! Ich genieße die Freiheit sehr, arbeiten zu können, wo ich möchte, wann ich möchte und mein eigener Chef zu sein. Manchmal vermisse ich zwar den täglichen Austausch mit den Kollegen, aber das versuche ich eben durch die Teilnahme an Infoveranstaltungen auszugleichen.

Die komplette Geschichte zum Thema mobiler Reisevertrieb lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Reise vor9 Magazins. Wussten Sie schon, dass jedes Reisebüro ein Abonnement kostenlos erhält? Wenn Ihre Agentur noch nicht im Verteiler ist, einfach eine E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

20. Juli 2018 – 13:35

Rund 310 deutsche Unternehmen der Reisebranche sind Partner der weltweit agierenden Shopping Community, darunter Tui, Alltours, L’Tur, Opodo oder Condor. Aber auch Reisebüros nutzen die Mitgliedschaft bei Cashback World zur Kundenbindung, wenn auch eher im kleineren Rahmen. Laut Geschäftsführer Guido van Rüth sind es im Moment 140. Sie setzen dabei auf den Kontakt zu den derzeit 200.000 Konsumenten in Deutschland, die über die Shopping-Community einkaufen.

Die registrierten Mitglieder von Cashback World erhalten, wenn sie bei einem Partnerunternehmen einkaufen, sowohl Geld zurück (Cashback), als auch Shopping Points, ähnlich wie bei Payback. Die Punkte können sie auf der Shopping-Plattform für spezielle Deals von Partnerunternehmen einlösen. Die Kunden können auf drei verschiedene Arten bei den Partnerunternehmen einkaufen: über die Shopping-Plattform im Internet, über die Cashback-Karte direkt im Laden und über eine App, mit der man nicht nur einkaufen kann, sondern auch Partnerunternehmen in der Nähe findet.

Kundenkarten mit Umsatzpotenzial

Um Reisebüros wirbt der Anbieter unter anderem mit dem Argument der Neukunden-Gewinnung, Möglichkeiten zur Intensivierung der Kundenbindung und zusätzlichen Umsatzchancen. Angelockt werden sollen die Kunden durch Rabatte zwischen einem und fünf Prozent. Als Kundenbindungsinstrument will Cashback World den Reisebüros individuell gebrandete Cashback-Karten schmackhaft machen, die diese an ihre treuen Kunden vergeben können. Zudem erhält das ausgebende Reisebüro bei jedem Einkauf des Kunden über eine von ihm ausgegebene Karte ein Prozent vom Umsatz.

„Durchschnittlich macht eine aktive Karte 300 Euro Umsatz pro Monat“, berichtet van Rüth. Multipliziere man das mit 500 Karten, die ein Reisebüro als ersten Satz an Stammkunden ausgebe, könne es auf eine Zusatzeinnahme von bis zu 1.500 Euro monatlich kommen, rechnet er vor. Zuvor will der Anbieter von seinen Partnern allerdings Geld sehen. Ein normales Reisebüro ohne Online-Shop würde einmalige Installationskosten von 699 Euro bezahlen. Hinzu kommen monatliche Kosten von 30 Euro für Wartung und Aktualisierung der Angaben auf der Plattform.  

Die optimistische Rechnung des Cashback-World-Geschäftsführers kann das Berliner Reisebüro Erlebnisreisen aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Dennoch rechne sich die Zusammenarbeit mit Cashback World, sagt Geschäftsführerin Manuela Enzmann. Das Reisebüro ist seit 2015 Partnerunternehmen und fährt regelmäßig Aktionen mit Rabatten von einem Prozent. In Ausnahmefällten könnten es auch mal fünf Prozent sein, sagt Enzmann. Lieber als der Preisnachlass sei es ihr aber, Gutscheine herauszugeben. Das Reisebüro hat zudem 500 Cashback-Karten an Stammkunden herausgegeben und nimmt damit laut Enzmann pro Jahr insgesamt etwa 2.000 Euro ein. Das ganze Programm sei kein Selbstläufer, aber wenn man sich regelmäßig darum kümmere, dann funktioniere es auch, sagt Enzmann.

THo

 

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